Das graue Wetter erzeugte bei der Reihe WechselWirkungen eine romantische Atmosphäre.

Das verwunschene Areal, um den nicht minder märchenhaft entrückt anmutenden Von-der-Heydt-Turm mag selbst bei Sonnenschein schon recht starke romantische Rührungen wecken. Doch bei schaurig grauem Wetter, wenn das Klamm des feuchten Waldes seinen modrigen Duft verbreitet, hat die Königshöhe wahrhaft Potenzial für einen klassischen Schauerroman. Nun um jene romantische Assoziationen, geht es auch dem Förderverein historische Parkanlagen Wuppertal e.V. bei ihrem Projekt WechselWirkungen. Die Reihe, die durch den Dialog zwischen Musik, Wort und Natur den Sinn für die jeweils im Fokus stehende Grünanlage schärfen will, hatte diesmal eben diesen märchenhaft verzauberten Flecken Wuppertals um den Von-der-Heydt-Turm zum Rahmen gewählt.

Bereits bei der ersten Veranstaltung dieser Art im Von-der-Heydt-Park bewies man ästhetisches Gespür mit einem überaus durchdachten Konzept. Diesmal allerdings machte gerade das schaurige nasse Wetter den Veranstaltern das Leben schwer. Auf insgesamt sechs Stationen wollte man sich künstlerisch den Weg bis zum Turm bahnen. Doch in Anbetracht der Wetterlage kam es anders. Einzig und allein der Bereich unmittelbar am Turm schien sicher genug – mit nüchternen Zelten leider etwas entromantisierend vor Regen geschützt – um den Musikern zumutbar zu sein. Doch davon ließen sich weder Publikum – trotz Wetter durchaus zahlreich und besten auf Schlamm und Nass eingestellt – noch die Künstler schrecken. Man stellte das Programm um, wobei man die Reihenfolge eigentlich ja auch so hätte lassen können und präsentierte sich zu Füßen des Turms. Der selbst wurde zudem als besonderer Akzent genutzt, wenn etwa Worte, Gesang oder Oboenklang aus seinen Luken und Fenstern schallte.

Ein reizvolles thematisches Gemisch präsentieren Krisztián Palálgyi, Akkordeon, Laura Perez Padilla, Oboe, Ivan Petricevic, Gitarre, Annette Robbert, Sopran, die Rezitatorin Caroline Keufen und Live Videos von Wolfram Lamparter. Den Fokus auf Hildegard von Bingen und Else Lasker-Schüler – die deutsch-jüdische Dichterin ist übrigens 1869 in Elberfeld geboren – richtend, entzückte man mit Tiefgang, aber durchaus auch so manchem Augenzwinkern.

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