Der Peter Hammer Verlag gibt Gas, setzt aber gleichzeitig auf Momente der Ruhe – mit Belletristik, Bilder- und Jugendbüchern.

Wuppertal. Wie kann man Gas geben und gleichzeitig das Tempo drosseln? Claudia Putz, Pressesprecherin beim Peter Hammer Verlag, ist guter Hoffnung, eine angemessene Mischung gefunden zu haben.

Schließlich will das Wuppertaler Verlagsteam mit seinem neuen Programm beweisen, dass es auch im neuen Jahr den Kurs hält und den Weg nach vorne sucht. Dabei soll es diesmal ausgewählte Momente der Ruhe geben, wie Putz betont: "Wir leben immer schneller und sehnen uns danach, ausgebremst zu werden. Bücher können das manchmal schaffen - immer dann, wenn sie uns Gewohntes vorenthalten."

Gedichte für sturmfeste Leser: Der Wind hat Geburtstag

In diesem Sinn soll das Frühjahrsprogramm die richtige Menge an "Vorenthaltungen" umfassen. Jürg Schubiger etwa hat Gedichte geschrieben, "die uns kurze Zeit ohne Ordnung dastehen lassen", wie Putz erklärt. Schubiger, der "geborene und inzwischen auch überzeugte Anfänger", legt eine Geschichte vor, der Wiebke Oesers Buntstift-Illustrationen die nötige Leichtigkeit verleihen: "Der Wind hat Geburtstag", sagen die beidenBuch-Macher. Im Februar kommen ihre Verse für kleine und große Leser in die Buchhandlungen.

Allen Unkenrufen zum Trotz: Es gibt einen "Kinderzimmerkalender 2011"

Dass die Italienerinnen Giovanna Zoboli und Simona Mulazzani ein großformatiges Bilderbuch beisteuern ("Ach, hätt’ ich doch"), in dem auf jeder Doppelseite ein Tier inklusive seiner Fähigkeiten vorgestellt wird, unterstreicht die Einzigartigkeit jedes Lebewesens und ist kein Zufall. Denn das Wuppertaler Programm setzt auf bewährte Spezialgebiete: auf Bilder- und Kinderbücher genauso wie auf Belletristik aus Afrika und Lateinamerika.

In eine fremde Welt versetzt beispielsweise Lutz van Dijk seine jugendlichen Leser: Die Liebegeschichte um "Romeo und Jabulile" spielt in Südafrika - vor dem aktuellen Hintergrund fremdenfeindlicher Auswüchse.

Monika Bilstein, Geschäftsführerin des Peter Hammer Verlags, setzt im neuen Programm auf Bilder und Geschichten, "die die Kraft haben, den Blick zu weiten und herauszuführen aus den engen Wänden".

Apropos Südafrika: Kurz vor dem Anpfiff der Weltmeisterschaft werfen dortige Autoren literarische Schlaglichter auf ein Land, in dem Fußball staatstragende Bedeutung hat. Ihr Band ("Elf: Fußballgeschichten aus Südafrika") versammelt Erzählungen rund um den Ballsport.

Auch Katharina Morello öffnet den Blick für andere Welten: "Ein Teppich fürs Leben" zeigt reisefreudigen Lesern, auf welchen Basaren mit Bettvorlegern und Torten gehandelt wird.

Dass man "Mit Leidenschaft leben und glauben" kann, demonstrieren "12 starke Frauen in Lateinamerika", die ihre Lebensgeschichte erzählen. Wer zu den Erstlesern zählt, interessiert sich wohl eher für die Erlebnisse einer Achtjährigen: Fiona hätte "Am liebsten eine Katze" - Karin Koch erzählt aus der Sicht eines Mädchens, wie traurig und zugleich beglückend der Familienalltag sein kann.

Eine gute Nachricht gibt es jetzt schon für alle, die sich ein Jahr ohne Wolf Erlbruchs "Kinderzimmerkalender" nicht vorstellen können. Ab August wird er ausgeliefert. "Allen Unkenrufen zum Trotz", wie Putz optimistisch betont. Schließlich soll der Titel Programm sein: "Nur Mut!" steht über dem Kalender für 2011.

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