Die Skulptur von Christian Daniel Rauch ist in der aktuellen Ausstellung zu sehen.

Die „Siegesgöttin“ von Christian Daniel Rauch (1850/51).
Die „Siegesgöttin“ von Christian Daniel Rauch (1850/51).

Die „Siegesgöttin“ von Christian Daniel Rauch (1850/51).

Von der Heydt-Museum

Die „Siegesgöttin“ von Christian Daniel Rauch (1850/51).

Wuppertal. Das Von der Heydt-Museum präsentiert in seiner aktuellen Sammlungsausstellung „Something Old - Something New“ nicht nur Gemälde, sondern auch herausragende Skulpturen wie die Siegesgöttin (1850/51) von Christian Daniel Rauch (1777-1857). Der Bildhauer zählte in seiner Zeit zu den bedeutendsten deutschen Künstlern. In bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen, beschloss er bereits als Kind, Bildhauer zu werden.

Neben seinen Freunden und Zeitgenossen, dem italienischen Bildhauer Antonio Canova und dem dänischen Bildhauer Berthel Thorvaldsen, war Rauch der einflussreichste Künstler der Deutschen Bildhauerschule des 19. Jahrhunderts. Mit seiner großen Begabung und Schaffenskraft sowie seinem Organisationstalent beherrschte Rauch die künstlerische Szene und prägte als hoch geachteter königlicher Hofbildhauer zu seiner Zeit das Gesicht der preußischen Hauptstadt Berlin. Die „Viktoria“, eine geflügelte Siegesgöttin, trägt als Zeichen des Sieges einen Lorbeerkranz im Haar und hält als Zeichen des Friedens einen Palmzweig in der linken Hand. Sie berührt herabschwebend mit dem rechten Fuß den Boden.

Nachdem König Ludwig I. von Bayern eine Viktoria bei Rauch gekauft hatte, bestellte auch Friedrich Wilhelm III. von Preußen zwei Viktorien für den Schlosspark von Charlottenburg. Bis in die 1850er Jahre schuf Rauch mehrere Fassungen dieses Motivs, u.a. auch eine Marmorskulptur für das Palais des späteren Kaisers Wilhelm I.. Das Wuppertaler Exemplar könnte ein Abguss eines Hilfsmodells für diese Marmorvariante sein.

Die Viktorien waren in dieser Zeit als Bekrönungen von Sieges- und Kriegerdenkmälern besonders beliebt. Sie zeugen von deutschem Nationalstolz und verherrlichten den Sieg über Napoleon. Für Büsten und Werke „idealen Stils“ wie die Viktorien nutzte Rauch gerne Marmor, für Denkmäler und Statuen historischer Persönlichkeiten hingegen Bronze. Rauchs Stil ist dabei ein Mix aus klassischen, sich an der Antike orientierenden Formen sowie individueller Porträt- und historischer Kostümgenauigkeit. Diese Durchdringung von Ideal und Realität avancierte schnell zur Norm und wurde damit schulbildend. Rauchs ausgewogen und nobel wirkenden Werke entsprachen künstlerisch den Wertmaßstäben seiner Zeit und verkörperten ein ethisch orientiertes Bildungsideal.

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