Martina Steimer, Chefin des Theaters, sprach mit der WZ über die Treue des Wuppertaler Publikums und über Führungsprobleme.

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Das Rex ist ein Glanzpunkt in Wuppertals Theaterszene. Damit das so bleibt, ist Chefin Martina Steimer (unten) allerdings auf ehrenamtliche Unterstützung angewiesen.

Das Rex ist ein Glanzpunkt in Wuppertals Theaterszene. Damit das so bleibt, ist Chefin Martina Steimer (unten) allerdings auf ehrenamtliche Unterstützung angewiesen.

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Das Rex ist ein Glanzpunkt in Wuppertals Theaterszene. Damit das so bleibt, ist Chefin Martina Steimer (unten) allerdings auf ehrenamtliche Unterstützung angewiesen.

Wuppertal. Es fiel auf in den Wochen vor der Sommerpause: Immer wieder musste das Rex-Theater in den vergangenen Monaten Vorstellungen absagen. "Viele Künstler waren einfach krank", tritt Theater-Chefin Martina etwaigen Spekulationen entgegen. "Wegen schlechtem Verkauf musste ich nur etwa die Hälfte der ausgefallenen Vorstellungen absagen." Dennoch habe das Rex im Gegensatz zur allgemeinen Wirtschaftslage eine ausgesprochen gute Saison hinter sich: "Wir hatten ein unglaublich gutes Jahr."

Die genauen Zahlen sind noch nicht ausgerechnet, aber in den letzten Jahren habe sich der Besuch kontinuierlich gesteigert. Dabei kommt rund die Hälfte der Besucher aus umliegenden Städten. Sogar aus Holland reisen die Gäste an - für den Harfenstar Andreas Vollenweider etwa buchten gleich 35 Niederländer - nicht als Gruppe, sondern einzeln.

"Wir hatten ein unglaublich gutes Jahr."

Martina Steimer über die abgelaufene Spielzeit...

Die Kasse des Rex füllt sich besonders, wenn die Stars der Branche aus alter Verbundenheit hier auftreten, obwohl sie größere Säle gewöhnt sind. Leute wie Volker Pispers, Paul Panzer oder Atze Schröder spielen im Rex häufig Vorpremieren und gleichen damit aus, dass Wuppertaler Künstler die Säle kostenlos nutzen können. "Viele haben hier vor 20 Jahren vor 30 Leuten angefangen", erinnert sich Steimer.

Im Förderverein des Rex sind bekannte Kabarettisten wie Herbert Knebel, Wilfried Schmickler oder Konrad Beikircher vertreten. Dass das Gebäude seit November 2008 als neuen Besitzer den Pianisten René Pretschner hat, wirkte sich allerdings bisher nicht aus, obwohl der Musiker eine engere Zusammenarbeit angekündigt hatte. "Wir haben überhaupt keinen Kontakt", sagt Martina Steimer. Sie blickt lieber nach vorn und schaut dabei auf die Bausubstanz ihres Theaters. Ein Wasserschaden im Winter sei schnell und gründlich beseitigt worden. Wie es sonst mit der Renovierung des 1887 gebauten Hauses weiter geht, bleibt unklar. "Der Brandschutz ist glücklicherweise in Ordnung. Aber die Lüftung ist alt und nicht sehr kräftig." Auch die Stühle aus den 80er Jahren seien teilweise recht mitgenommen.

"Wir haben überhaupt keinen Kontakt."

...und über die Zusammenarbeit mit dem neuen Rex-Besitzer René Pretzschner

In den Sommerferien wollen die Mitarbeiter des Rex-Theaters erst einmal die technische Anlage in Ordnung bringen und neue Kabel legen. Auch die Künstlergarderoben sollen neu gestrichen werden. Neben der Chefin selbst, einer Technikerin und einer Putzfrau gibt es dabei nur 400-Euro-Kräfte und einige sehr engagierte Ehrenamtler. Mancher von ihnen steht jeden Abend als Hobby hinter dem Getränke-Tresen im Rex. Nur so können die deutlich gestiegenen Kosten aufgefangen werden.

Das Rex-Theater hat einen großen Saal mit 507 Plätzen und einen kleinen, der je nach Bestuhlung 73 bis 99 Plätze umfasst. Im Jahr werden 320 Vorstellungen gespielt. Die Stadt zahlt an das Theater jährlich 80 000 Euro Zuschüsse pro Jahr.

"Ich zahle alleine im kleinen Saal 90 Euro an die Musikverwertungsgesellschaft Gema", sagt Steimer. Und obwohl der Kartenverkauf in Wuppertal etwas schleppender ist als in ihrem zweiten Haus, dem Pantheon in Bonn, liebt sie Wuppertal. "Das ist ein wahnsinnig kollegiales Klima hier und unsere Besucher sind einfach phantastisch."

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