Nach einem sehr besucherstarken Jahr plant Tony Cragg für 2017 erneut große Ausstellungen und denkt über neue Konzertformen nach.

Nach einem sehr besucherstarken Jahr plant Tony Cragg für 2017 erneut große Ausstellungen und denkt über neue Konzertformen nach.
Dicke Hose: Erwin Wurms „Big Psycho“ hat Tony Cragg für den Park erworben.

Dicke Hose: Erwin Wurms „Big Psycho“ hat Tony Cragg für den Park erworben.

Die Stahlkonstruktion ist fertig: Die dritte Ausstellungshalle, die ganz oben im Skulpturenpark entsteht, ist auch die größte.

Anna Schwartz, Bild 1 von 2

Dicke Hose: Erwin Wurms „Big Psycho“ hat Tony Cragg für den Park erworben.

Wuppertal. „Es war ein sehr erfolgreiches Jahr“, sagt Tony Cragg. 50 000 Menschen haben den Skulpturenpark in diesem Jahr besucht – das sind 20 000 mehr als in einem durchschnittlichen Jahr. Hauptattraktionen waren die Henry Moore-Ausstellung und die gerade laufende Schau mit den fantastischen Modellstädten von Anne und Patrick Poirier in der mittleren und unteren Ausstellungshalle.

Die neue Halle ganz oben im Park rückt ihrer Fertigstellung näher: Die Stahlkonstruktion ist fertig, laut Geschäftsführer Michael Mader wird demnächst das Glas eingebaut. Im Mai möchte Tony Cragg („Wir sind ja Optimisten“) diese Halle mit einer Ausstellung zum Thema „Stahl“ eröffnen. Ihm schweben dafür Werke von Kollegen wie Anthony Caro, Richard Deacon, Alexander Calder und Richard Serra („Wir versuchen, etwas von ihm zu leihen“) vor.

Die mittlere Halle wird saniert, deshalb gibt es weniger Konzerte

Zum Erfolg des Parks und zur Verankerung in den Besucherköpfen tragen auch die Musik- und Literaturveranstaltungen bei. Im Januar wird es zwei literarische Teezeiten im Café Podest geben, die ersten beiden dieser Saison waren im November rasch ausverkauft. „Filme zur Kunst“ laufen ab Februar an fünf Freitagen um 20 Uhr, auf dem Programm steht unter anderem Laurie Andersons Filmessay „Heart of a Dog“ übers Lieben, Leben und Sterben.

Von Januar bis Ende Februar wird die mittlere Halle saniert – unter anderem, weil der Estrich Risse hat. Diese zweimonatige Schließung wirkt sich unmittelbar aufs Musikprogramm aus: Die Reihe Tonleiter, in der Gerald Hacke und seine Kollegen vom Sinfonieorchester zeitgenössische Musik präsentieren, kann erst am 4. März beginnen mit „Hallelujah Junction – Spiele für zwei Klaviere“. Im März folgen noch zwei weitere Konzerte.

Die Reihe Klangart mit Jazz und Weltmusik muss sich im kommenden Jahr auf drei Wochenenden wahrscheinlich ab Juni beschränken, eventuell mit lediglich zwei Open Air-Terminen. „Keine Sorge, das bedeutet nicht den schleichenden Ausstieg aus dem Musikangebot“, sagt Geschäftsführer Michael Mader. Allerdings bedeuteten Open Air-Konzerte so viel Aufwand und Logistik, dass sie immer einen gewissen Erfolg haben müssten. Zwar sei die Klangart 2016 so gut besucht gewesen wie nie zuvor.

Die Großplastiken von Anne und Patrick Poirier, die auf den Zusammenhang zwischen Architektur und Erinnerung verweisen, sind bis zum 8. Januar in den beiden Hallen im Skulpturenpark, Hirschstr. 12, ausgestellt.

Bis einschließlich Februar öffnet der Park von Fr bis So 10-17 Uhr. Er ist an allen Feiertagen außer dem 24. Dezember geöffnet.

„Doch wir denken darüber nach, wie wir mehr Wandelkonzerte oder etwas in der Art anbieten können – ein kleineres Outdoorformat.“

Tony Cragg hat aber auch erneut ein starkes Ausstellungsprogramm zusammengestellt. In der unteren Ausstellungshalle zeigt er ab 21. Januar Arbeiten des Düsseldorfers Mathias Lanfer, ein früherer Meisterschüler von ihm.

Werke des Konzeptkünstlers Klaus Rinke sind ab 25. März in der mittleren Halle zu sehen. „Es wird wohl eine feuchte Ausstellung“, lächelt Cragg. Schließlich ist Rinke nicht nur bekannt für sein Zeitfeld im Düsseldorfer Volksgarten mit den 24 Uhren auf hohen Pfählen. Vielmehr ist Wasser seit Jahrzehnten sein bevorzugtes Medium für die Darstellung von Zeit und Schwerkraft. Im Sommer folgt ihm in dieser Halle der Düsseldorfer Minimal Art-Künstler Imi Knoebel.

In der unteren Halle stellt Tony Cragg ab 15. Juli Arbeiten des Briten Mat Collishaw aus seiner eigenen Sammlung auf: „Ich habe sie vor längerer Zeit gekauft, aber noch nie zusammengesetzt, weil es so kompliziert ist.“ Im Herbst möchte der Hausherr zwei der verspielten großen Mobiles von Alexander Calder zwei strengen Skulpturen des US-Minimalisten Carl Andre gegenüberstellen – spannend in jeder Hinsicht.

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