Eine romantische Komödie brachte sie zusammen: Racine Tewes und Thorsten Hamer wollen heiraten.

gefühle im scheinwerferlicht
Thorsten Hamer und Racine Tewes haben es sich auf der Bühne im Leo-Theater gemütlich gemacht: Am 12. November, 17 Uhr, feiern sie gemeinsam Premiere. Passenderweise serviert das Paar eine Beziehungskomödie („Mitten ins Herz“). Karten und Infos zu weiteren Terminen gibt es unter Ruf 8707 2964.

Thorsten Hamer und Racine Tewes haben es sich auf der Bühne im Leo-Theater gemütlich gemacht: Am 12. November, 17 Uhr, feiern sie gemeinsam Premiere. Passenderweise serviert das Paar eine Beziehungskomödie („Mitten ins Herz“). Karten und Infos zu weiteren Terminen gibt es unter Ruf 8707 2964.

Andreas Fischer

Thorsten Hamer und Racine Tewes haben es sich auf der Bühne im Leo-Theater gemütlich gemacht: Am 12. November, 17 Uhr, feiern sie gemeinsam Premiere. Passenderweise serviert das Paar eine Beziehungskomödie („Mitten ins Herz“). Karten und Infos zu weiteren Terminen gibt es unter Ruf 8707 2964.

Langerfeld. Wenn ein Stück „Die besten Tage meines Lebens“ verspricht, kann eigentlich nichts schiefgehen. Racine Tewes (24) und Thorsten Hamer (29) nahmen den Titel des Theaterstücks jedenfalls äußerst wörtlich: Die erste Komödie schien die beste Basis für gemeinsame (Probe-)Wochen zu sein.

Ein Theaterautor hätte es sich nicht besser ausmalen können: Zwei Schauspieler agieren in einem romantischen Zwei-Personen-Stück, erleben – textgemäß – eine Slapstick-Szene nach der anderen, durchleiden alle Höhen und Tiefen menschlicher Nähe. Was ist da noch Freundschaft, wo beginnt schon die Liebe?

„Viele Zuschauer kommen mehrfach im Monat. Da kennen wir die komplette Familie – und wissen auch, wie der Hund heißt.“

Racine Tewes über das Stammpublikum im Leo-Theater.

Was am Ende tatsächlich gespielt und was real empfunden wurde, werden die Zuschauer von damals wohl nie erfahren. Vermuten können sie heute jedoch dies: Die Hormone kamen nicht nur bei den Proben in Wallung und die Hauptdarsteller waren bald nicht nur auf der Bühne ein Paar – ein Happy End in doppelter Hinsicht.

Wer den ersten Schritt gewagt hat? Die beiden schauen sich an – verliebt, verschmitzt, aber ohne verbales Ergebnis. Blicke sagen ja auch mehr als tausend Worte. Und wo die Gegenwart zählt, braucht man auch nicht allzu lange die Vergangenheit zu untersuchen. Obwohl: Wer damals die gemeinsame Zukunft eingeleitet hat, ist durchaus zu rekonstruieren. Es war der Regisseur: Hamer kannte Tewes von einer früheren Zusammenarbeit und fragte die junge Schauspielerin prompt für „Die besten Tage meines Lebens“ an – damals noch in der Langerfelder Kulturgalerie „Der Plan“.

Serie: Wuppertaler Künstlerpaare (1)

Der Plan ging auf, Tewes sagte zu, das Thema schien beide zu inspirieren. Ihre besten Tage erleben die beiden seitdem gemeinsam: „Wenn ich den Spielplan mache, hält Racine mir den Rücken frei“, erklärt Hamer, der inzwischen Chef im eigenen Leo-Theater ist. Die Dame an seiner Seite kümmert sich ums Telefon, um Hündin Luna (2), um die Kostüme und ums Café – wenn sie nicht gerade selbst Theater macht.

Es ist eine Frage, die auf wie jenseits der Theaterbühne zu gefühlvollen Einsichten führen mag: Welche Rolle spielt die Liebe im Leben eines Künstlers? Wie wichtig sind Kritik, Austausch und gegenseitiger Applaus, wenn beide Partner kreativ sind? Hält die Liebe zur Kunst die Beziehung zusammen – oder nervt es nicht mitunter, wenn man sowohl Bad als auch Bühne teilt? Fragen über Fragen, auf die die WZ mit einer neuen Serie Antworten sucht: In loser Reihenfolge stellt die Redaktion Wuppertaler Künstlerpaare vor. Den Anfang machen Racine Tewes und Thorsten Hamer.

Die Schauspielerin wurde am 5. August 1987 in Haan geboren, ist in Cronenberg aufgewachsen und auf Küllenhahn zur Schule gegangen. „Ich war schon immer im Theater“, sagt Tewes, die Kinderrollen an den Wuppertaler Bühnen übernommen hatte, bevor sie im TiC-Theater Bühnenluft schnuppern sollte. Eine Ausbildung zur Schauspielerin fasste sie jedoch nicht ins Auge. Es sollte etwas anderes sein: Die 24-Jährige hat in Düsseldorf Medienmanagement studiert. Ihrer Heimat ist sie jedoch immer treu geblieben: Seit drei Jahren wohnt sie – zusammen mit Thorsten Hamer – in Sudberg.

Der Schauspieler, Regisseur und Theaterleiter wurde am 20. September 1982 in Solingen geboren und war schon als 13-Jähriger im Stadttheater in Solingen aktiv („Der Geizige“). „Da hat mich das Fieber gepackt“, erklärt er heute. „Ich wusste allerdings auch, dass ich nicht an ein Stadttheater wollte und mich das einengt. Mein Wunsch war immer, etwas Eigenes zu machen.“ Gesagt, getan: Hamer besuchte die Schauspielschule Düsseldorf, wurde vor allem mit seinem Heinz-Erhardt-Programm und TiC-Auftritten bekannt und ist inzwischen Bühnen-Leiter: Sein Leo-Theater in Langerfeld feiert im Januar seinen ersten Geburtstag am neuen Standort. Nicht nur mit Blick auf die Liebe ist Hamer an der Öhder Straße ganz im Glück: „Dass es so gut läuft und die Bühne so gut angenommen wird, hätte ich nie zu träumen gewagt.“
www.leo-theater.de
 

„Das Schöne ist, dass man sich ergänzen kann“, bilanziert Hamer. „Wenn ich Regie führe und Racine nicht mitspielt, sondern zu den Endproben kommt, sieht sie Dinge, die ich nicht sehe.“ Das klingt nach perfekter Arbeitsteilung. Und im Privaten? Wer führt da Regie? Hamer schmunzelt und zeigt auf seine „lachende Hälfte“.

„Beim Urlaub zum Beispiel entscheide ich“, verrät die studierte Medienmanagerin, die es eher in südliche als in deutsche Gefilde zieht. Auch beim Fernsehprogramm gibt es durchaus unterschiedliche Präferenzen. „Wir sind zum Teil schon sehr konträr“, sagt Hamer, der Hansdampf-in-allen-Theatergassen. „Das ist aber auch schön und witzig.“ So kommt es immer wieder zu Szenen, die „ich direkt in eines meiner Programme aufnehme“.

„Nach zehn Monaten haben wir bereits 100 Abonnenten. Das ist Wahnsinn.“

Thorsten Hamer über sein Leben als eigener (Theater-)Chef.

Andersherum gilt: Selbst in der Realität hilft manchmal das Textbuch weiter. Dann vermischt das Paar Realität und Bühnenwelt mit einem Augenzwinkern: „Manchmal sitzen wir zu Hause, haben verschiedene Meinungen und bringen die Situation mit Sätzen aus einem Loriot-Sketch zu Ende.“

Privat ist Hamer der ruhigere Part, wobei Tewes relativiert: „Wenn im Theater ein Scheinwerfer nicht funktioniert, bin ich die Ausgeglichenere.“ Keine Frage: Da spricht ein Paar, das Spaß hat – auf der Bühne, aber auch dahinter. Die allerbesten Jahre sollen freilich erst noch anbrechen: 2012 wollen die beiden heiraten – natürlich mit dem passenden Theaterstück. Im neuen Jahr sollen „Die besten Tage meines Lebens“ als Neuauflage über die Bühne gehen. „Da schließt sich dann für uns ein Kreis.“ Romantik und Slapstick inbegriffen.

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