Gerhard Finckh, Direktor des Von der Heydt- Museums, spricht über Monet und die Projekte nach der Ausstellung.

Lange Schlangen vor der Monet-Ausstellung: Sie ärgerten viele Besucher.
Lange Schlangen vor der Monet-Ausstellung: Sie ärgerten viele Besucher.

Lange Schlangen vor der Monet-Ausstellung: Sie ärgerten viele Besucher.

Uwe Schinkel

Lange Schlangen vor der Monet-Ausstellung: Sie ärgerten viele Besucher.

Wuppertal. Die Monet-Ausstellung ist nicht nur ein großer Erfolg. Sie ist auch ein großer Kraftakt. Nun ist es nicht so, dass Gerhard Finckh das Ende der spektakulären Sonder-Schau regelrecht herbeisehnt. Auf die Zeit danach, in der es im Von der Heydt-Museum "hoffentlich etwas ruhiger wird", freut sich der Direktor aber schon.

Zumal sich in die Loblieder auch kritische Misstöne gemischt haben. Während das Museumsteam einen Besucherrekord nach dem anderen melden konnte, klagten Besucher gerade zu Anfang immer wieder über zu lange Wartezeiten. Finckh sieht es inzwischen so: "Ich habe lange darüber nachgedacht, bin aber zu dem Schluss gekommen, dass wir nichts falsch gemacht haben."

"Mehr ist nicht machbar."

Gerhard Finckh, Direktor, auf die Frage, ob das Museum während der Monet-Ausstellung auch montags öffnen sollte.

Zwischenzeitlich wurde reagiert: Eine feste Anzahl an Karten konnten Monet-Fans per Internet reservieren - das geht nun nicht mehr, weil das Kontingent ausgeschöpft ist und die Internet-Karten schnell vergriffen waren. Auch organisierte Rundgänge können nicht mehr gebucht werden: "Mehr als 5000 Führungen schaffen wir nicht", erklärt der Direktor.

Und was sagt Finckh zu denen, die darauf drängen, dass das Museum für Monet auch montags öffnen soll, um dem Andrang gerecht zu werden? "Ich kann kein zusätzliches Personal finanzieren - und meinen Mitarbeitern andererseits nicht zumuten, dass sie jetzt an sieben Tagen pro Woche arbeiten sollen. Die Ausstellung ist jetzt schon eine sehr große Anstrengung für unser Haus. Mehr ist nicht machbar."

185.000 Gäste hat das Team bisher begrüßt. "An einem Sonntag ging die Warteschlange sogar bis zum Tunnel am Bahnhofseingang." Finckh staunt jetzt noch, als er es erzählt. "Meine Mitarbeiter haben den Letzten in der Schlange dann gesagt, dass das Warten an diesem Tag leider keinen Sinn mehr macht."

Denn Karten gibt es nur noch an der Tageskasse - auch wenn Einzelne immer wieder versuchen, an ihr vorbeizukommen. "Wir haben unendliche viele Anrufe und Mails zu beantworten. Da werden Führer genannt, bei denen sich Gäste bedanken. Es gibt aber auch Beschwerden, weil Besucher kritisieren, dass keine Schirme bereit standen, als sie bei schlechtem Wetter draußen warten mussten." Vor allem aber melden sich Interessenten, "die einen Sonderweg suchen und die Schlangen umgehen möchten". Ganz nach dem Motto: "Meine Mutter ist 90 - die kann nicht so lange anstehen."

Prominente wie Norbert Lammert oder Hilmar Kopper als Gäste

Auch prominente Monet-Fans klopfen regelmäßig an die Tür des Direktors. Geigerin Anne-Sophie Mutter war von Monets Bildern genauso begeistert wie Bundestagspräsident Norbert Lammert. Auch Hilmar Kopper, Ex-Chef der Deutschen Bank, ließ sich durch die Ausstellung führen. "Die meisten kommen aber inkognito und wollen in Ruhe die Bilder genießen", sagt Finckh.

Entsprechend stolz sagt der Direktor: "Die Ausstellung ist rundum ein großes Vergnügen. Wir sind glücklich über die Resonanz." Und die Beschwerden? "Wir haben die Kritik gerne angenommen, werden es aber in Zukunft genauso machen." Die Zukunft beginnt mit Pierre Bonnard, der als Magier der Farbe gilt. Ob der Franzose den Titel wirklich verdient hat, zeigt sich ab dem 14. September am Turmhof.

Plakate und Flyer sind bereits im Druck - wie bei Monet wird auch für Bonnard in Gelb geworben. Denn Finckh setzt auf Kontinuität: "Wir wollen so etwas wie eine Von-der-Heydt-Identität schaffen." Zumal die Werbeoffensive diesmal wohl nötiger sein wird, da "Bonnard keinen solchen Bekanntheitsgrad wie Monet hat". Für Finckh persönlich heißt das: Zwar dürfte es dann vermutlich weniger Gäste, aber etwas mehr Ruhepausen geben.

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