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Stephan Kimmerl bei der Vernissage: Künstler sind aufgerufen, sich an der Ausstellung zu beteiligen.

Stephan Kimmerl bei der Vernissage: Künstler sind aufgerufen, sich an der Ausstellung zu beteiligen.

Andreas Fischer

Stephan Kimmerl bei der Vernissage: Künstler sind aufgerufen, sich an der Ausstellung zu beteiligen.

Elberfeld. Der Titel „Conversations“ der neuen Ausstellungsreihe im Kunstkomplex ist tatsächlich Programm. Denn es gibt nicht nur die äußerst facettenreiche Kunst von Stephan Kimmerl zu sehen. Nein: Die Konversation – der Austausch mit Besuchern und anderen Wuppertaler Künstlern – ist fester Bestandteil der Ausstellung. Bis zum 30. März können Künstler jeder Richtung immer mittwochs ihre Kunst in die Ausstellung mit einbringen. Egal ob Musik, Lesung oder Zeichnung: „Die Interaktion soll dem Projekt Leben einhauchen“, sagt Nicole Bardohl vom Kunstkomplex. Aber auch Kimmerl selbst hat sich mit dem Thema „Conversations“ auseinandergesetzt und festgestellt: „Ohne Kommunikation geht es gar nicht.“ So hat er den Versuch gewagt, seine Auseinandersetzung mit sich selbst und die ihn dabei beeinflussenden äußeren Faktoren in seinen Werken einzufangen.

Dem Ganzen gab er den Titel: „Gespräche mit mir und Selbst“. Dabei zeigt er eine große Vielfalt an Motiven, an Techniken und Materialien. Leinwand, Foto, Kugelschreiber, Aquarell, Skizze, Notizzettel und Installation zeigen seine Interaktion mit der Natur, mit Frauen, Clowns und natürlich mit sich selbst. „Stephan Kimmerl ist eine zusammengewürfelte Person und genauso zusammengewürfelt ist auch die Ausstellung“, sagt Bardohl im positivsten Sinne.

Einige seiner Werke, vor allem Skizzen mit Kugelschreiber, haben einen mystischen, beinah verstörenden Beigeschmack. Dann wieder malt er Ausschnitte aus der Natur auf keine Holztafeln. Mit einer gehörigen Portion Selbstironie macht Kimmerl sich auch selbst zum Mittelpunkt seiner Kunst, beispielsweise in einem Selbstporträt in schummrigem Licht mit Make-up und BH. In einer Videoinstallation lässt er Polaroids seiner Selbstporträts und einiger Werke in einer Schleife hintereinander weg laufen. Und dann ist da noch seine Kunst zum Betreten. Besser gesagt: zum Drin-Sitzen. In einer kleinen Box hat er Tisch, Stuhl, Spiegel sowie Stift und Papier untergebracht. Davor hängt ein schwarzes Tuch. Wer mag, kann sich hineinsetzen und seiner Kreativität freien Lauf lassen – „Conversations“ mit den Gästen. fb

Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 30. März, jeweils dienstags bis freitags von 10 bis 21 Uhr, in den Kunstkomplex-Räumen, Hofaue 54, Eingang Wesendonkstraße 12. An jedem Mittwoch im März können Künstler ab 19 Uhr ihre Kunst in die Ausstellung mit einbringen und sich mit dem Künstler austauschen. Am 13. März findet um 17 Uhr eine Lesung von leidenschaftlichen Eifersuchtsbriefen mit Caroline Keufen statt. Am 19. März gibt Grace Simon um 20 Uhr ein Konzert. Nähere Informationen und Anmeldung: Telefon 3931 2494.

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