Alexander Peiler präsentiert sich beim Solo in der Citykirche als talentierter Vorleser seiner eigenen Texte.

Alexander Peiler präsentiert sich beim Solo in der Citykirche als talentierter Vorleser seiner eigenen Texte.
Alexander Peiler beim literarischen Solo in der Citykirche. Der Schauspieler entführte das Publikum in eine eigene Welt.

Alexander Peiler beim literarischen Solo in der Citykirche. Der Schauspieler entführte das Publikum in eine eigene Welt.

Stefan Fries

Alexander Peiler beim literarischen Solo in der Citykirche. Der Schauspieler entführte das Publikum in eine eigene Welt.

Wuppertal. Das neue Jahr fängt gut an. Jedenfalls für Fans der Reihe „Das literarische Solo“. In der Citykirche Elberfeld zeigte Schauspieler Alexander Peiler – seit vergangenem Jahr Mitglied der Wuppertaler Bühnen – sein Talent als Vorleser eigener Texte.

„So und nich anders. Geschichten von hier“ nennt der 31-jährige seine Sammlung von erzählenden Gedichten und Dialogen. Das „Hier“: ein Dorf in der westfälischen Provinz. Frei erfunden, natürlich. Doch Peiler, aufgewachsen in der Nähe von Ahlen, weiß wovon er spricht.

Gerade für die derbe Sprache der Dorfbewohner hat er ein feines Ohr – und entschuldigt sich vor der Lesung für die Wörter mit „Sch“, die gleich noch kommen. Denn Fluchen ist in seinen Geschichten oft die einzige Möglichkeit, dem täglichen Wahnsinn zu entkommen. Wenigstens für eine kurze Atempause.

Gutes Beispiel ist Malocher Heinz, der wie ein Weltmeister schimpfen kann. Ist ja auch klar. Wenn man „nache Arbeit“ rast und plötzlich ein halbtotes „Viech“ vor dem Autokühler hat. Eine Szene, in die sich der Schauspieler voll einbringt. „Piep! Piep!“ lässt er den imaginären Wecker schrillen, der Heinz aus dem Schlaf reißt. Mit flacher Hand schlägt er auf seinen Vorlesertisch, damit das Ding Ruhe gibt. Und dann die hochtourigen Wortgefechte nach Heinz’ Unfall.

Shakespeares Festnahme

Dabei passieren im Dorf nicht nur Alltagskatastrophen. Immer wieder nimmt das Geschehen eine ungeahnte, ja surreale Wendung. Aus dem Nichts taucht William Shakespeare auf, trägt eines seiner Sonette vor – „und wird später festgenommen“.

Der „Prolog“ beweist, dass Peiler eine poetische Ader hat. Bei der Rückkehr in die alte Heimat findet das lyrische Ich statt Menschen bedrückende Stille vor. „Ich schließe die Tür hinter mir zu/ Und denke noch einmal an das wie es war. Die Zeit. Das Leben. Hier.“

„Das war jetzt ein Test für die großen Hallen“, sagt Peiler nach der Lesung. Alle Texte habe er erst vergangenen Sommer geschrieben. Schmunzeln und Applaus. Eine Zuhörerin schlägt ihm eine Verfilmung vor. „Das könnte ich mir vorstellen.“ Seinen nächsten großen Auftritt hat Alexander Peiler im Theater am Engelsgarten. Bei der „Visitenkarte“ am Mittwoch, 20. Januar, spielt er im Bühnenmonolog „Steilwand“ einen jungen Vater, der vom schlimmsten Ereignis seines Lebens berichtet. Beginn der Vorstellung ist um 19.30 Uhr. Tickets gibt es online.

 

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