Schauspiel-Premiere im Opernhaus.

Dominique Pitoiset führt zum ersten Mal im Tal Regie.
Dominique Pitoiset führt zum ersten Mal im Tal Regie.

Dominique Pitoiset führt zum ersten Mal im Tal Regie.

Mirco Magliocca

Dominique Pitoiset führt zum ersten Mal im Tal Regie.

Wuppertal. Es gibt nur wenige Theaterstücke, die so bekannt sind, so oft gespielt wurden und doch so mehrdeutig, gar missverständlich sind wie die berühmteste Traumblase, die die Bühnenwelt zu bieten hat. Am kommenden Samstag könnte sie im Opernhaus platzen – im besten Sinne. Denn die Version, die ab dem 15. Juni in Barmen zu sehen ist, soll dem Publikum dramatisch vor Augen führen, dass „Ein Sommernachtstraum“ kein Schenkelklopfer-Stück ist – zumindest nicht in Wuppertal.

„Im Grunde genommen gibt es zwei Lager“, erklärt Dramaturg Sven Kleine. „Die einen denken an Elfen, an eine romantische Liebeskomödie, an eine Tradition, die an Grimms Märchen erinnert. Die anderen folgen einer Lesart, die sich seit den 60er Jahren entwickelt hat. Dabei ist der Wald ein Sinnbild für das Unbewusste, das Dunkle, das Düstere.“

Ein teuflischer Strippenzieher: Thomas Braus spielt Puck

Dominique Pitoiset, der Shakespeares Liebesspiel für die Wuppertaler Bühnen in Szene setzt, gehört eindeutig zum zweiten Lager. Der Franzose sieht den Wald, in dem vier junge Menschen ihre Liebespfeile hoffnungslos aneinander vorbeischießen, nicht als Paradies für romantische Träume, sondern als einen Ort, an dem männliche Willkür herrscht und animalische Begierden ausgelebt werden. „Es geht um die Schattenseiten der Liebe und Erotik“, sagt Kleine. Konkret: „Es geht um Frauen in einer patriarchischen Gesellschaft – um Frauen, die einen anderen Weg gehen wollen, was von den Männern als Bedrohung empfunden wird.“ Für die männlichen Figuren wiederum seien die Objekte ihrer Begierde völlig austauschbar.

Auf Shakespeare-Fans und solche, die es werden wollen, warten deshalb surreale Bilder: Der Wald wird in Barmen zu „einer Chiffre für den Herrschaftsbereich des Mannes“, wie Kleine verrät. „Die Frauen sollen wieder auf die Spur gebracht werden.“ Und das nicht zuletzt durch Puck: Thomas Braus spielt den kecken Kobold, der „viel Teuflisches hat“. Karten für die Vorstellungen am 15., 18., 21. und 29. Juni, jeweils 19.30 Uhr, gibt es im Netz unter

wz-ticket.de

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