Eine Todesnachricht überschattete die Reise nach Italien.

Verena Louis, Ehefrau von Orchesterdirektor Heiner Louis, tritt heute zusammen mit vier Musiker-Kollegen in der Stadthalle auf.
Verena Louis, Ehefrau von Orchesterdirektor Heiner Louis, tritt heute zusammen mit vier Musiker-Kollegen in der Stadthalle auf.

Verena Louis, Ehefrau von Orchesterdirektor Heiner Louis, tritt heute zusammen mit vier Musiker-Kollegen in der Stadthalle auf.

Uwe Schinkel

Verena Louis, Ehefrau von Orchesterdirektor Heiner Louis, tritt heute zusammen mit vier Musiker-Kollegen in der Stadthalle auf.

Wuppertal. Die Nachricht traf die Sinfoniker, als sie nach ihrem Gastspiel in Italien wieder Kurs auf Wuppertal nahmen: "Wir haben auf dem Rückweg aus Mailand vom Tod des Wiener Kollegen am Fuji erfahren und waren erschüttert", sagt Orchesterdirektor Heiner Louis. Denn: "Die Musikerwelt ist klein und einigen Kollegen war der Musiker bekannt."

Wuppertaler sind erschüttert vom
Tod eines Wiener Philharmonikers

Der Schock sitzt tief, zumal die Wuppertaler Sinfoniker vor wenigen Wochen ebenfalls auf großer Japan-Tournee waren und auf ihrer Reise durch das Land der aufgehenden Sonne - zwischen insgesamt zehn Konzerten - selbst immer wieder die Fernsicht auf den Fuji-San genossen.

Einige Wuppertaler Sinfoniker waren sogar nicht allzu weit von der Unglücksstelle entfernt gewesen, an der nun Georg Straka, Kontrabassist der Wiener Philharmoniker, bei einem Wanderausflug tödlich verunglückte: Die Wuppertaler hatten ebenfalls einen freien Tag genutzt, um Japans berühmtestem Berg einen Besuch abzustatten.

Auch wenn die Reise nach Mailand am Ende von der Todesnachricht überschattet wurde, war sie für das Sinfonieorchester "ein großer Erfolg", wie Louis betont. Im mit rund 1600 Besuchern nahezu ausverkauften Sala Verdi del Conservatorio wurden die städtischen Musiker am Ende mit tosendem Applaus und vielen Bravo-Rufen gefeiert. "Sie durften erst nach einer Zugabe in den ,Feierabend’", wie Louis freudig erzählt.

Beim 1. Klavierkonzert von Johannes Brahms hatte das Ensemble zusammen mit dem dem Solisten Aleksandar Madzar überzeugt. Auch die 3. Sinfonie von Ludwig van Beethoven (Eroica) traf den Geschmack des italienischen Publikums, den die Wuppertaler bereits kennen: Das jüngste Gastspiel war nicht das erste und wird auch nicht das letzte sein.

Das zweite Kammerkonzert der Saison geht am Montag in der Stadthalle über die Bühne. Ulrike Siebler (Flöte), Alexander Kortschmar (Violine), Octavia Buzgariu-Fabienke (Viola), Vera Milicevic (Violoncello) und Verena Louis (Klavier) spielen um 20 Uhr im Mendelssohn Saal. Das Quintett interpretiert Werke von Knudage Riisager (Serenade op. 26 b für Flöte, Violine und Violoncello), Sergej Ivanowitsch Taneyev (Streichtrio in D-Dur), Charles Koechlin (Suite op. 55 pour flute, violon, viola et piano) und Gabriel Fauré (Klavierquartett g-Moll op. 45).

Das nächste Sinfoniekonzert beginnt am Sonntag, 14. November, um 11 Uhr im Großen Saal der Stadthalle. Mit dabei sind der Knabenchor der Wuppertaler Kurrende, Dorothea Brandt (Sopran), Thomas Laske (Bariton) und Oliver Stapel (Orgel). Zusammen stellen sie Stücke von Camille Saint-Saëns (Orgelsinfonie) und Gabriel Fauré (Requiem 48) vor.

Karten können unter Telefon 569 4444 bestellt werden. Nähere Informationen zum Wuppertaler Sinfonieorchester gibt es im Netz.

Dass das Orchester unter Toshiyuki Kamioka schon im Mai 2011 wieder im Süden Station macht, ist längst beschlossene Sache. Dann dürfen sich die Mailänder auf das 2. Klavierkonzert von Johannes Brahms und Franz Schuberts 8. Sinfonie freuen.

Nach dem Gastspiel der vergangenen Woche hofft Louis nun auf weitere Einladungen: "Nach dem Konzert haben wir über weitere Termine in 2012 gesprochen und sind zuversichtlich, auch nach dem Konzert im Mai wieder in Mailand zu gastieren."

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