Regina Advento hat ein ungewöhnliches Stück produziert - und Menschen ihr Glück tanzen lassen.

Menschen ab 40 Jahre tanzten ihre Empfindungen.
Menschen ab 40 Jahre tanzten ihre Empfindungen.

Menschen ab 40 Jahre tanzten ihre Empfindungen.

Andreas Fischer

Menschen ab 40 Jahre tanzten ihre Empfindungen.

Wuppertal. Wie viele unterschiedliche Bilder lassen sich als Seelenstimmungen innerhalb der kurzen Zeit von lediglich 60 Minuten präsentieren! Mit "Zeit des Glücks" hatten Regina Advento, eine der bekanntesten Frauen aus dem Tanztheater Pina Bausch, und Milton Camilo einen überaus assoziativen Tanzabend betitelt. Zwischen Seelensprüngen und von der Gesellschaft aufoktroyiertem Leistungsdruck, zuweilen aufopferungsvoll und immer mit viel Idealismus zeigten bei der Premiere an der Börse Laien ab 40 Jahren, mit welchen individuellen Empfindungen oder Erinnerungen sie sich dem schwer zu definierenden Begriff "Glück" annähren.

Schnell wurde klar: Egal, welche Enthüllungen oder Entdeckungen gemacht wurden, ob als markante Figuren dargestellt oder wie mit bleistiftfeinem, sanften Stil präsentiert - es waren die ganz persönlichen Einlassungen von Veronika Brüggestrath, Volker Fahrney, Alexandra Harth, Michael Hefendehl, Hildegard Krüger, Wolfgang Krüger, Tim Kyttas, Henrike Lambeck, Claudio Li Mura, Viktor Neumann, Bernd Scheffler, Ananda Schulz, Elke Stolze und Lilo Weutscheck.

Zartes Klavierspiel und das Geräusch von verbasteltem Papier bildeten den Soundteppich zum Auftakt. 13 Tänzer knieten konzentriert auf dem weißen Bühnenboden, während im Vordergrund ein Märchen erzählt wurde.

Von einem Lieblingsbuch aus Kindertagen war die Rede und einem traumschönen Vogel. "Als wir erwachsen waren, fanden wir das Buch wieder. Es war kein einziges Bild darin." Auch Verlust und Schmerz wurden als Facetten des Nicht-Glücks gezeigt, ebenso wie Vergänglichkeit und die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt - für die Dinge des Lebens. "Ich habe mein Lachen verloren", wurde erklärt, um am Ende beherzt loszuprusten - oder wie ein Hase gehoppelt, um schöne Erinnerungen an glückliche Tage im Kreise der Familie anlässlich eines Osterfestes darzustellen.

Ein Stück zum Nachdenken, zum Erleben wollten Regina Advento und Milton Camilo erarbeiten. Und so suchten die Tänzer im Füllhorn vergänglicher Zeit Träume und Sehnsüchte, die sie mit Gesichtern, Gesten, Bewegungen und Worten spürbar machten.

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