Wahl-Londoner stellt aus.

Lothar Götz ist zu Gast beim Neuen Kunstverein Wuppertal.
Lothar Götz ist zu Gast beim Neuen Kunstverein Wuppertal.

Lothar Götz ist zu Gast beim Neuen Kunstverein Wuppertal.

Gerhard Bartsch

Lothar Götz ist zu Gast beim Neuen Kunstverein Wuppertal.

Wuppertal. Auf den ersten Blick wirkt es so, als seien die farbigen Flächen auf der Wand chaotisch angeordnet. Schaut man aber genauer hin, entschlüsselt sich einem immer mehr eine hochgradig geometrische Ordnung. „Retreat“ – also Rückzugsort – heißt die Ausstellung, die Lothar Götz beim Neuen Kunstverein Wuppertal präsentiert.

In seiner Kunst beschäftigt sich der in London lebende Künstler vor allem mit Architektur und Raumgefühl. Deshalb hat er auch entscheidende Einschnitte im Ausstellungsraum im Kolkmannhaus vorgenommen. Im Mittelpunkt steht dabei ein zwölf Meter langes und deckenhohes Wandgemälde. Linien verlaufen darin stringent von den Ecken und den Seitenmitten aus, so dass ein Stern entsteht.

Kräftige Farben und eine durchbrochene Symmetrie

In diesem Stern lassen die Kreuzungen der Linien neue Figuren entstehen – und die hat Götz in kräftigen Farben angemalt. „Eigentlich ist die Arbeit sehr symmetrisch. Aber die Symmetrie wird durchbrochen“, beschreibt er sein Werk. Denn nicht alle Linien sind sichtbar – manche enden in der Mitte der Figur. Götz bemalt einige benachbarte Felder gleich, andere in der Farbe des Hintergrunds. Fächerförmig – aus dem Mittelpunkt heraus – ergibt sich so eine gewissermaßen geordnete Unordnung. „Die Idee war, einen Rückzugsort umzusetzen“, sagt Götz.

Die Zeichnung zu dem Wandgemälde entstand in einer Wohnung in Berlin: „Das war in dem Moment mein Rückzugsort.“ Den Ausblick aus dem Fenster und die bunte Fassade des Hauses beeinflussten Götz. Deswegen trägt das Werk auch den Titel „Berlin, Flatowallee 16“.

Durch eine kleine Tür geht es zum großen Wandgemälde

Großen Einfluss auf die Wahrnehmung des Bildes hat auch die Holzwand, die Götz in die Galerie gebaut hat. Sie verläuft schräg durch den Raum. Am Ende befindet sich eine kleine Tür.

Wer die Galerie betritt, muss zunächst durch diese Tür hindurch und blickt so unvermittelt direkt auf das große Wandgemälde – ein beeindruckendes visuelles Erlebnis. „Gleichzeitig ist der Einbau auch als Rückzugsort gedacht.“ Denn er schottet den Betrachter von der großen Fensterfront und der Straße ab.

» Die Ausstellung ist bis zum 27. Oktober im Kolkmannhaus, Hofaue 51, zu sehen – jeweils mittwochs bis freitags von 17 bis 20 Uhr sowie samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr.

www.neuer-kunstverein-wuppertal.de

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