Spielzeit 2012/2013: Zum Saisonwechsel stehen an den Bühnen personelle Veränderungen an. Die WZ verrät, wer geht – und wer kommt.

Sie machen künftig in Wuppertal Theater: Annika Boos...
Sie machen künftig in Wuppertal Theater: Annika Boos...

Sie machen künftig in Wuppertal Theater: Annika Boos...

Jakob Walser...

Martin Jeaseok Ohu...

Hanna Werth...

Heisam Abbas und...

... Markus Haase gehören zu den Neuzugängen, die ab der Spielzeit 2012/2013 die Opern- und Schauspiel-Ensembles verstärken.

Andreas Fischer (1) / privat (5), Bild 1 von 6

Sie machen künftig in Wuppertal Theater: Annika Boos...

Wuppertal. Wer geht, wer kommt? Die Gretchenfrage des Theaters kann aus Wuppertaler Sicht beantwortet werden: Michael Tews verlässt das Opern-Ensemble – im Schauspiel-Sektor muss sich das Publikum von Holger Kraft, Gregor Henze, Andreas Ramstein und Maresa Lühle verabschieden. Dafür machen künftig acht neue Kollegen Theater: Hanna Werth, Jakob Walser, Heisam Abbas, Markus Haase und Jochen Langner verstärken nach der Sommerpause das Schauspiel-Ensemble.

Auch im Opern-Team stehen Veränderungen an: Annika Boos, John In Eichen und Martin Jeaseok Ohu haben ihre Verträge unterschrieben – sie erheben ihre Stimmen demnächst als feste Ensemblemitglieder.

Fünf gehen und acht kommen: Wer eins und eins zusammenzählt, dürfte überrascht sein. Stocken die Wuppertaler Bühnen etwa trotz des städtischen Spardiktats ihre Ensembles gehörig auf? Unter dem Strich bestätigt sich diese Vermutung nicht: Einige Künstler erhalten Teilzeitverträge. Und was ist mit denen, die Wuppertal verlassen? „Sie bleiben uns als Gäste erhalten“, heißt es im Barmer Opernhaus auf WZ-Nachfrage.

Während fünf (Noch-)Ensemblemitglieder also einen Abschied auf Raten einläuten, ist eine „Neue“ dem Publikum durchaus bekannt: Annika Boos machte nach ihrem Abitur ein Jahrespraktikum an den Wuppertaler Bühnen. Die Sopranistin, 1987 in Wuppertal geboren, hat nicht nur auf der Bühne – als Sängerin im Extrachor – Theaterluft geschnuppert. Auch hinter den Kulissen war sie aktiv – als Regieassistentin. Nun zieht es sie vollends ins Rampenlicht: Mit Beginn der Spielzeit 20012/13 wird sie feste Ensemble-Sängerin.

Eine Wuppertaler Karriere: Von der Praktikantin zur Opernsängerin

Boos, die im Herbst 2007 ein Gesangsstudium an der Musikhochschule Köln bei Professorin Klesie Kelly-Moog startete, ist inzwischen eine wahrhaft ausgezeichnete Sängerin: Im vergangenen Jahr hat die Stipendiatin des Richard Wagner Verbandes Wuppertal den ersten Preis beim „International Student Lied Duo Concours“ in Enschede gewonnen, in diesem Jahr gesellte sich der erste Preis des Barmenia Musikwettbewerbs hinzu. Seit der Spielzeit 2010/11 übernimmt Boos regelmäßig Gast-Rollen an den Wuppertaler Bühnen. In Mozarts „Zauberflöte“ war sie die Papagena, in Frederik Lampes „Der Drache vom Dönberg“ verkörperte sie die Margareta und in Enver Özdikers „Aufstand“ hörte sie auf den Namen Ilse. Welche Partien nun als Festangestellte auf sie warten, will das Bühnen-Team erst am kommenden Montag verraten – dann wird der neue Spielplan offiziell vorgestellt.

Feldforschung im Opernhaus: Ein Bass und sein Berufswechsel

Die Schauspielerin, 1986 in Hanau geboren, studierte an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig (2008-2012). Parallel zum Studium war sie Studiomitglied am Schauspiel Leipzig.

Vor seiner Schauspielausbildung an der Universität der Künste in Berlin studierte der Bayer Politikwissenschaft und Neuere Geschichte in München und Wien. Bereits während seines Schauspielstudiums war er in mehreren Berliner Theatern im Einsatz. Nach dem Abschluss der Schauspielschule spielte der gebürtige Münchner zunächst am Theater Augsburg.

Der Schauspieler, 1986 in Karlsruhe geboren, arbeitete als Regiehospitant und -assistent am Badischen Staatstheater in Karlsruhe. Es folgte ein Schauspielspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock (2008-2012). Parallel zum Studium spielte er am Volkstheater Rostock.

Der Bass wurde in Luzern geboren. Er studierte in Basel und Mailand. Bisherige Stationen seiner Karriere waren die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf, das Staatstheater Hannover, das Theater Basel, das Nationaltheater Mannheim, das Teatro Caboto Milano und das Staatstheater Darmstadt.

Fest steht bereits, dass Boos auf einen illustren Kollegenkreis trifft. So hatte der koreanische Bass Martin Jeaseok Ohu zunächst Luftfahrttechnik studiert, bevor er sich entschied, den Kurs zu ändern und als Opernsänger den Ton anzugeben. Seine Karriere verlief also alles andere als klassisch: Mehrere Jahre lang arbeitete er als Forschungsingenieur. Nun liegt sein neuer Arbeitsplatz im Barmer Opernhaus.

Fernsehzuschauern könnte das Gesicht von Markus Haase bereits vertraut sein: Der Schauspieler stand zuletzt für das ZDF („Heldt“) und RTL („Sekretärinnen“) vor der Kamera. Auch Jochen Langner dürfte treuen Bühnen-Fans bekannt vorkommen. Wer jüngst Blutsauger beobachtet hat, kennt ihn schon: Als Gast-Schauspieler war Langner mit von der Partie, als „Der kleine Vampir“ Wuppertal eroberte.

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