Mehr Geld bringt der Oberbürgermeister nicht mit. Vielmehr sollen sich die Gruppen abstimmen.

Damit Müllers Marionettentheater die „Zauberflöte“ und das TiC „Frühstück bei Tiffany’s“ mit Charlotte Reinke zeigen können: Beide Theater bekommen gut 20 000 Euro im Jahr von der Stadt.  Archiv
Damit Müllers Marionettentheater die „Zauberflöte“ und das TiC „Frühstück bei Tiffany’s“ mit Charlotte Reinke zeigen können: Beide Theater bekommen gut 20 000 Euro im Jahr von der Stadt. Archiv

Damit Müllers Marionettentheater die „Zauberflöte“ und das TiC „Frühstück bei Tiffany’s“ mit Charlotte Reinke zeigen können: Beide Theater bekommen gut 20 000 Euro im Jahr von der Stadt. Archiv

Damit Müllers Marionettentheater die „Zauberflöte“ und das TiC „Frühstück bei Tiffany’s“ mit Charlotte Reinke zeigen können: Beide Theater bekommen gut 20 000 Euro im Jahr von der Stadt. Archiv

Andreas Fischer/Martin Mazur, Bild 1 von 2

Damit Müllers Marionettentheater die „Zauberflöte“ und das TiC „Frühstück bei Tiffany’s“ mit Charlotte Reinke zeigen können: Beide Theater bekommen gut 20 000 Euro im Jahr von der Stadt. Archiv

Wuppertal. Groß und bunt ist die freie Theaterszene in Wuppertal: Rund 20 Theater und Initiativen gibt es, die finanziell alle nicht auf Rosen gebettet sind. Mit ihnen möchte sich Oberbürgermeister Andreas Mucke (SPD), bis zu seiner Wahl selbst passionierter Darsteller im TiC, am kommenden Mittwoch, 18. Januar, zusammensetzen, um Perspektiven auszuloten. Bei Amtsantritt hat er den Etat für die gesamte freie Szene „um 20 000 Euro für dieses und nächstes Jahr“ erhöht, weiß aber auch, dass das nicht reicht. Weitere Mittel kann er auch zu dem Theatertreffen nicht mitbringen, stattdessen will er die Zusammenarbeit und Abstimmung verstärken.

Andreas Mucke schlägt einen gemeinsamen Kalender vor

Schließlich habe die freie Szene einen gewaltigen Stellenwert: „Ohne sie und ihre riesige Bandbreite geht es nicht. Das ist Engagement, das die Stadt bereichert. Das zu fördern ist eine Imagefrage für die Stadt.“

Natürlich kennen sich die Theaterleute alle untereinander. Mucke möchte nun einen Prozess anstoßen, dass sie sich gegenseitig auch unterstützen – etwa im Marketing mit einem gemeinsamen Aufführungskalender oder gemeinsame Nutzung von Werkstätten, damit die Kosten sinken.

Auch Kulturdezernent Matthias Nocke (CDU) zieht den Hut vor der Leistung der Theatermacher: „Die freie Theaterszene trägt wesentlich zur Lebensqualität in der Stadt bei.“ Zu dem Treffen am 18. Januar sei auch der designierte Theater-Intendant Thomas Braus eingeladen, um über mögliche Kooperationen im Theater am Engelshaus zu sprechen. Schon in der vergangenen Spielzeit habe es mehr Kooperationen gegeben als je zuvor. In absoluten Zahlen blieben die Aufführungen jedoch überschaubar, weil den freien Theatermachern die Miete für die kleine Spielstätte meist zu hoch ist.

Seit Jahren ist die Förderung von Kultureinrichtungen wegen der Haushaltsaufsicht eingefroren gewesen – jede Änderung hätte zum Wegfall der Mittel geführt. In diesem Jahr öffnen sich immerhin kleine Spielräume. Für die nächste Sitzung des Kulturausschusses im Februar stellte Nocke eine Abstimmung darüber in Aussicht, dass eine weitere Institution eine regelmäßige jährliche Zuwendung bekommt.

Seit 2008 trifft sich der amtierende Oberbürgermeister einmal im Jahr mit der gesamten freien Szene. Andreas Mucke möchte nun zusätzlich ein festes Treffen mit den freien Theatergruppen etablieren. Das erste ist kommende Woche Mittwoch.
 

Denn so bunt die Theaterszene ist, so unterschiedlich ist auch ihre Finanzierung – sprich: Wer bekommt wie viel Unterstützung durch die Stadt oder das Land. Den höchsten Betrag bekommt das Kinder- und Jugendtheater – rund 120 000 Euro insgesamt aus dem Jugendetat der Stadt und vom Land. Das TiC in Cronenberg und Müllers Marionettentheater fördert die Stadt mit jeweils 20 450 Euro jährlich aus dem Kulturetat.

Die meisten anderen Gruppen werden projektbezogen unterstützt – das Taltontheater ebenso wie Wupperspuren. Es gibt aber auch Theater, die nichts bekommen: das Theater im Tanzhaus, das Vollplaybacktheater und die Komödie Wuppertal. Förderung sei bei ihnen ebenso wie beim inklusiven Theater Glanzstoff „kein Thema. Bei uns ist angekommen, dass sie keinen Bedarf haben. Sie kommen gut klar oder haben ein anderes Selbstverständnis“, sagt Monika Heigermoser, die Leiterin des städtischen Kulturbüros.

Kristof Stößel vom Theater im Tanzhaus sagt hingegen: „Es hat geheißen, dass wir keine Förderung bekommen, weil wir mit Profi-Schauspielern und gewinnorientiert arbeiten.“ In anderen Städten sehe man das ganz anders: „Der Hattinger Oberbürgermeister hat uns angesprochen: Wenn wir dorthin ziehen, bekämen wir sofort Unterstützung von der Stadt.“

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