Empörung in Remscheid und Solingen.

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Generalmusikdirektor Toshiyuki Kamioka führte seine Sinfoniker mit Hingabe durch den Abend.

Generalmusikdirektor Toshiyuki Kamioka führte seine Sinfoniker mit Hingabe durch den Abend.

Uwe Schinkel

Generalmusikdirektor Toshiyuki Kamioka führte seine Sinfoniker mit Hingabe durch den Abend.

Wuppertal. Der Vorgang ist vermutlich einzigartig in der deutschen Orchesterlandschaft – und vor dem Hintergrund einer möglichen Fusion der beiden großen bergischen Orchester von einiger Brisanz: Offenbar hat Wuppertals Chef-Dirigent Toshiyuki Kamioka bereits im September dafür gesorgt, dass ein vom Sinfonieorchester Wuppertal als Aushilfe bestelltes Orchestermitglied der Bergischen Symphoniker nach der ersten Probe wieder ausgeladen wurde. Nach Informationen unserer Zeitung soll es als Begründung geheißen haben, dass Kamioka aufgrund der derzeitigen politischen Situation keine Aushilfen von den Bergischen Symphonikern wünsche. Wollte er damit womöglich schon beizeiten politisch gewollten Kooperationsbestrebungen einen Riegel vorschieben, wie es aus Remscheider Kulturkreisen vermutet wird? Fakt ist: Die gegenseitige Beschäftigung von Aushilfen ist seit langem gängige Praxis zwischen den beiden bergischen Orchestern.

Bergische Stadt-Chefs fordern Peter Jung zum Handeln auf

Wie die WZ berichtete, sieht ein Gutachten zur bergischen Kooperation im Kulturbereich in der möglichen Gründung eines gemeinsamen Orchesters von Wuppertal, Remscheid und Solingen das größte Einsparpotenzial. Öffentlich vorgestellt werden die von dem Münchner Unternehmen Actori erarbeiten Ergebnisse erst morgen. Unterdessen hat der Vorfall auch zu einem Schriftverkehr zwischen den Stadtspitzen geführt. Remscheids Oberbürgermeisterin Beate Wilding (SPD) und Norbert Feith, Oberbürgermeister von Solingen (CDU), fordern Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung (CDU) in einem gemeinsamen Schreiben auf, ein „deutliches Gespräch“ mit Kamioka zu führen. Und zwar in dem Sinne, dass „er für die Kunst und wir für die Politik zuständig und verantwortlich sind“. Selbstverständlich stehe es Kamioka zu, sein künstlerisches Personal unbeeinflusst auszusuchen. Allerdings müsse deutlich werden, dass eine solidarische Aushilfe der benachbarten Orchester politisch ausdrücklich gewollt sei.

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