Beatrice Libonati stellt in der Elberfelder Citykirche aus. Sie hat Freunde und Mittänzer gezeichnet.

In der Kirche in der City sind 30 Porträts von Beatrice Libonati zu sehen.
In der Kirche in der City sind 30 Porträts von Beatrice Libonati zu sehen.

In der Kirche in der City sind 30 Porträts von Beatrice Libonati zu sehen.

Uwe Schinkel

In der Kirche in der City sind 30 Porträts von Beatrice Libonati zu sehen.

Wuppertal. Die Vernissage zu Beatrice Libonatis 30 Porträts war Ausstellungseröffnung und Wiedersehenfest in einem. Denn die Menschen, die die Tänzerin - lange Jahre gehörte sie zum Ensemble von Pina Bausch - mit Bleistift auf Papier gebannt hat, waren diejenigen, mit denen sie im Jahr 2000 ihre legendäre "Kontakthof"-Inszenierung für Senioren ab 65 auf die Beine gestellt hatte.

Erinnerungen an die "Kontakthof"-Inszenierung

"Ich wollte weiter Kontakt mit euch haben. Deshalb fing ich an, euch zu zeichnen", erklärte Libonati, die 1954 in Belgien geboren worden ist, in Italien aufwuchs und heute sowohl in Wuppertal als auch auf einem Bauernhof in Tschechien zu Hause ist. "Es war für mich, als würde ich mit euch sprechen."

Berühmt wurde Libonati als Tänzerin, jetzt sind ihre Porträts in der Kirche in der City Elberfeld zu sehen. Wie inniglich der Verbund bis heute für die Porträtierten mit ihrer Lehrerin und Choreographin ist, zeigten deren Erinnerungen. Auf dem Podium hatten ihr Ehemann Bernd, Jutta Geike und Ernest Martin Platz genommen - drei Protagonisten, die bei der Uraufführung der 65er-Kontakthof-Version mit dabei waren. "Den wahren Wert einer Sache erkennt man oft erst, wenn es vorbei ist", erinnerte sich Martin wehmütig an die gemeinsame Zeit. "Beatrice Libonati wusste uns die notwendige Disziplin beizubringen und unsere verborgenen Talente herauszukitzeln. Es war eine Begegnung mit ungeheuer viel Engagement und Energie."

"Beatrice gab sich nie zufrieden", kommentierte lachend einer der Zuschauer die Zusammenarbeit in der Zeit des Probierens. Und Geike gab zu: "Nach der ersten Probe hab’ ich gedacht, das wird nie was, das war ja eigentlich eine Katastrophe!" Mit viel Fingerspitzengefühl und nicht nachlassender Disziplin ist es der "Grenzgängerin" Libonati gelungen, aus dem anfangs versprengten Haufen eine perfekt zusammenarbeitende Gruppe zu formen.

Bevor die eingefleischte Gemeinschaft sich zur gemeinsamen Betrachtung der Porträts auf die Empore begeben sollte, hatten sie mit Freuden Julia Wolff gelauscht. Die Ensemble-Schauspielerin der Wuppertaler Bühnen trug Gedichte aus Libonatis Bänden "Wir beide" und "Mondgespräche" vor.

Die Porträts sind bis zum 5. März in der Kirche in der City Elberfeld, Kirchplatz, zu sehen - montags bis samstags von 11 bis 17 Uhr.

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