„Zebra, Zecke, Zauberwort“: Jürg Schubiger schreibt über das Alphabet.
„Zebra, Zecke, Zauberwort“: Jürg Schubiger schreibt über das Alphabet.

„Zebra, Zecke, Zauberwort“: Jürg Schubiger schreibt über das Alphabet.

Peter Hammer Verlag

„Zebra, Zecke, Zauberwort“: Jürg Schubiger schreibt über das Alphabet.

Wuppertal. Wolf Erlbruch treibt es auf die Spitze: Wenn eine Maus einen Tisch auf der Nase balanciert, auf dem eine schwarze Katze sitzt, beweist der Wuppertaler Illustrator mal wieder seine spitzfindige Zeichenkraft. Erlbruch spielt mit Stärken und Schwächen, Größenverhältnissen und tierischen Feindschaften.

In seinem "Kinderzimmerkalender 2010" (19,90 Euro) finden sich Gefährten, die ungleicher nicht sein könnten. Einer ist groß, der andere klein - doch zusammen sind die Tiere immer doppelt so interessant. Der 13-blättrige Kalender wird zwar erst im August ausgeliefert, die Vorfreude auf Hund, Katze und Maus jedoch schon jetzt geschürt.

Das Frühjahrsprogramm hat aber noch mehr zu bieten als Erlbruchs zimmerreife Einsichten. Auch Eduardo Galeano ist wieder vertreten. Der Essayist aus Uruguay erzählt "Fast eine Weltgeschichte" (400 Seiten, 22 Euro) - und damit hunderte kleiner Episoden, in denen es von komischen Figuren, Menschen und Göttern wimmelt.

Todernst ist hingegen das Thema von Meja Mwangi ("Big Chiefs"): Der Kenianer, der sich literarisch mit dem Völkermord in Afrika auseinandersetzt, erzählt eine Parabel auf die Gier nach Macht und die Kraft des Mitleids (280 Seiten, 22 Euro).

Afrika und Europa: Ein Leben zwischen zwei Welten

Der Wuppertaler Verlag setzt einmal mehr auf bewährte Spezialgebiete: auf Belletristik aus Afrika und Lateinamerika genauso wie auf Bücher für die kleinsten Buchstabenkenner. Diesmal liefert Jürg Schubiger vergnügte Verse zum Alphabet. "Zebra, Zecke, Zauberwort" heißt das neue Werk des Zürichers. Weil das A und O eines Kinderbuchs aber nicht nur die Texte sind, sondern vor allem auch die passenden Illustrationen nicht fehlen dürfen, zückte Isabel Pin ihren Zeichenstift (32 Seiten, 15,90 Euro).

Auf etwas ältere, aber immer noch junge Leser wartet die "Tochter der Krokodile" (160Seiten, 13 Euro). Marie-Florence Ehret beschreibt Fanta. Das junge Mädchen lebt in Burkina, während ihre Mutter im fernen Paris das Geld für die Familie verdient. Einfühlsam zeigt der Roman die schönen, aber auch schwierigen Seiten eines Alltags zwischen zwei Welten.

Afrika oder Europa - wo findet Fanta ihr Glück? Leser ab zwölf Jahren finden die Antwort in einem Buch, das zugleich eine Brücke zwischen Frankreich und Deutschland baut: Der Text stammt von einer Pariser Autorin, die Optik entstand in Wuppertal. Denn auch bei der "Tochter der Krokodile" hat Wuppertals bekanntester Illustrator seine Hände im Spiel: Den Umschlag ziert ein zweigeteilter Mädchenkopf - eine Zeichnung von Wolf Erlbruch.

Die Spezialisten wagen also wieder einen Spagat zwischen Bilderbüchern und Belletristik, Afrika und Europa - auch aus wissenschaftlicher Sicht. Klimawandel, Weltwirtschaft und Migration: Peter Meyns füllt die Schlagworte mit Fakten zur Globalisierung. Mit Wissenschaftlern, die zur Spitze der deutschen Elite in Entwicklungsfragen gehören, bringt er das "Handbuch Eine Welt" heraus (220 Seiten, 18 Euro).

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