Die Monet-Ausstellung wird der Höhepunkt des Jahres. Auch Sammler und niederländische Künstler rücken ins Blickfeld.

Wuppertal. Das Jahr 2009 wird ein ganz besonderes - rein malerisch betrachtet. Im Von der Heydt-Museum herrscht deshalb dreifache Vorfreude. Nicht nur Claude Monet wird mit Spannung erwartet. Auch niederländische Künstler und Wuppertaler Sammler sollen ihre Spuren am Turmhof hinterlassen.

Denn Kunst kennt keine (zeitlichen) Grenzen: Die drei Ausstellungen, die mit Hochdruck vorbereitet werden, spannen einen Bogen vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

Privat: Wuppertaler Sammler
der Gegenwart

Ohne privates Engagement wäre das Museum am Turmhof nicht da, wo es heute steht: Der Einsatz von Sammlern und Förderern hat in Wuppertal eine besondere Tradition - seit den ersten Ausstellungen der Expressionisten vor 100 Jahren. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Wuppertal erneut zu einem der wichtigsten Zentren der Kunstszene.

Welche Impulse vor allem von der legendären Galerie Parnass ausgingen, zeigt die Ausstellung "Privat - Wuppertaler Sammler der Gegenwart". Vom 8. März bis zum 24. Mai werden bedeutende Sammler vorgestellt. Dazu gehört Rolf Jährling (1913-1991), der die Galerie Parnass 1949 im kriegszerstörten Wuppertal gründete, dazu zählt vor allem auch Bazon Brock, der aus seiner privaten Sammlung zeitgenössische Werke als Leihgaben beisteuert.

Freiheit, Macht und Pracht:
Niederländische Kunst

Am 21. Juni beginnt eine Zeitreise: Bis zum 23. August dreht sich im Museum (fast) alles um niederländische Kunst aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Dafür bürgen Namen wie Rembrandt und Rubens, Brueghel und Ruisdael. Ihre Kunstwerke sprechen zwar für sich, sie sollen aber trotzdem nicht einfach nur nebeneinander stehen: Hinter der Ausstellung steckt die Idee, der Geschichte der Niederlande wieder aufleben zu lassen. Ein Blick auf die Meisterwerke soll helfen, Glaubenskonflikten, Handelsinteressen und politischen Fehden auch heute noch auf die Spur zu kommen.

Claude Monet: Der große Überblick

2001 zeigte die Hypo-Kunsthalle München "Claude Monet und die Moderne". 2005 präsentierte die Kunsthalle Bremen "Monet und Camille". 2006 konzentrierte sich die Staatsgalerie Stuttgart auf Monets "Felder im Frühling". Aber das Gesamtwerk "ist in Deutschland wohl noch nie gezeigt worden", wie es im Von der Heydt-Museum heißt.

Wuppertal will daher Akzente setzen: Geplant ist eine Überblicks-Ausstellung, die von der Jackstädt-Stiftung unterstützt wird. Nach der Renoir-Schau (2007/08) soll Monet der nächste große Zuschauermagnet werden.

Als sich Claude Monet 1890 in Giverny niederließ und seinen Garten mit dem berühmten Seerosenteich anlegte, eröffnete er nicht nur den eigenen Augen neue Möglichkeiten - sondern der ganzen Kunstszene gleich dazu. Aus den Spiegelungen der Umgebung im Teich entstanden Bilder, die bis heute Rätsel aufgeben.

Welche Pflanzen, Blumen und Blüten befinden sich tatsächlich in dem Teich, welche spiegeln sich nur darin? Wo ist oben, wo unten? Wer sich - bildlich gesprochen - auf den Kopf stellen will, hat dazu ab dem 11. Oktober Gelegenheit und fast fünf Monate Zeit: Bis zum 28. Februar 2010 zeigen 100 Arbeiten, weshalb der Franzose als bedeutendster impressionistischer Künstler (Kunst-)Geschichte schrieb.

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