Oberbürgermeister Peter Jung gibt dem Chef-Dirigenten Rückendeckung.

Chef des Sinfonieorchesters: Toshiyuki Kamioka stellte am Freitag in der Stadthalle den Spielplan vor.
Chef des Sinfonieorchesters: Toshiyuki Kamioka stellte am Freitag in der Stadthalle den Spielplan vor.

Chef des Sinfonieorchesters: Toshiyuki Kamioka stellte am Freitag in der Stadthalle den Spielplan vor.

Andreas Fischer

Chef des Sinfonieorchesters: Toshiyuki Kamioka stellte am Freitag in der Stadthalle den Spielplan vor.

Wuppertal. „Wir stehen an Ihrer Seite.“ Es war ein klares Bekenntnis, das Oberbürgermeister Peter Jung gestern mit Blick auf Toshiyuki Kamioka und „sein“ Sinfonieorchester ablegte. Es waren allerdings nicht nur wohlklingende, unverbindliche Worte, die der OB bei der Spielplan-Vorstellung in der Stadthalle formulierte.

Wie die WZ berichtete, hatten sich in den vergangenen Tagen die Ereignisse sprichwörtlich überschlagen. Ein Paukenschlag folgte auf den anderen. Zuerst hatte Remscheids Kulturdezernent Christian Henkelmann im Alleingang erklärt, dass die „Arbeitsgruppe Orchesterfusion“, dessen Vorsitzender er ist, eine Zusammenlegung der Bergischen Symphoniker und des Wuppertaler Sinfonieorchesters vorschlagen werde. Ursprünglich sollte ein Beratungsergebnis erst im Juni – gemeinsam – vorgelegt werden. „Das war ein Vorweg-Preschen, das jeder sachlichen Grundlage entbehrte“, so Jung.

„Wir brauchen die Abstimmung der Wuppertaler mit den Füßen.“

Peter Jung, Oberbürgermeister, betont, dass ein voller Konzertsaal die beste Rückendeckung für die städtischen Sinfoniker ist.

„Als viel schlimmer erachte ich aber, was in Solingen vor sich geht“, sagt Jung mit Blick auf die dortige Kehrtwende: Wie die WZ berichtete, entscheidet der Solinger Stadtrat am 26. Mai über einen Mehrheits-Antrag, der vorsieht, alternative Kooperationsmöglichkeiten auf dem bergischen Kultur-Pflaster zu prüfen. Dies ist ein klarer Rückschritt in der seit Monaten andauernden Diskussion.

Nun soll ein Gespräch der drei Oberbürgermeister für Klarheit sorgen, bei dem am 30. Mai für deutliche Worte gewechselt werden dürften. „Dabei muss geklärt werden, ob es noch eine Grundlage für weitere Verhandlungen gibt“, betont Jung. „Wenn es sie nicht mehr gibt, sind wir kampfeslustig genug, um die Haltung einzunehmen, die die Zukunft unseres Orchesters sichert. Wenn Solingen sagt ,Wir wollen die Fusion nicht’, wird es in Wuppertal auch weiterhin ein Orchester und große Kunst geben.“

Klar macht Jung jedoch jetzt schon, dass auch für den Fall, dass eine Fusion am 30. Mai endgültig vom Tisch ist, Veränderungen, sprich Sparmaßnahmen anstehen: „Wir brauchen deshalb eine deutliche Abstimmung der Wuppertaler mit den Füßen.“

Zittern um die Zukunft: Sinfoniker möchten den 150. Geburtstag feiern

So konnte sich Kamioka gestern der Unterstützung des Oberbürgermeisters sicher sein, sich aber dennoch nicht gänzlich entspannt zurücklehnen. Denn Jungs Bekenntnis hat einen entscheidenden Nachsatz: „Wir stehen an Ihrer Seite und wollen gemeinschaftlich die Probleme lösen.“ Auf Kamioka, seine Musiker und sein Fans warten aufregende Monate – nicht nur mit Blick auf die städtische Finanzlage. Auch das Programm verspricht Paukenschläge: „Von Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion bis zur Europäischen Erstaufführung von Matthew Hindsons Konzert für Orchester und zwei Klaviere schreitet das Orchester eine Zeitspanne von fast 300 Jahren ab“, erklärt Orchesterdirektor Heiner Louis.

Den lautesten Paukenschlag soll es jedoch erst in der übernächsten Saison geben. Aus gutem Anlass: Dann feiert das Orchester seinen 150. Geburtstag – so es die Politik will. » S. 17

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