Die 66-Jährige hat auf und hinter der Kultbühne viel erlebt. Jetzt spielt sie eine alte Dame, die es mit Räubern zu tun bekommt.

Am 29. Januar feiert sie Premiere an der Borner Straße: Gela Banerjee im Bühnenbild zur „Ladykillers“-Produktion.
Am 29. Januar feiert sie Premiere an der Borner Straße: Gela Banerjee im Bühnenbild zur „Ladykillers“-Produktion.

Am 29. Januar feiert sie Premiere an der Borner Straße: Gela Banerjee im Bühnenbild zur „Ladykillers“-Produktion.

Andreas Fischer

Am 29. Januar feiert sie Premiere an der Borner Straße: Gela Banerjee im Bühnenbild zur „Ladykillers“-Produktion.

Cronenberg. Musicalsängerin Evelyn Werner lernte sie kennen, als diese noch zur Schule ging, TV-Star Christoph Maria Herbst während seiner Banklehre, und auch die beiden TiC-Chefs Ralf Budde und Stefan Hüfner erlebte sei bei deren ersten Schritten am Cronenberger Theater.

Gela Banerjee feierte 2009 ihren 20. Bühnen-Jahrestag und blickt auf eine abwechslungsreiche Zeit zurück. "Damals war das alles noch viel amateurhafter", erinnert sich die heute 66-Jährige. Sie kam ans Haus, weil sie ihre drei Töchter zur TiC-Kinder-Schauspielschule fuhr. "Dort traf ich Hansotto Rademacher, mit dem ich vorher zusammen gespielt hatte." Und schon landete sie auf der Bühne, als Frau Striese in der Hans-Richter-Inszenierung von Kurt Goetz’ "Raub der Sabinerinnen".

Einsatz mit Nadel und Faden: Die Schauspielerin nähte auch Kostüme

"Theater war schon immer mein großes Interesse", gesteht die Ronsdorferin. Eine professionelle Bühnen-Karriere schien ihr allerdings abwegig - "bei uns wurden alle Lehrer". Also studierte auch Gela Banerjee Englisch und Französisch, lebte in verschiedenen Städten und kam nach Wuppertal, weil dort gerade die Wohnung ihres Bruders leer stand. "Da hat es mir dann so gut gefallen, dass ich blieb."

Sie lernte ihren Mann kennen, der in Ronsdorf eine chirurgische Praxis betrieb, heiratete, kümmerte sich um die Kinder. Und blieb die ganze Zeit lang dem TiC treu: "Irgendwann kamen sie darauf, dass ich ganz gut nähen konnte." Nun also schuf sie Erdgeister und Schlangenkönig für den "Prinz Mumpelfitz" oder die legendären Schwarz-Weiß-Kostüme für die Loriot-Abende.

Musikalische Hauptdarstellerin: Mrs. Wilberforth spielt mit Gangstern

"Am spannendsten sind Märchenstücke, weil man seiner Phantasie freien Lauf lassen kann", sagt sie. Zusammen mit einer Kollegin kümmert sich Banerjee um den Kostümfundus, der aus allen Nähten platzt. "Die große Kunst ist es, die richtigen Stücke zu behalten" - und bei Bedarf wieder zu finden.

Der Krimi "Ladykillers" nach William Rose hat am Freitag, 29. Januar, um 20 Uhr Premiere. Die nächsten Termine sind am 29. Januar sowie am 5., 7., 12., 13. und 18. bis 21. Februar.

Karten und alle Termine gibt es unter der Rufnummer 47 22 11 oder im Netz unter www.tic-theater.de

Kniffelig wurde es, als sie einen Gehrock für Lehrer Schnauz in der "Feuerzangenbowle" suchte. "Ich habe erst einen auf dem Flohmarkt in Vohwinkel gesehen, der war mir zu teuer. Dann habe ich den Verkäufer in Düsseldorf wieder getroffen - und da hatte er genau den passenden." Ihr schönstes Stück, ein gold-samtblauer Mantel eines mittelalterlichen Historienspiels, prunkt in ihrem Schlafzimmer.

Jetzt steht Banerjee wieder selbst auf der Bühne: Im Krimi "Ladykillers" spielt sie Mrs. Wilberforth, bei der sich ein Räuber-Quartett einquartiert. "Das macht unheimlich Spaß." Zwei alte Weggefährtinnen, Katharina Kranemann und Renate Hinsche, übernehmen die Rollen der Freundinnen im Stück. "Wir mussten sogar unsere alten Blockflöten wieder herauskramen." Denn die alten Damen kommen auf die Idee, mit den Gangstern, die sich als Streichquartett tarnen, zu musizieren. "Das ist Millimeterarbeit mit den Instrumenten-Kästen."

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