Der Maler lebt und arbeitet seit fast 20 Jahren in Barmen. Gelernt hat er bei den ganz Großen seiner Kunst.

Porträt
In seinem Barmer Atelier pflegt Maler Udo Dziersk seinen eigenen Stil.

In seinem Barmer Atelier pflegt Maler Udo Dziersk seinen eigenen Stil.

Andreas Fischer

In seinem Barmer Atelier pflegt Maler Udo Dziersk seinen eigenen Stil.

Wuppertal. Dass er sich ausgerechnet in Barmen niedergelassen hat, war durchaus Zufall. Werkstatt, Lagerräume, Hof, Garten und Wohnhaus einer aufgegebenen Schreinerei bildeten das perfekte Ensemble. Hier lebt und arbeitet seit fast 20 Jahren der Maler Udo Dziersk. „Beim Arbeiten muss ich meine Ruhe haben“, sagt er. Und die gibt es.

Im verwunschenen Garten, durch den Eichhörnchen huschen und im weitläufigen Atelier. Großformatige Bilder lehnen an Mauern, kleinere Landschaftsbilder aus Italien und genaue Naturstudien sind in Regale sortiert, penible Bleistiftskizzen hängen an Wänden. Und auf Tischen das Arbeitsmaterial: Pinsel, Stifte, Ölfarben, Terpentin, Tücher. Naturobjekte, Fundstücke und Souvenirs von seinen zahlreichen Reisen, die Büste des Künstlers, von einem Schüler angefertigt, ausgestopfte Vögel und Terrakotta-Figur finden sich zahlreich in den Künstlerbildern wieder.

„Mein Leben kommt mir vor wie eine Collage.“

Udo Dziersk

Udo Dziersk hat einen ganz eigenen Stil entwickelt, er lässt sich nicht in eine „ismus“-Kategorie einordnen. Wie seine Arbeitsweise klingt auch eine Lebensphilosophie: „Mein Leben kommt mir vor wie eine Collage.“ Collagenhaft verbindet er Dinge, die eigentlich nicht zusammengehören, zu einer neuen Ordnung: Immer gibt es Gegenstände oder Figuren und Linien, die verbinden, trennen oder umrahmen.

Das Ganze trägt eine Lasurtechnik, mit der er durch Übermalen Transparenz und Räumlichkeit schafft. Dabei bleibt die Farbigkeit delikat und unaufdringlich. Dziersks Bilder wollen entdeckt werden und bieten dem Betrachter-Auge eine reiche Fülle.

Zu seinen Lehrmeistern zählen Richter, Lüpertz und Baselitz

In Gelsenkirchen wurde Udo Dziersk 1961 geboren – und schon im Gymnasium erkannte man sein Talent und förderte Neugier und Interesse an der Kunst. Er studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Gerhard Richter, war Meisterschüler von Markus Lüpertz. Auch Georg Baselitz und Per Kirkeby haben ihn bei Studien-Aufenthalten geprägt.

 2013 erschien ein ausgezeichneter Werkkatalog: „Udo Dziersk „Just call it Betty´s Bar“ Bilder von 2005-2012, Karlsruhe, ISBN 978-3-941850-44-6.
 

Heute unterrichtet er selbst als Professor in Düsseldorf Studenten im Basisstudium. Daneben bleibt genug Zeit für die eigenen Arbeiten und Reisen, von denen eine demnächst wieder nach China führen wird. In Xi‘an und Peking absolviert er Stipendium und Lehrauftrag parallel – vom Deutsch-Chinesischen Kulturaustausch für Kunst und Design gefördert. „Es lief für mich immer alles optimal, aber ich habe auch viel dafür getan, denn ich bin sehr fleißig und diszipliniert“, sagt er im übersprudelnden Erzählen.

In ganz Deutschland und Europa, in Korea und China hat Udo Dziersk ausgestellt und kann mittlerweile stolze Preise für seine Bilder verlangen. Fatalerweise fehlt ein Ausstellungort noch in seiner Sammlung: Wuppertal.

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