Spritzig und witzig: „Beatles an Bord“ mit trällernden Stewardessen.

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Jana Konietzki, Stefanie Pütz und Karolin Hummerich (von links) als temperamentvolle Flugbegleiterinnen in der Revue „Beatles an Bord“.

Jana Konietzki, Stefanie Pütz und Karolin Hummerich (von links) als temperamentvolle Flugbegleiterinnen in der Revue „Beatles an Bord“.

Andreas Fischer

Jana Konietzki, Stefanie Pütz und Karolin Hummerich (von links) als temperamentvolle Flugbegleiterinnen in der Revue „Beatles an Bord“.

Wuppertal. "Liebe Fluggäste! Bitte kontaktieren Sie ein letztes Mal ihre Angehörigen, bevor Sie an Bord gehen." Die Ansage im TiC-Atelier klingt wenig beruhigend, und tatsächlich wird der Flug mit der Airline Jetbaguette in "Beatles an Bord" reichlich turbulent.

Was sich als Handlung ziemlich abstrus anhört, gewinnt durch die drei reizenden Flugbegleiterinnen des TiC rasch an Charme. Der Tank hat ein Leck, der Pilot ist betrunken, das Essen musste am Flughafen Johannes Rau in Wuppertal zurückbleiben.

Kein Problem: Jeanette (Jana Konietzki), Babette (Stefanie Pütz) und Raclette (Karolin Hummerich) sticheln zwar ständig gegeneinander. Sobald es aber darum geht, die "lieben Flugopfer" zu beruhigen, sind sie sich schnell einig. Ein versiert-freundliches Lächeln hierhin, ein paar beruhigende Worte dorthin und spätestens bei den Liedern scheint wieder alles in Ordnung.

Die Beatles-Songs erklingen
rockig, als Salsa oder Gospel

Es sind die bekannten Beatles-Songs, die die drei Damen singen, und es sind sie doch wieder nicht. Manches klingt gewohnt sanft, mit Gitarren- oder Klavierbegleitung; anderes ist in der Revue von Enrique Keil rockig arrangiert oder wird zu Salsa und Gospel.

Nur im harmonisch komplizierten "Nowhere man" haben die Sängerinnen leichte Intonationsprobleme, ansonsten bestechen sie mit guten Stimmen und sicherem Dreiklang. Sie plaudern versiert und ohne den winzigsten Stotterer in französischer Färbung über Männer, Fluggäste und Piloten.

Der Flug dauert gut zwei Stunden mit Pause. Tickets gibt es unter Telefon 47 22 11 oder im Internet.

"Beatles an Bord" wird im Mai wieder am 3., vom 7. bis 10., vom 14. bis 17. sowie am 29. und 30. gespielt. Sonntags beginnen die Vorstellungen um 19 Uhr, sonst um 20 Uhr.

Die unaufdringlichen Choreographien von Dana Großmann passen gut zu den Beatles-Liedern und sind sehr exakt und synchron einstudiert. Für das Innere der Tupolev hat das TiC-Team extra ein Duzend echte alte Flugzeugsitze aus Hamburg erstanden. Iljas Enkaschew baute dazu eine Kabine mit rosa Blümchentapete und altem Tastentelefon zur Kommunikation mit dem Piloten. Und natürlich tragen die Stewardessen hübsche und kurze blaue Uniformen (Kostüme: Kerstin Faber).

Es ist bestechend, wie die Beatles-Texte zu den Situationen im Flugzeug passen. Da wird ein Streit mit dem Lied "Ican do it my way" (ich tue es auf meine Weise) ausgefochten oder die Flugbegleiterinnen stöhnen verzweifelt angesichts ständig neuer Katastrophenmeldungen: "Is there anything I can do?" (Kann ich irgendetwas tun?). Da passt dann auch die melodielose Ansage "Yesterday, all my troubles seemed so far away" (Gestern schienen alle Probleme so weit weg).

Mit dieser ungewöhnlichen Revue, bei der im doppelt besetzten Team auch drei Neulinge "mit an Bord" sind, hat das Duo Ralf Budde / Stefan Hüfner ein weiteres Mal seine Leistungsfähigkeit nicht nur als Regisseur, sondern auch als Leiter eines großen Ensembles bewiesen. Das Stück ist nicht nur spritzig-witzig, sondern passt hervorragend zu den jungen Sängerinnen.

Regie/Stück: 5 von 5 Punkten 

Bühne: 5 von 5 Punkten

Ensemble: 5 von 5 Punkten

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