Isabelle van Keulen brillierte im Sinfoniekonzert, Gabriela Ijac verabschiedete sich als Konzertmeisterin.

Isabelle van Keulen gastierte am Sonntag in der Stadthalle. Dort tritt die Niederländerin heute noch einmal mit dem Sinfonieorchester auf.
Isabelle van Keulen gastierte am Sonntag in der Stadthalle. Dort tritt die Niederländerin heute noch einmal mit dem Sinfonieorchester auf.

Isabelle van Keulen gastierte am Sonntag in der Stadthalle. Dort tritt die Niederländerin heute noch einmal mit dem Sinfonieorchester auf.

Marco Borggreve

Isabelle van Keulen gastierte am Sonntag in der Stadthalle. Dort tritt die Niederländerin heute noch einmal mit dem Sinfonieorchester auf.

Wuppertal. Sonntag durfte sie es noch einmal erleben: Gabriela Ijac betritt kurz vor dem Dirigenten die Bühne, verneigt sich mit geöffneten Armen und nimmt unter dem tosenden Applaus des Publikums am Pult der Konzertmeisterin Platz. Für Ijacs Verabschiedung nach 35 Jahren am ersten Pult des Orchesters überreicht Orchesterdirektor Heiner Louis Blumen und findet anerkennende Dankesworte. Ijac bedankt sich bei ihren Kollegen und auch beim treuen Publikum - und vertraut erneut auf die internationale Sprache der Musik.

Das Orchester stellt sein Japan-Programm vor

Aus dem Beethoven-Mahler-Wagner-Programm der anstehenden Japan-Tournee spielen die Sinfoniker Beethovens dritte Sinfonie "Eroica". Mit Schwung dirigiert Toshiyuki Kamioka die heroischen und klangstarken Parts, nicht ohne zu lyrischem und intensivem Ausdruck durch kontrastreiche Dynamik zu finden. Die Sinfoniker präsentieren sich bestens vorbereitet für das anstrengende Japan-Programm: Die Instrumentengruppen glänzen allesamt mit beseeltem Ton oder ausladender Klangpracht, so dass innewohnende Dramatik oder elegische Ruhe für ein flirrendes Spannungsfeld sorgen. Kamioka agiert mit ganzem Körpereinsatz und vibriert vom Fuß bis in die Haarspitzen im Bann der Musik mit.

Von ganz anderem Charakter ist Beethovens Violinkonzert in D-Dur. Lyrisch, gefühlsbetont und sehr gesanglich ziehen die Sätze vorüber, die Isabelle van Keulen mit ihrer zauberhaft klangprächtigen Violine von Joseph Guarnerius del Gesu (1734) im umwerfenden Spiel gestaltet. Luftig und leicht klingt ihr Instrument in den hohen Lagen. Dem schönen, singenden Ton begegnet das Orchester mitatmend.

Die Solistin glänzt mit geigerischen Finessen

Überhaupt ist viel Gemeinsamkeit gefragt, nicht nur die Virtuosität der Solistin. Die aber ist zweifellos groß: Melodische Bögen zeichnet sie spannungsreich, eilt durch figurative Skalen, zerlegt Akkorde im halsbrecherischen Doppelgriffspiel oder gleitet Tonleiter-Glissandi behände hinab. Kadenzen hat Isabelle van Keulen selbst ausformuliert, denn Beethoven schrieb keine zu seinem Konzert. Auch sie sind gespickt mit geigerischen Finessen - eine leise und rhythmisch-tänzerische Paukenbegleitung schafft bestechende Klangwirkungen. Im finalen Rondo wechseln Soloinstrument und Orchester in raschen Dialogen.

Im "Rundgesang" mit Jagdcharakter und makellos sauber geblasenen Horn- und Holzbläserpartien tändelt das Soloinstrument im leichtgefügten 6/8-Takt und trumpft fröhlich auf. Am Ende gibt es lang anhaltenden, stehenden Applaus für das Orchester, den Dirigenten und die überragende Solistin.

Das Programm wird Montag um 20 Uhr in der Stadthalle wiederholt. Karten: Telefon 569 4444.

Die Konzertmeisterin (Foto: Andreas Fischer) verabschiedet sich nach 35 Jahren. Sie bleibt dem Orchester allerdings erhalten - sie begleitet die Kollegen auf den anstehenden Tourneen.

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