Veldhoven bündelte Sinfonieorchester und Volksbühnenchor zu einer Einheit.

johannespassion
Solisten, Chor und Sinfonieorchester traten unter Leitung des Niederländers Jos van Veldhoven auf.

Solisten, Chor und Sinfonieorchester traten unter Leitung des Niederländers Jos van Veldhoven auf.

Stefan Fries

Solisten, Chor und Sinfonieorchester traten unter Leitung des Niederländers Jos van Veldhoven auf.

Wuppertal. Sänger und Musiker der Johannes-Passion ganz nah zusammenzubringen – das gelang Jos van Veldhoven beim Karfreitagskonzert in der Stadthalle. So platzierte der niederländische Gastdirigent den Chor der Volksbühne direkt hinter dem Sinfonieorchester Wuppertal. Entscheidend aber war, dass er die Stärken der beiden Klangkörper bündelte und sie zu einer souverän agierenden Einheit verschmolz.

Diese Symbiose ließ Chorsätze und Choräle aufblühen. Die emotionale Spannung des Werks – Trauer um den Gekreuzigten, die sich immer wieder mit Freude über seine Auferstehung mischt – stellte das Ensemble beim Eingangschor „Herr, unser Herrscher“ meisterhaft dar. Die dynamischen Steigerungen des Orchesters vollzog der Volksbühnen-Chor (Einstudierung: Thorsten Pech) ausdrucksstark nach.

Eine Explosion in farbiger Mehrstimmigkeit

Auch die Volks-Chöre packten einen. „Bist du nicht seiner Jünger einer?“ explodierte förmlich in seiner farbigen Mehrstimmigkeit. Scharf betonte Phrasen sorgten bei „Sei gegrüßet, lieber Jüdenkönig!“ für ironischen Biss. Dank dieser Artikulationskunst gingen selbst fein gezeichnete Choräle wie „Ach, großer König“ nicht im schnellen Szenenwechsel unter.

Das Niveau von Chor und Orchester konnten die Solisten leider nicht immer erreichen. Gut disponiert zeigten sich die Bassisten. Mit samtigem Bassbariton verlieh Yoo-Chang Nah den Jesus-Worten und Arien gleichermaßen Kontur und Gewicht.

In den Rollen von Petrus und Pilatus überzeugte Hak-Young Lee. Chormitglied Martin Bordewieck, der die Tenor-Partie des Dieners übernahm, brauchte sich hinter den Profis nicht zu verstecken.

Solisten erreichen das Niveau von Chor und Orchester nicht immer

Während Sopranistin Susanna Martin in ihren Arien große Stimmkraft entfaltete, setzte Altistin Lucie Ceralová mehr auf Gesten und Mimik als auf eine differenzierte Gestaltung ihrer Partie.

Die Unsicherheit von Tenor Henning Klocke, der für den erkrankten Marcus Ullmann einsprang, wog schwerer. Er brauchte länger, um sich in die Rolle des Evangelisten einzufinden. Zum Glück fand er im zweiten Teil doch noch den Einklang mit dem Orchester.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer