Christof Prick dirigierte am Dienstagabend in der ausverkauften Stadthalle.

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Christof Prick sprang in der Stadthalle für den erkrankten Peter Schneider ein: Das Sinfonieorchester begrüßte das neue Jahr musikalisch.

Christof Prick sprang in der Stadthalle für den erkrankten Peter Schneider ein: Das Sinfonieorchester begrüßte das neue Jahr musikalisch.

Uwe Schinkel

Christof Prick sprang in der Stadthalle für den erkrankten Peter Schneider ein: Das Sinfonieorchester begrüßte das neue Jahr musikalisch.

Wuppertal. Am ersten Tag des Jahres war dieses Mal alles anders. Das Neujahrkonzert in der ausverkauften Stadthalle wurde nicht von Chef-Dirigent Toshiyuki Kamioka geleitet, der eingeladene Peter Schneider erkrankte, die übliche Walzerseligkeit fristete ein marginales Dasein.

Aber der Reihe nach: Oberbürgermeister Peter Jung, der das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker im Fernsehen verfolgt hatte, sagte in seiner Ansprache, dass Wuppertal den schöneren Saal und das bessere Orchester habe – das muss er wohl als professioneller Lokalpatriot. Jedenfalls folgten die Orchestermusiker, wenn sie auch nicht immer in gewohnt perfekter Form spielten, dem schwungvollen Dirigat von Christof Prick, der kurzfristig einsprang.

Von Wagner zu Verdi: Eine musikalische Weltreise

Das Programm versprach eine musikalische Weltreise, die in der ersten Programmhälfte mit Richard Wagner in Deutschland begann. Dessen Ouvertüre zu „Rienzi“ enthält alle Stimmungsschwankungen, die auch das neue Jahr bereithalten mag: Düster wogend beginnt die musikalische Geschichte um die Befreiung des Volkes, sanft und heiter klingt der scheinbar gewonnene Frieden, doch dramatisch und chaotisch entwickelt sich das Intrigengespinst um den römischen Tribunen Rienzi.

Ein guter Kontrast dazu war Leonard Bernsteins „Divertimento“ in sieben kurzen Sätzen, in dessen letztem das Orchester wie eine fröhlich lärmende Dorfkapelle daher kam. Neuerlicher Gegensatz: Samuel Barbers herrliches Adagio für Streicher ist Musik, die einhüllt und den Hörer schmeichelnd und melancholisch umfließt – jedoch gestört durch zahlreiche Erkältungsopfer im Publikum. Verdis Ouvertüre zu „Die Macht des Schicksals“ schließlich war wieder eine romantische wie dramatisch sich steigernde Musik.

» Weitere Infos zu den Sinfonikern und ihrem Saisonprogramm gibt es unter

Nach der Pause ging es mit dem „Vergnügungszug“ – als abfahrbereit mit typischer Signalkelle und Tröte aufgerufen – in die heitere Welt der Märsche und Polkas von Johann Strauß Sohn. Mit Folklore-Kolorit dampfte der Zug nach Persien, Ägypten, Russland, Polen und Ungarn. Choreinlagen der Musiker, Glöckchenschellen und feurige Dorftänze sorgten für die kurzweilige Fahrt der zuhörenden Mitreisenden. Die „Dorfschwalben“ von Johann Strauß boten Schwalbengezwitscher, vom Schlagwerker auf dem Wasserpfeifchen gegeben, und „An der schönen blauen Donau“ lud ein zum Mitschwingen und Mitschunkeln. Die letzte der Zugaben musste natürlich der obligatorische „Radetzky-Marsch“ zum Mitklatschen sein.

www.sinfonieorchester- wuppertal.de

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