Müllers Marionetten-Theater spielte zur Grieg-Musik in der Stadthalle.

Wuppertal. Dieser Peer Gynt hat ein wunderbares Bett: Riesig breit bauschen sich die schwarzen Kissen vor dem Wuppertaler Sinfonieorchester in der Stadthalle auf. Verschlafen erhebt sich Siegfried W. Maschek aus den Federn.

"Hallo Schlafmütze", begrüßen ihn die Kinder sofort. Und munter beginnt dieser Peer Gynt mit der roten Mütze auf dem Kopf von seinen wunderbaren Träumen zu erzählen. Dazwischen holt er mal eben seine Mutti hervor: eine grob angedeutete Kissen-Frauenfigur.

Das Ehepaar Weißenborn, Inhaber von Müllers Marionetten-Theater, hat eine sehr witzige und kindgerechte Fassung der beliebten Suite von Edvard Grieg geschaffen. Es werden keine Kämpfe ausgefochten und es geschehen keine unheimlichen Dinge. Doch Abenteuer erlebt Peer Gynt natürlich reichlich. Flugs türmen Ursula und Günther Weißenborn die Kissen zu Bergen auf, und eine kleine Peer-Puppe erklimmt das Gebirge.

Wilde Tänze rund um Peer Gynt: Bei der Zugabe springen die Trolle

Zart und durchsichtig spielen die Sinfoniker unter Leitung von Florian Frannek - mit gut intonierten und tonschönen Holzbläsern. Die Bratschistin Hikaru Moriyama stellt sich sogar für ihr Solo ganz vorne an die Rampe. Und dann kriechen die Trolle hervor. Grün, gelb oder rot sind sie, die Köpfe groß und rund wie Samtkissen, mit Wuschelhaaren, Glubsch-Augen und zwei Füßen unten dran.

Sie lugen hinter den Bergen hervor und hüpfen Peer Gynt auf die Schulter. Einen wilden Tanz gibt das, und plötzlich verschwinden alle Trolle. Einen Moment lang wird es traurig, als Peer Gynts Mutter stirbt, und schon schwärmt Maschek wieder mit seiner ansteckenden Begeisterung von seinen Abenteuern. Wobei sich die einstündige Aufführung in der fast ausverkauften Stadthalle auf die Trolle konzentriert. So passt es, dass die Trolle zur Zugabe noch mal munter um Peer Gynt herumspringen.

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