Dieter Kreidler geht, Lutz-Werner Hesse kommt. Der neue Chef will das kulturelle Netzwerk ausbauen.

Dieter Kreidler (links) war 13 Jahre lang Dekan. Seinen Nachfolger, Standort-Direktor Lutz-Werner Hesse, kennt er aber schon viel länger –beide Musiker sind seit den 70er Jahren in der Hochschule zu Hause.
Dieter Kreidler (links) war 13 Jahre lang Dekan. Seinen Nachfolger, Standort-Direktor Lutz-Werner Hesse, kennt er aber schon viel länger –beide Musiker sind seit den 70er Jahren in der Hochschule zu Hause.

Dieter Kreidler (links) war 13 Jahre lang Dekan. Seinen Nachfolger, Standort-Direktor Lutz-Werner Hesse, kennt er aber schon viel länger –beide Musiker sind seit den 70er Jahren in der Hochschule zu Hause.

Uwe Schinkel

Dieter Kreidler (links) war 13 Jahre lang Dekan. Seinen Nachfolger, Standort-Direktor Lutz-Werner Hesse, kennt er aber schon viel länger –beide Musiker sind seit den 70er Jahren in der Hochschule zu Hause.

Wuppertal. Der Name ist neu, der Amtsinhaber ebenso, nur die Aufgaben bleiben die alten - auch wenn sich die Rahmenbedingungen geändert haben. Das Schild neben der Bürotür ist deshalb wegweisend: Aus dem Dekan wird ein Geschäftsführender Direktor. Denn der Machtwechsel in der Musikhochschule Köln ist beschlossene Sache: Am Standort Wuppertal hält seit dieser Woche Lutz-Werner Hesse die Fäden, Instrumente und Studenten zusammen.

Erst am Montag wurde er von der sogenannten Standort-Konferenz einstimmig gewählt. Pläne für seine zweijährige Amtszeit hat er aber schon viel früher gefasst - zusammen mit Dieter Kreidler, mit dem er sich bis Ende Februar ein Büro teilt. "Es wird ein sanfter Übergang", kündigt Kreidler an, der das Wuppertaler Kollegium 13 Jahre lang als Dekan anführte und sich am Monatsende in den Ruhestand verabschiedet.

Mehr Kooperationen - aber weniger Zeit zum Komponieren

Sein Nachfolger weiß, was er will: die Kontakte, die Kreidler aufgebaut hat, intensivieren. "Innerhalb und außerhalb des Hauses." Nach dem Umzug an die Sedanstraße blickt Hesse optimistisch zum nahen Opernhaus: Eine Zusammenarbeit mit den Wuppertaler Bühnen steht ganz oben auf der Wunschliste. "Gespräche laufen", sagt der 53-Jährige. "Wir werden in der kommenden Spielzeit an einer Produktion beteiligt sein." Überhaupt eröffnet die Kulturachse Barmen "tolle neue Perspektiven. Wir planen auch mit anderen Kulturinstitutionen Kooperationen."

Direktor nennt er sich, weil die Strukturveränderungen innerhalb der Hochschul-Welt auch namentlich neue Wege ebnen. "Die Aufgaben sind aber gleich geblieben." Mit anderen Worten: Hesse vertritt 200 Studenten und 60 Dozenten nach außen, sitzt in Gremien am Hauptstandort Köln und ist im dortigen Rektorat vertreten - mit einer beratenden Stimme. "Wir haben einen musikpädagogischen Schwerpunkt", betont er. "Dieses Profil möchten wir weiter ausbauen."

Zumal er das Institut aus dem Effeff kennt: Hesse kam 1974 an die Hochschule. "Ich habe mich sofort mit dem Haus identifiziert", sagt er heute. "Mir war gleich klar, dass Wuppertal in der Hochschul-Landschaft etwas ganz Besonderes ist." Klein, aber fein ist der Lehrbetrieb in Barmen - eine Qualität, die Hesse nun als Direktor ausspielen kann. Auch wenn das bedeutet, dass sein persönliches Taktgefühl künftig weniger Freiraum hat, denn die Freude über das neue Amt kann nur eines trüben: "Komponieren kann ich wohl nur noch in der vorlesungsfreien Zeit."

utz-Werner Hesse wurde 1955 in Bonn/Bad Godesberg geboren. Er studierte zunächst Schulmusik und Komposition an der Kölner Musikhochschule, später zusätzlich Musikwissenschaft, Lateinische Philologie und Alte Geschichte an der Universität zu Köln. Ein Jahr lang arbeitete er als Musik- und Lateinlehrer in der Domstadt. Danach zog es ihn als Dozenten nach Wuppertal.

Seit 1984 ist er hauptamtlicher Dozent, heute Professor, an der Abteilung Wuppertal der Hochschule für Musik Köln. Er unterrichtet die Fächer Musikwissenschaft, Musiktheorie und Gehörbildung. Seit dieser Woche ist er Geschäftsführender Direktor am Standort Wuppertal.

1998 wurde auf seine Initiative hin die Bergische Gesellschaft für Neue Musik (BeGNM) gegründet, in der er sich als Vorsitzender engagiert. Die BeGNM richtet seitdem die "Bergische Biennale für Neue Musik" aus. Seit 2004 ist der gefragte Komponist auch Vorsitzender der Konzertgesellschaft Wuppertal. Mehrfach saß er bereits in Jurys von Kompositionswettbewerben, zuletzt beim "2nd International Mandolin Competition" in Osaka/Japan.

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