Alte Meister und neue Entdeckungen

Lucas Cranach (der Ältere) malte das Bild „Kurtisane und Greis“ um 1530....
Lucas Cranach (der Ältere) malte das Bild „Kurtisane und Greis“ um 1530....

Lucas Cranach (der Ältere) malte das Bild „Kurtisane und Greis“ um 1530....

...Théodore Géricault porträtierte Mustafa in der Zeit zwischen 1819 und 1821. Beide Werke werden 2013 im Von der Heydt-Museum zu sehen sein.

Musée des beaux-arts et d’archéologie / Charles Choffet, Bild 1 von 2

Lucas Cranach (der Ältere) malte das Bild „Kurtisane und Greis“ um 1530....

Wuppertal. Noch gehört das Von der Heydt-Museum Peter Paul Rubens – und allen, die den Meister barocker Formen feiern möchten. Bis zum 28. Februar beweisen Leihgaben aus aller Welt, dass es der Künstler (1577-1640) nicht nur mit vielen bürgerlichen Fans, sondern auch mit Königen, Fürsten und den bedeutendsten Heerführern seiner Zeit zu tun hatte.

Dabei ist das Rubens-Fieber längst in der Gegenwart angekommen: Mehr als 50 000 Besucher haben die Wuppertaler Ausstellung bereits bewundert – und dabei erfahren, dass der kreative Netzwerker nicht nur Maler war, sondern auch als Politiker und Diplomat Farbe bekannte.

Doch nicht nur die große Rubens-Hommage lohnt eine genaue Betrachtung. Das Jahr 2013 hält weitere künstlerische Höhepunkte bereit – von Dürer bis Goya, von Cranach bis Tizian.

Den „Himmel auf Erden“ finden Museumsbesucher im zweiten Stock

Doch der Reihe nach: Im Anschluss an die große Rubens-Ausstellung ordnet sich das Von der Heydt-Museum neu. Im Zwischengeschoss zeigt Direktor Gerhard Finckh Höhepunkte aus der eigenen Sammlung: Im ersten Stock wird vom 14. April bis zum 1. September eine Auswahl der „Alten Meister“ – von Dürer bis Goya – präsentiert. In der zweiten Etage wird zeitgleich der „Himmel auf Erden“ zu finden sein. Dahinter verbirgt sich Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert – wobei der Blick vor allem auf die Neuerwerbungen der vergangenen Jahre gelenkt werden soll.

Was die Besucher des Von der Heydt-Museums vom 15. Oktober 2013 bis zum 23. Februar 2014 erwartet, liest sich wie ein Stelldichein unvergessener Welt-Stars. Cranach, Dürer, Tizian, Rubens, van Dyck, Rembrandt, Fragonard, Goya und Géricault lassen grüßen: Sie alle werden am Turmhof vertreten sein.

Das Von der Heydt-Museum besitzt eine der reichsten Sammlungen Deutschlands. Zu den Schwerpunkten gehören Gemälde der niederländischen Kunst aus dem 16. und 17. Jahrhundert, aber auch Malerei und Graphik aus dem 19. Jahrhundert mit hochkarätigen Bildern des Impressionismus. Außerdem ist die Malerei des 20. Jahrhunderts – speziell der Expressionismus – mit herausragenden Werken vertreten. Die umfangreiche Sammlung entstand durch Ankäufe sowie reiche Stiftungen und Schenkungen aus der Bürgerschaft. Sie umfasst 3000 Gemälde, 400 Skulpturen und 30 000 Arbeiten auf Papier. Nähere Infos gibt es unter Telefon 563 6231.

Der „rote Faden“ des malerischen Gipfeltreffens ist das aktuelle Zuhause der Meisterwerke: Die Gemälde und Zeichnungen stammen aus dem Musée des Beaux-Arts im französischen Besançon – genau genommen aus der Sammlung Gigoux.

Eine Premiere: Die Sammlung Gigoux wird erstmals in Deutschland gezeigt

Der Mann, der die Sonderausstellung überhaupt erst möglich macht, war selbst Künstler. Jean Gigoux (1806-1894) hat nicht nur als Maler und Zeichner Akzente gesetzt, sondern vor allem auch als Sammler die Kunstwelt bereichert. Da seine eigenen Arbeiten gefragt waren, sammelte der Franzose ein solches Vermögen an, dass er auch fremde Kunstschätze um sich scharen – sprich kaufen – konnte.

Das Team des Von der Heydt-Museums schwelgt denn auch in heller Vorfreude: „Wir zeigen die außergewöhnlichen Meisterwerke dieser umfangreichen Sammlung zum ersten Mal in Deutschland.“ Eine Premiere, die ein wahrer Blickfang werden soll: „Das Besondere an der Sammlung ist, dass sie mit dem geschulten Blick des Malers, des Fachmanns, zusammengetragen wurde und so das Beste aus der Geschichte der Kunst vereint.“

Auch in der Von der Heydt-Kunsthalle weiß man den Reichtum und die Vielfalt renommierter Kunstsammlungen zu schätzen. So sind „Liebe, Tod und Teufel“ noch bis zum 3. Februar in Barmen vereint – in der Sammlung Mairet, die am Geschwister-Scholl-Platz zu Gast ist.

Tatjana Valsang und Sven Drühl stellen in Barmen aus

Als Forum für moderne Kunst war die Barmer Dependance des Museums schon im vergangenen Jahr für so manche Überraschung gut. Ab dem 3. März wird sie von einer Wuppertaler Künstlerin als Bühne genutzt: Tatjana Valsang, die an der Düsseldorfer Kunstakademie als Meisterschülerin bei Dieter Krieg studierte, inszeniert abstrakte Malerei auf großformatigen Leinwänden. Die Ergebnisse sind bis zum 26. Mai zu sehen.

Auf Tatjana Valsang folgt Sven Drühl – der Maler bringt ab dem 8. September moderne Landschaften zum Blühen.

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