Zur „Woga“ an den kommenden beiden Wochenenden öffnen Maler, Bildhauer und Fotografen ihre Türen und präsentieren ihre Werke.

Zur „Woga“ an den kommenden beiden Wochenenden öffnen Maler, Bildhauer und Fotografen ihre Türen und präsentieren ihre Werke.
Der Blick über die Schulter von Künstlern – wie hier bei Thomas Eiffert an der Luisenstraße – ist bei der Woga möglich.

Der Blick über die Schulter von Künstlern – wie hier bei Thomas Eiffert an der Luisenstraße – ist bei der Woga möglich.

Thomas Eiffert

Der Blick über die Schulter von Künstlern – wie hier bei Thomas Eiffert an der Luisenstraße – ist bei der Woga möglich.

Wuppertal. Zum 14. Mal dürfen sich Wuppertaler darauf freuen, der Kunst und den Künstlern unmittelbar zu begegnen. Und die Künstler darauf, einen direkte Rückmeldung zu ihren Werken zu erhalten.

„Am meisten geht es darum, sich auszutauschen“, findet Organisator Steffen Schneider, der die Veranstaltung „Wuppertaler offene Galerien und Ateliers“ vor 14 Jahren gegründet hat. Damals merkte er als Galerist, dass Kunstinteressierte kaum auf die Idee kamen, nach Wuppertaler Künstlern zu fragen. „Die fuhren immer nach Düsseldorf, ließen hier höchstens noch die Bilder rahmen“, erinnert er sich.

Dabei war er überzeugt, dass es auch im Tal viele kreative Menschen geben müsste. „Und wir haben viel!“, weiß er inzwischen. Rund 600 Namen hat er in seiner Kartei. 193 machen in diesem Jahr mit, davon 30, die das erste Mal dabei sind. . „Es pendelt sich wohl bei rund 200 Teilnehmern ein“, hat er festgestellt. Das sei wohl die Zahl der Künstler, die sich präsentieren möchten. Denn nicht jeder ist in jedem Jahr dabei. Die einen haben andere Ausstellungen, andere haben nach einem Jahr noch nicht genug, um wieder auszustellen.

Es kann jeder mitmachen, der sich traut seine Sachen zu zeigen

Wichtig ist Steffen Schneider, dass es keine Vorgaben gibt: „Es kann jeder mitmachen, der sich traut, seine Sachen zu zeigen.“ In anderen Städten sei zum Beispiel ein künstlerischer Abschluss Bedingung. Er hat aber durchaus die Erfahrung gemacht, dass ihm Werke studierter Künstler nicht gefallen, dafür Kunstwerke von Amateuren beeindrucken.

Zunächst ist der Wuppertaler Osten an der Reihe. 89 Künstler laden am 29. und 30. Oktober das Publikum in ihre Ateliers oder andere Ausstellungsräume. Am darauffolgenden Wochenende am 5. und 6. November zeigen im Wuppertaler Westen 104 Künstler ihre Werke.

Vertreten sind: Action Painting, Architekturzeichnung, Assemblage, Bildhauerei, Buchbinden, Buchdesign, Collage, Design, Digital Art, Druck, Druckgrafik, Fotografie, Glas- und Textilkunst, Grafik, Holzarbeiten und Holzschnitt, Illustration, Installation, Kalligraphie, Keramik, Keramik-Malerei, Linoldruck, Linolschnitt, Malerei und Mixed Media, Möbeldesign, Modedesign, Musik, Performance, Plastik, Poesie, Polaroid, Radierung,, Restaurierung, Schmuck, Skulptur, Text, Textilgestaltung, Video und Zeichnung.

Ost: 25. und 26. Oktober, West: 5. und 6. November; samstags jeweils 14–20 Uhr, sonntags jeweils 12–18 Uhr.

Welcher Künstler mitmacht und was es bei ihm zu sehen gibt, können Kunstinteressierte auf der Internet-Seite der Woga erfahren: Jeder Künstler wird dort mit drei Werken vorgestellt. Auf der Internetseite ist nicht nur die Adresse des jeweiligen Ausstellungsraums zu finden, sondern der Veranstaltungsort kann auch gleich auf einer Karte verortet werden.

Und die Kartenfunktion erlaubt es auch, sich selbstständig eine Route zurecht zu legen. „Für viele ist das nicht nur ein Kunstereignis, sondern auch ein Stadtrundgang“, berichtet Steffen Schneider. Denn die Besucher gelangen auf ihrem Weg zu Kunst auch in Seitenstraßen, Hinterhöfe, besondere Gebäude und Lofts, die sie sonst nie betreten würden. Der Woga-Organisator weiß, dass das für den einen oder anderen ein wichtiger Bestandteil des Kunst-Wochenendes ist.

Mehrere Zentren mit vielen kreativen Menschen

Der Blick auf die Internet-Seite der Woga lässt auch klar erkennen, dass es regelrechte Zentren mit zahlreichen Künstler in Wuppertal gibt: Im Osten der Stadt knubbeln sich die kreativen Menschen in Wichlinghausen, Barmen und Ronsdorf, im Westen am Ölberg, im Luisenviertel, am Arrenberg und am Platz der Republik.

Hier erreicht man auf kleinen Raum viele Künstler. Andere Ateliers locken sogar über die Stadtgrenzen hinaus. Denn einige Wuppertaler haben inzwischen ihre Werkstatt in Nachbargemeinden verlegt, freuen sich aber weiter über interessierte Besucher aus Wuppertal und nehmen daher an der Woga teil.

Steffen Schneider berichtet, dass für einige Künstler die Woga regelrechter Ansporn zur Produktion ist. Wenn er sie im Vorfeld kontaktiere, ob sie in diesem Jahr dabei sein möchten, erklärten sie, dass sie dann bis dahin noch einiges schaffen wollen. Dabei gehe es nicht nur um Verkauf: „Durch die Fragen der Besucher können sich die Künstler noch einmal neu mit ihrem Werk auseinandersetzen.“

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