Folk, Rock, Jazz: Der Musiker probt mit den Kollegen von der Makoge fürs Konzert.

Porträt
Mike Marshall mit Makoge-Mitgliedern und seinem Mandoloncello.

Mike Marshall mit Makoge-Mitgliedern und seinem Mandoloncello.

Andreas Fischer

Mike Marshall mit Makoge-Mitgliedern und seinem Mandoloncello.

Mike Marshall rockt. Schon wenn der Amerikaner in seiner Wahlheimat Wuppertal nur mit der Mandolinen-Konzertgesellschaft (Makoge) probt, wird die Aula des Gymnasiums Bayreuther Straße zu seiner Bühne.

Denn Marshall dirigiert das Zupforchester nicht vom Notenpult aus. Lieber spielt er mit auf seiner schnittigen Mandoline oder seinem Favoriten, dem gitarrengroßen Mandoloncello. „Damit kriege ich den besten Sound im tiefen Register hin. Bis hin zu schweren Funkgrooves wie bei James Brown.“

Musik kommt nicht aus den Noten, sondern aus dem Körper

Er geht nah an seine Kollegen ran, hört zu, spielt vor und feuert lächelnd an: „Great!“ Das gehört dazu: „Die Musik steckt nicht in den Noten, sie kommt direkt aus deinem Körper.“ „American Mandolin“ heißt das Programm, das Mike Marshall mit der Mandolinen-Konzertgesellschaft und ihrem Dirigenten Detlef Tewes am Sonntag in der Stadthalle spielt. Es bietet einen Querschnitt durch das 40-jährige Schaffen eines Vollblutmusikers, der in vielen Stilen zuhause ist: Folk, Rock, Jazz, Klassik, brasilianischem Choro. Sein Multi-Talent bewies er 2014 auch bei einer CD-Produktion mit dem renommierten „Turtle Island Quartet“: Das Album wurde für den Grammy 2015 nominiert.

Dass es Marshall ausgerechnet ins Tal verschlug, liegt an Caterina Lichtenberg, Mandolinistin und Professorin an der Musikhochschule Wuppertal. 2007 liefen sich beide beim „Mandolin Symposium“ im kalifornischen Santa Cruz über den Weg. „Was soll ich sagen? Als wir uns das erste Mal sahen, hat es sofort gefunkt.“

Inzwischen lebt Marshall, der seinen Lebensunterhalt vor allem mit Online-Mandolinenkursen verdient, mit Frau und zwei kleinen Töchtern in einer Wohnung am Botanischen Garten. An Wuppertal gefällt ihm besonders die vielseitige Musikszene. „Es gibt das Opernhaus, es gibt das Sinfonieorchester. Und wenn ich Jazz oder Latin Music hören will, gehe ich ins Café Ada.“

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