Jens Kalkhorst bringt die Krimi-Komödie „Phil Noir“ auf die Bühne.

taltontheater
Szene aus „Phil Noir“: Das Stück, zu dem auch Filmeinspielungen gehören, ist am 23. Februar wieder in der Börse zu sehen.

Szene aus „Phil Noir“: Das Stück, zu dem auch Filmeinspielungen gehören, ist am 23. Februar wieder in der Börse zu sehen.

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Szene aus „Phil Noir“: Das Stück, zu dem auch Filmeinspielungen gehören, ist am 23. Februar wieder in der Börse zu sehen.

Wuppertal. Nur langsam und ungnädig nimmt Phil Dick (Patrick Schiefer) die Füße vom Schreibtisch, die Zigarette rührt sich keinen Millimeter in seinem Mund. Die Schöne (Sarah Kocherscheid) wirft sich in Pose, hängt den Handrücken an die Stirn, schmachtet einen Blick über die Schulter auf den Privatdetektiv. Die Ästhetik, die Jens Kalkhorst in seiner Inszenierung der Film-Noir-Komödie „Phil Noir“ darbietet, erinnert mit ihren stark übertriebenen Gesten und häufig eingefrorenen Bewegungen an die Zeit des Stummfilms.

Die Hinterwand in der Börse an der Wolkenburg ist halb weiß, halb schwarz, die Schauspieler des Taltontheaters sind schwarz-weiß gekleidet und geschminkt, und alle Kulissen ordnen sich ebenfalls in die Farbskala der Grautöne ein. Kalkhorst holt mit dieser Ästhetik sehr viel aus seinen Schauspielern heraus. Besonders Patrick Schiefer als heruntergekommener, dem Alkohol und Zigaretten verfallener Privatdetektiv hat jeden Zug seines Gesichts unter Kontrolle.

Fragend zieht er eine Augenbraue hoch oder lässt den Hauch eines Lächelns seinen Mund umspielen. Seine Stimme wechselt zwischen kalt, gelangweilt, rauchig und herablassend. Sarah Kocherscheid stellt dem kokette Gesten, verführerische Angebote, süß formulierte Lügen und aufgeregte Hilferufe gegenüber.

Film-Hommage mit Witz – aber auch mit Längen

Dennis Ellerbrake erntet als Mr. Grossmann einen Lacherfolg. Gerade noch stand er als Polizist O’ Balham auf der Bühne, dann erscheint er als dicker Gangster mit einem mit Kissen ausgestopften Anzug. Sehr witzig ist auch seine Parodie des Mr. Syracuse, der mit kindlicher Stimme zitternd einen Revolver in Händen hält und von Phil einfach kaltgestellt wird.

Doch trotz der hervorragenden schauspielerischen Leistung und vieler witziger Situationen zieht sich dieser Theaterabend. Nur langsam entwickelt sich die Handlung, zu oft werden Worte und Gesten wiederholt. Der Sog des Films funktioniert in der Theaterkulisse trotz einiger Filmeinspielungen nicht so richtig. Am Ende gibt es freundlichen Premieren-Applaus.

Das zweistündige Stück (mit Pause) wird in der Börse, Wolkenburg 100, wieder am 23. und 24. Februar sowie am 8. und 9. April, jeweils 20 Uhr, gespielt. Karten gibt es im Netz.

 

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