Von Beyenburg bis Unterbarmen: Galeristen und Künstler öffneten am Wochenende ihre heiligen Hallen.

Die Woga startete im Osten der Stadt: 58 Künstler öffneten am Wochenende ihre Pforten – wie Pini Coqui im Atelierhaus an der Völklinger Straße 18.
Die Woga startete im Osten der Stadt: 58 Künstler öffneten am Wochenende ihre Pforten – wie Pini Coqui im Atelierhaus an der Völklinger Straße 18.

Die Woga startete im Osten der Stadt: 58 Künstler öffneten am Wochenende ihre Pforten – wie Pini Coqui im Atelierhaus an der Völklinger Straße 18.

Andreas Fischer

Die Woga startete im Osten der Stadt: 58 Künstler öffneten am Wochenende ihre Pforten – wie Pini Coqui im Atelierhaus an der Völklinger Straße 18.

Wuppertal. Am vergangenen Wochenende waren erneut viele Kunstinteressierte auf Wanderschaft in der Wuppertaler Kunstszene. Mit der Eröffnung der Woga (Wuppertaler offene Galerien und Ateliers) im Osten der Stadt, zeigten bereits 58 freie Künstler ihre Werke.

„Ich male auf Fundsachen.“

Ju Jacobs, Künstlerin

Von Beyenburg bis Unterbarmen gab es Malerei, Plastik, Fotografie und vieles mehr zu sehen– entweder in Galerien, in Ateliers oder auch im heimischen Wohnzimmer. So zum Beispiel bei Ju Jacobs in der Siegesstraße. Die Künstlerin nutzt einen kleinen Bereich ihres Wohnzimmers als Werkstätte.

Einblicke im Wohnzimmer: Ju Jacobs bemalt Tische und Wände

Ihre Bilder hängen über der Couch und dem Esstisch. So zeigte sie nicht nur einen Einblick in ihre Kunst, sondern gar in ihr Leben. „Ich male auf Fundsachen“, sagt Jacobs. Bunte Bilder oder Collagen entstehen so auf Schrankrückwänden und alten Brettern. Selbst die Tische und die Wände sind bemalt.

Frank Lederhose dagegen führt seine Besucher durch das Atelier, dass er sich mit vielen anderen Künstlern an der Wiescher Straße teilt. Zwischen Flaschen voller Farbe, Pinseln und Leinwänden hängen und stehen seine Bilder an der Wand.

Das Thema Wasser und Spiegelung interessiert ihn – so zeigt ein Bild die Schwimmerin Franziska van Almsick, die gerade ihre Bahnen zieht. Der Blickwinkel ist dabei so gewählt, als befände sich der Betrachter ebenfalls unter Wasser. Nebenbei erklärte er interessierten Besuchern auch Techniken und künstlerische Herangehensweisen.

Tatiana Stroganova will Briefmarken ein langes Leben schenken

Die Bandbreite an gezeigten Werken ist auch bei der nunmehr neunten Ausgabe der Woga sehr groß. Gerade das gefällt Organisator Steffen Schneider, der nach dem ersten Wochenende positiv gestimmt ist. „Die künstlerische Vielfalt in Wuppertal wird immer deutlicher“, sagt Steffen Schneider. Dank der 40 Künstler, die in diesem Jahr zum ersten Mal ausstellen, sei sogar eine ganz neue Vielfalt zu entdecken.

 Auch am kommenden Wochenende öffnen Wuppertals Galerien und Ateliers wieder ihre Pforten – dann im Westen der Stadt. Insgesamt 99 Künstler zeigen ihre Werke am Samstag von 14 bis 20 Uhr sowie am Sonntag von 12 bis 18 Uhr.
 

Pini Coqui zeigte „kraftvolle Gestalten“ an der Hühnefeldstraße. Zusammen mit Hans-Peter Bongartz von der Werbeagentur Freiraum, in dessen Räumen die Werke auch ausgestellt sind, hat sie diese farbenfrohe Mischwesen erschaffen.

Die mystisch wirkenden Figuren tanzen über wild den Boden. „Ich habe früher oft Tänzer gemalt. Jetzt wollte ich den Tanz einmal in Holz haben“, sagt Coqui. Daneben hängen Gemälde, in denen sie Gedichte von Else Lasker-Schüler interpretiert hat.

Im angrenzenden Atelier an der Hardt hat sich Tatiana Stroganova mit der Vergänglichkeit von Briefmarken auseinander gesetzt. „Die werden gekauft, aufgeklebt und dann wieder weggeschmissen“, sagt sie. In ihren Collagen finden sie nun einen langlebigeren Nutzen.

Und somit zeigte sich Wuppertals Kunstszene wieder einmal in all seiner Vielfalt. Die Woga wird am kommenden Wochenende fortgesetzt. Mehr Infos sowie einen Überblick über die Teilnehmer und Standorte gibt es im Netz.

 

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