Zupfensemble Wuppertal: In der Pauluskirche gabe es mehrere Premieren auf einmal.

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Das Zupfensemble Wuppertal spielte in der Pauluskirche.

Das Zupfensemble Wuppertal spielte in der Pauluskirche.

Uwe Schinkel

Das Zupfensemble Wuppertal spielte in der Pauluskirche.

Wuppertal. In den 90 Jahren ihres Bestehens haben die Zupfmusiker so manchen Auftritt absolviert. Eine entsprechende Routine und Souveränität strahlte die derzeitige Formation beim Konzert in der Pauluskirche aus. Und das, obwohl doch vieles anders war als sonst.

Erstmals stand das Zupfensemble Wuppertal 1919 auf der Bühne, das Rechtsnachfolger der Elberfelder Mandolinen-Gesellschaft und der Wuppertaler Mandolinen-Gesellschaft ist. Und weil das Gründungsjahr der Elberfelder Mandolinen-Gesellschaft übernommen wurde, stand das "Wunschkonzert", so der Titel des Auftritts, nicht allein unter einem neuen Namen. Gefeiert wurde auch der 90. Jahrestag.

Damit nicht genug. Bevor der erste Ton aus Arno Starcks "Tänzerischer Suite" erklingen sollte, gab es zwei Ehrungen. Sowohl Friedhelm Bangert, der die erste Mandoline spielt, als auch Dirigent Gregor Preute waren im Jugendalter der Formation beigetreten und sind in diesem Jahr seit 50 Jahren dabei.

Dann begann das Jahreskonzert, das - ein weiteres Novum - erstmals an neuer Wirkungsstätte stattfand. Elf Jahre lang war die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche Heimat gewesen, nach deren Schließung wurde die Pauluskirche als neuer Aufführungsort gewählt. Was viele Gäste zu lobenden Worten inspirierte: "Die Akustik ist hier viel besser", hieß es.

Die Musiker hatten ihre Lieblingslieder im Gepäck

Mit allerschönstem Wohlklang wurde also die Stückfolge präsentiert. Sonst wird das Programm vom Dirigenten bestimmt, diesmal waren es die Musiker selbst, die ihre Lieblingslieder ausgewählt hatten. Das sorgte für ein abwechslungsreiches Gemisch. Unterschiedlichste Komponisten von Ruggiero Leoncavallo, Silvan Wagner und Dimitij Schostakowitsch waren so vertreten.

Bernd Ifang beispielsweise hatte sich mit "The Entertainer" von Scott Joplin durchgesetzt, Friedhelm Bungert dagegen konnte mir Mario Maciocchis "Ciel de Sevielle" punkten, und auf Jessica Altmanns Wunsch hin gab es Francisco Tarregas "Recuerdos de la Alhambra".

Jeder Beitrag wurde von den rund 100 Zuhörern gebührend beklatscht. Besonderen Beifall gab es für Silvan Wagners Suite medieval, gewünscht von Mandolinenspieler Florian Salzmann. Später ließ er zusammen mit Solisten-Partner Christopher Esch an der Gitarre die Herzen der Gäste im Tango-Rhythmus schlagen, denn auch der unverwüstliche Astor Piazzolla war akustisch mit von der Partie. Von ihm wurden als "Historie du Tango" drei Stücke dargeboten.

Fazit: So viele Premieren - und alle wurden fein über die Bühne gebracht.

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