Christian von Treskow, ab August 2009 Leiter des Sprechtheaters, setzt seine erste große Oper in Szene.

So sieht’s auf der Bühne aus, wenn sich alles um „Die Zauberflöte“ dreht. Regisseur Christian von Treskow geht schon einmal auf Tuchfühlung mit einem Schwan. Offiziell rückt das Tier erst am Samstag ins Rampenlicht: Die Opern-Premiere beginnt um 19 Uhr im Barmer Opernhaus.
So sieht’s auf der Bühne aus, wenn sich alles um „Die Zauberflöte“ dreht. Regisseur Christian von Treskow geht schon einmal auf Tuchfühlung mit einem Schwan. Offiziell rückt das Tier erst am Samstag ins Rampenlicht: Die Opern-Premiere beginnt um 19 Uhr im Barmer Opernhaus.

So sieht’s auf der Bühne aus, wenn sich alles um „Die Zauberflöte“ dreht. Regisseur Christian von Treskow geht schon einmal auf Tuchfühlung mit einem Schwan. Offiziell rückt das Tier erst am Samstag ins Rampenlicht: Die Opern-Premiere beginnt um 19 Uhr im Barmer Opernhaus.

Uwe Schinkel

So sieht’s auf der Bühne aus, wenn sich alles um „Die Zauberflöte“ dreht. Regisseur Christian von Treskow geht schon einmal auf Tuchfühlung mit einem Schwan. Offiziell rückt das Tier erst am Samstag ins Rampenlicht: Die Opern-Premiere beginnt um 19 Uhr im Barmer Opernhaus.

Wuppertal. Die Nachricht ist Musik in den Ohren jedes Opern-Regisseurs: "Die Zauberflöte" hat noch nicht einmal ihre Premiere erlebt, doch schon sind alle Vorstellungen ausverkauft. Das heißt aber auch: Die Erwartungen sind groß. Zumal Christian von Treskow zum ersten Mal eine Oper an den Wuppertaler Bühnen inszeniert - "meine erste vollgültige Opern-Produktion überhaupt".

Dass der designierte Schauspiel-Intendant ausgerechnet auf Musikalisches setzt, bevor er ab der kommenden Saison im Sprechtheater den Takt vorgibt, mag verblüffen. Auch der 40-Jährige selbst war überrascht, als er von Generalintendant Gerd Leo Kuck erfuhr, was ihm der nächste Regieauftrag bringen würde.

Elena Fink ruft als Rache-Engel
zum Tyrannenmord auf

Mozart soll es also werden. "Und dann auch noch eines seiner schwierigsten Stücke", wie er betont - auch wenn aus dem ersten leisen Seufzen längst lautstarke Begeisterung geworden ist. Ob das Publikum dem Flötenzauber genauso respektvoll erliegt, zeigt sich am Samstag im Opernhaus.

Für den Regisseur ist Mozarts letztes großes Bühnenwerk nicht der erste Gehversuch auf dem musikalischen Parkett: "Bisher habe ich Musiktheater mit singenden Schauspielern gemacht." Nun ist er froh, dass es auch andersherum geht und zum Wuppertaler Ensemble Sänger gehören, "die richtig gut schauspielen können". Elena Fink erklärt er deshalb zur "Königin der Nacht".

Die Sopranistin übernimmt eine Schlüsselrolle: "Auf den ersten Blick erfährt die Figur eine merkwürdige Wandlung - von der besorgten Mutter zum Rache-Engel." Daher hat er zwar manch ausufernde Dialoge gestrichen, aber nicht die Momente, "in denen sie erklärt, warum sie in Hysterie verfällt und zum Tyrannenmord aufruft".

Die Mozart-Oper ist bis heute faszinierend rätselhaft und ermöglicht immer wieder neue Deutungen. Die Fakten sind diese: Prinz Tamino (Dominik Wortig) stürzt auf die Bühne. Weil ihn eine hungrige Schlange verfolgt, fällt er in Ohnmacht. Doch der Jüngling hat Glück: In letzter Sekunde erscheinen drei Damen, erlegen das Ungeheuer und überreichen dem Wiedererweckten das Bild eines Mädchens, in das er sich sofort verliebt.

Für die Königin der Nacht (Elena Fink) soll Tamino die gemalte Schöne, ihre Tochter Pamina (Dorothea Brandt), aus den Klauen des angeblichen Bösewichts Sarastro (Thomas Schobert) befreien. Dabei lernt er, dass gar nicht so leicht zu erkennen ist, wer böse und wer gut ist. Zusammen mit seinem Begleiter, dem Vogelfänger Papageno (Thomas Laske), muss sich der Prinz in Sarastros Kreis der Eingeweihten bewähren und als würdig erweisen.

Tamino hat zum Schutz die Zauberflöte geschenkt bekommen - sie wandelt jede Aggression von Mensch und Tier in Friedfertigkeit um. Ob sie helfen kann, Rettung, Versöhnung und die Zukunft der Liebenden zu sichern? Die Antwort gibt es am Samstag: "Die Zauberflöte" erklingt um 19 Uhr im Opernhaus. Wer eine Karte besitzt, kann sich glücklich schätzen: Wie die Premiere sind auch alle weiteren Vorstellungen bereits ausverkauft.

Weil die Oper 1791, "also zwei Jahre nach dem Sturm auf die Bastille", entstand, möchte von Treskow "die Szenen im Wissen um die politischen Verhältnisse interpretieren", die "Herrschaft der Tugend" thematisieren und den "Obertugendhaften", Bösewicht Sarastro, hinterfragen. Das übrigens mit Kostümen, die "weder historisch noch heutig, sondern in einer anderen Welt angesiedelt sind".

"Es wird keine folkloristische Veranstaltung, ich schwinge aber auch nicht den Regie-Hammer", sagt der Regisseur, für den sich das Ganze schon jetzt gelohnt hat - nicht nur wegen des erfolgreichen Vorverkaufs. "Ich habe das Gebäude, das Ensemble und den Opernbetrieb kennen gelernt. Das war wichtig." Denn auch "sein" Schauspiel-Ensemble wird in den kommenden Jahren im Opernhaus zu Hause sein.

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