Porträt: Das Ehepaar Bönner glaubt an die Erkenntnis: „Wer laufen kann, kann auch singen.“

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Im Gleichtakt: Matthias und Cornelia Bönner musizieren mit dem Kinderchor.

Im Gleichtakt: Matthias und Cornelia Bönner musizieren mit dem Kinderchor.

Andreas Fischer

Im Gleichtakt: Matthias und Cornelia Bönner musizieren mit dem Kinderchor.

Wuppertal. "Man kann nichts erzwingen, muss lange Wege gehen", lautet das Motto von Matthias Bönner, Kantor der evangelischen Kirchengemeinde Dönberg. Mit seinen langen Wegen ist er weit gekommen: Rund 80 Kinder singen in seinen verschiedenen Chören, dazu kommen rund 60 Sänger im Gospelchor und nochmals 25 in der Kantorei. Tendenz: steigend. Ganze Familien musizieren bei dem Ehepaar Bönner, das schon über eine Kinderbetreuung bei Konzerten nachdenkt.

Begonnen hat Matthias Bönner noch als Kirchenmusik-Student mit dem Kinderchor, den er zusammen mit seiner Frau Cornelia leitet. "Alleine ist man mit 60 Kindern überfordert und das ist unser gemeinsames Hobby." Die Gesamtschullehrerin sorgt für Disziplin, ihr Mann dirigiert und spielt Klavier.

Im Jahr 2000 beendete Bönner dann sein Studium und begann an der Kirchengemeinde Dönberg erst mit einer Dreiviertelstelle Jugendarbeit und Musik. Nach und nach übernahm er immer mehr Aufgaben.

Musik spielte in der Gemeinde schon immer eine große Rolle. Der Posaunenchor wurde bereits 1862 gegründet, inzwischen gibt es ein Nachwuchs-Ensemble und Instrumentalunterricht für Kinder. Ein Blockflötenkreis probt regelmäßig und der Organist Armin Nitsche bedient seit Jahrzehnten die Orgel.

Bönner weitete vor allem den Kinder- und Jugendbereich aus. "Wer laufen kann, kann auch singen", entschied er und gründete die Spatzengruppe für die ganz Kleinen, darauf aufbauend die Stare (Vorschule bis 3. Schuljahr) und den Kinderchor.

Der Kinderchor und die Stare führen am 24. Januar, 15 Uhr, nochmals "Israel in Ägypten" im Gemeindehaus auf.

Zum 40. Geburtstag der Beckerath-Orgel gibt es in der Kirche an der Höhenstraße am Sonntag, 1. Februar, um 17 Uhr ein Konzert mit Orgel und Orchester.

Ein Gospelfestival beginnt am 29. Mai um 20 Uhr in der Erlöserkirche, Stahlstraße, mit einem Jubiläumskonzert zum zehnjährigen Bestehen des Gospelchors. Am Samstag, 30. Mai, werden beim Gospelbuffet von 10 bis 22 Uhr musikalische Häppchen verschiedener Ensembles geboten.

Nach der Konfirmation können die Mädchen (und nun der erste Junge) im Jugendchor "far furore" singen. "Da geht es dann los mit richtiger musikalischer Arbeit." Sehr zuverlässig seien die Jugendlichen, immer hilfsbereit, lobt das Ehepaar, das inzwischen viel Unterstützung bei der Organisation bekommt. "Und das sind große Vorbilder für die Kinder aus dem Kinderchor", betont Cornelia Bönner.

Viel denkt das Paar, das selbst zwei achtjährige Mädchen hat, über neue Formen nach. So gibt es seit einiger Zeit den "Sago", den Samstagabend-Gottesdienst für Jugendliche. Einmal im Monat gestalten junge Menschen den Jugendgottesdienst - mit viel Musik, Bildern, Kerzen und Experimenten.

Wichtig ist Bönner auch die Vernetzung mit anderen Gemeinden. Die Kantorei sang zusammen mit einem Kirchenchor aus Niederberg Buxtehude-Kantaten, und der Gospelchor ist häufig in anderen Kirchen unterwegs. Zu Pfingsten organisiert Bönner in Dönberg das Gospelfestival "Ich bin beGeistert" mit vielen Begegnungen.

Und es sind eine erste Studio-CD und eine Fahrt zum Gospel-Festival nach Juist geplant. Außerdem wurde ein kleines Kinderorchester gegründet. Das Ehepaar hat also schon ein gutes Stück seines langen Weges erfolgreich beschritten und reagiert dabei immer wieder flexibel auf neue musikalische Wünsche aus der Gemeinde.

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