Am Freitag gibt die 29-Jährige ihren Einstand als Regisseurin. Ein guter Grund, um vorab über Weichei-Qualitäten, Heimatgefühle und trockenen Humor zu sprechen.

interview
Julia Penner kehrt zurück ans TiC-Theater: Die gebürtige Wuppertalerin, die in Cronenberg einst als Schauspielerin im Rampenlicht stand, führt nun an der Borner Straße erstmals Regie.

Julia Penner kehrt zurück ans TiC-Theater: Die gebürtige Wuppertalerin, die in Cronenberg einst als Schauspielerin im Rampenlicht stand, führt nun an der Borner Straße erstmals Regie.

Andreas Fischer

Julia Penner kehrt zurück ans TiC-Theater: Die gebürtige Wuppertalerin, die in Cronenberg einst als Schauspielerin im Rampenlicht stand, führt nun an der Borner Straße erstmals Regie.

Frau Penner, was reizt Sie am „Macho Man“?

Julia Penner: „Macho Man“ ist ein Stück, das mit viel Humor den Kulturen-Clash zwischen einem deutschen jungen Mann und seiner türkischstämmigen Freundin beleuchtet. Der Autor Moritz Netenjakob schreibt hauptberuflich Drehbücher für Comedy-Formate wie „Anke“ oder „Stromberg“. Da bei ihm Unterhaltung und Qualität zusammenfallen, hat er für seine Arbeit den Grimme-Preis erhalten. Und genau das ist es, was sein Bühnenstück „Macho Man“ auszeichnet: hervorragende Unterhaltung und ein aktuelles Thema, das nah an den Menschen ist.

„Ich mag den Wuppertaler sehr. Er lässt sich keinen Bären aufbinden und schaut genau hin.“

Sie waren früher selbst im TiC-Ensemble aktiv. Nun kehren Sie nach Cronenberg zurück und tauschen die Bühne gegen das Regiepult. Am Freitag feiern Sie mit „Macho Man“ Premiere. Wie erleben Sie den Seitenwechsel?

Penner: Im TiC-Theater habe ich neben dem Kinder- und Jugendtheater meine ersten Erfahrungen mit Bühne und Schauspiel gemacht, die mich ja auch letzten Endes darin bestärkt haben, Schauspielerin zu werden. Ich treffe im TiC Mitspieler von früher, die immer noch in diesem kleinen Theater spielen. Außerdem begegne ich in Cronenberg auch meiner Kindheit, da ich ja tatsächlich in der Borner Straße gewohnt habe. Das weckt Erinnerungen. Ich freue mich sehr, als Regisseurin zurückzukehren.

Sie sind gebürtige Wuppertalerin und hatten nach ihrer Schauspielausbildung in Berlin Engagements in Frankfurt und Konstanz. Was unterscheidet Wuppertaler Zuschauer vom Publikum an Spree, Main oder Bodensee?

Penner: Hier im Bergischen ist der Humor wesentlich trockener. Ich mag den Wuppertaler sehr. Er lässt sich keinen Bären aufbinden und schaut genau hin. Und die ihm unterstellte Sturheit hat auch viel Positives: Wenn er sich entschieden hat, etwas zu mögen, dann bleibt er auch dabei. Das finde ich gut.

Was genau hat das Publikum beim „Macho Man“ zu erwarten?

Penner: Einen Abend über einen jungen schüchternen deutschen Mann mit Weichei-Qualitäten, der sich in eine Türkin verliebt. Dass dies nicht ohne Schwierigkeiten und kuriose Situationskomik abgeht, kann man sich lebhaft vorstellen. Man denke nur einmal an die Antrittsbesuche bei den jeweiligen Elternpaaren. Oder an den ersten gemeinsamen Herrenabend mit Schwiegerpapa und Schwägern in spe im türkischen Männercafé. All das wird in einer frechen One-Man-Show auf amüsante, aber auch hintergründige Weise zum Besten gegeben.

Haben Sie eine Lieblingsszene?

Penner: Oh ja, und zwar gleich mehrere. Obwohl ich den Text jetzt schon zigmal gelesen und gehört habe, gibt es eine Vielzahl von Stellen, die mich immer wieder zum lauten Lachen bringen.

Welche Projekte stehen als nächstes an?

Penner: Direkt im Anschluss nehme ich als Schauspielerin an einer internationalen Produktion teil, die unter anderem in Armenien, Paris und Istanbul aufgeführt wird. Darauf bin ich sehr gespannt. Natürlich freue ich mich auch immer sehr, wenn ich beruflich in meiner Heimatstadt Wuppertal zu tun habe.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer