WZ-Interview: Wuppertals Musical-Star probt in Bremen – für „Marie Antoinette“. Der 29-Jährige singt nicht nur auf der Bühne, sondern auch unter der Dusche.

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Neuer Einsatz für Patrick Stanke: Ab dem 30. Januar singt der Wuppertaler neben „Marie Antoinette“ – im gleichnamigen Musical in Bremen.

Neuer Einsatz für Patrick Stanke: Ab dem 30. Januar singt der Wuppertaler neben „Marie Antoinette“ – im gleichnamigen Musical in Bremen.

Tim Ohnsorg

Neuer Einsatz für Patrick Stanke: Ab dem 30. Januar singt der Wuppertaler neben „Marie Antoinette“ – im gleichnamigen Musical in Bremen.

Herr Stanke, auf der Bremer Bühne sind Sie ein schwedischer Edelmann, der in Versailles auf Marie Antoinette trifft und sich in sie verliebt. Wie viel Graf von Fersen steckt in Patrick Stanke?

Patrick Stanke: Graf von Fersen steht für Ehrlichkeit, Gerechtigkeit und wahre Liebe. Er ist die Person, die als Spiegel für das Publikum dient - er spiegelt die wahre Marie Antoinette, denn auch in ihrem steckt ein Mensch mit Herz.

Welche Rolle spielt das neue Musical in Ihrem Leben?

In den vergangenen Wochen bestimmt das ganze Thema mein Leben, und je näher wir der Premiere kommen, umso mehr wird mir die Rolle des schwedischen Graf von Fersen zu eigen. Die Arbeit an der Rolle mit Michael Kunze, Sylvester Levay und dem japanischen Regie-Team ist sehr herausfordernd und interessant. Täglich gibt es neue Herausforderungen zu stemmen, und das schweißt ein Team zusammen. Interessant ist, dass man im Theaterleben auf dem ganzen Kontinent eine Sprache spricht. Die Sprache der Kunst. Der Regisseur ist Japaner und hat natürlich einen Übersetzer, aber im Laufe der Arbeit muss dieser immer weniger übersetzen, denn man versteht sich im Theater weltweit wortlos.

Gibt es eine Lieblingsszene?

Das ganze Stück strahlt vor Lieblingsszenen. Eine wunderschöne Melodie jagt die nächste und wird dann durch tolle Texte und die Inszenierung noch übertroffen. Für mich gibt es auch schöne Momente, zum Beispiel im Garten von Trianon, wenn Graf von Fersen sich entschließt, nach Amerika zu gehen, um den Amerikanern im Kampf für die Unabhängigkeit zu helfen. Es isteine tolle Szene - ein Liebesduett gepaart mit einem Liebesstreit. Aber ich will ja nicht alles verraten...

Sie sind konsequent ihren Weg gegangen und haben sich in die erste Musical-Garde gesungen. Welchen Traum gibt es noch?

Es gibt noch viele Rollen zu entdecken, und in meinem Beruf, selbst in meiner Position, lernt man nie aus. Ich freue mich auf jede Rolle, die da noch kommt. Auch Regieangebote und Film- und Fernsehangebote stehen an, doch ist dafür kaum Zeit, denn Musical-Darsteller ist man zu hundert Prozent und mit dem ganzen Herzen, da bleibt für anderes kaum Zeit.

Welche Musik hören Sie privat im Auto?

Patrick Stanke begann seine Karriere 1996 im Theater in Cronenberg (TiC), das inzwischen TiC-Theater heißt. Nach einer abgeschlossenen Ausbildung zum Chemikanten bewarb sich der gebürtige Wuppertaler an der Bayerischen Theaterakademie August Everding. Mit Erfolg: Seit 2003 ist er Diplom-Musicaldarsteller und auf den großen deutschen Musical-Bühnen zu Hause.

Derzeit bereitet sich der Hunde-Fan auf seine nächste große Rolle vor: Der Langerfelder feiert am 30. Januar Europa-Premiere in Bremen. Mit "Marie Antoinette" geht der 29-Jährige auf Zeitreise. Das neue Stück von Michael Kunze und Sylvester Levay wird bis Mai im Musical Theater Bremen präsentiert.

Ich hab eine Menge Sachen, die ich privat höre: Jamie Cullum oder Michael Buble. Auch Jazz und klassische Musik gehören in meinen CD-Player. Aber gerade im Auto höre ich Musicals. Ich nutze die vielen Fahrten zu den jeweiligen Engagements, um zu lernen. Wenn ich auf dem Weg zu einer Gala bin, lerne ich die Songs und Texte im Auto - auf der Fahrt dorthin.

Singen Sie auch unter der Dusche?

Aber ja, das ist - außer im Auto - meist der einzige Ort, an dem ich in Ruhe nochmal alles durchgehen und ausprobieren kann, ohne dass tausend Leute es hören. Auch ich muss noch manchmal herumprobieren.

Hätten Sie selbst gerne zur Zeit von Marie Antoinette gelebt?

Ich bin eigentlich zufrieden mit der Zeit, in der wir leben. Ich denke, wir haben hier genug zu tun - und unsere Aufgabe. Aber auch in der Marie-Antoinette-Zeit hätte es eine tolle Aufgabe gegeben. Vielleicht wäre ich dort ein Troubadour geworden. Zum königlichen Adel hätte ich sicher nicht gehört - zu viele Pflichten, zu wenig Freiheiten.

In Bremen stehen Sie gemeinsam mit Ihrer Freundin Sabrina Weckerlin im Rampenlicht. Wie ist es, gemeinsam zu arbeiten?

Es ist toll, dass wir auch hin und wieder die Gelegenheit haben, zusammen zu arbeiten, denn das ist manchmal echt nicht leicht, wenn man monatelang in getrennten Städten lebt. Es ist toll, denn sie ist nicht nur meine Freundin, sondern auch eine großartige Kollegin. Ich lerne täglich von ihr.

Wann gibt es wieder einen Auftritt in Wuppertal?

Wir arbeiten im Hintergrund immer wieder an Projekten, die wir im Tal realisieren können - immer, wenn Zeit ist. Auch mit dem TiC-Theater ist der Kontakt eng, und wenn es Luft gibt, wird es wieder was zusehen geben. Aber bis Mitte Mai wird das sicher nichts.

Wie geht es nach "Marie Antoinette" weiter?

Danach geht es mal wieder für die Sommerfestspiele nach Tecklenburg. Auch in diesem Jahr hat die Freillichtspiele ein tolles Stück auf dem Spielplan: "Aida". Da konnte ich nicht nein sagen, auch wenn es heißt, dass der Urlaub wieder kurz ausfällt. Tecklenburg bleibt mir treu, und ich bleibe Tecklenburg treu.

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