Leo-Theater: Eine kleine Bühne hat großen Erfolg: Thorsten Hamer belohnt sich mit einem Café.

Wuppertal. In Zeiten, in denen Spielstätten landesweit um ihr Publikum und ihr Überleben kämpfen und das von der Schließung bedrohte Wuppertaler Schauspielhaus als Symbol für den Niedergang einer ganzen Bühnenlandschaft gilt, gibt es tatsächlich einen Theaterleiter, der nicht klagt: Thorsten Hamer bekommt keine Zuschüsse. "Natürlich ist das nicht einfach", sagt der Gründer des Leo-Theaters. "Andererseits sind wir dadurch unabhängiger und freier." Und zwar so frei, dass in Hamers kleinem Reich am 28. Februar mit dem Einzug eines Laminatbodens eine neue Zeitrechnung beginnt: Hamer eröffnet das renovierte Theater-Café.

Ein Herzstück des Foyers soll es werden - Sammelpunkt für Zuschauer und Kunstliebhaber. Denn Hamer mag nicht nur Komisches und Tragisches, er hat auch gern Kunstwerke um sich. Eröffnet wird das Café deshalb mit einer Ausstellung seines Fotografen-Nachbarn Marcpierre.

5000 Euro wird der Umbau kosten. Geld, das auch Hamer nicht einfach so aus der Theaterkasse nehmen kann. "Als kleine Bühne können wir immer nur Schritt für Schritt planen", betont der 27-Jährige, der sich umso mehr freut, dass er seiner Spielstätte nun zum ersten Geburtstag einen Umbau schenken kann.

Denn das Theater läuft - sogar besser als erwartet. "Damit habe ich nicht gerechnet", sagt der engagierte Künstler, der nicht nur Bühnenchef, sondern auch Regisseur und sein eigener Schauspieler ist. Und wie erklärt er sich seinen Erfolg? "Wir machen einfach das Programm, das das Publikum sehen möchte." Und das sind hauptsächlich Komödien.

15 Schauspieler gehören inzwischen zum Ensemble, das ein festes Stammpublikum hat. Bevor sie sich für einen Theaterabend entscheiden, "rufen manche Gäste sogar extra an, um zu fragen, welcher Darsteller mitmacht". Denn Lokalkolorit ist in Langerfeld wichtig. "Ich mag Wuppertal und die Wuppertaler. Ich glaube, das merkt das Publikum", sagt der gebürtige Solinger, der inzwischen in Cronenberg zu Hause ist. Womit er dann doch ein Patentrezept gefunden hat, das ihn von vielen großen Bühnen und deren großen Geldsorgen unterscheidet: "Ich denke, es ist die Nähe zum Publikum."

Am Sonntag, 28.Februar, soll sie noch größer werden. Wer darauf mit Hamer anstoßen will, kann um 15 Uhr Kurs auf das Leo-Theater, In der Fleute 100, nehmen.

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