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Karin Putsch-Grassi und Jennifer Donner (r.) stellen aus.

Karin Putsch-Grassi und Jennifer Donner (r.) stellen aus.

Andreas Fischer

Karin Putsch-Grassi und Jennifer Donner (r.) stellen aus.

Wuppertal. Keramiken, die an den schiefen Turm von Pisa erinnern, und Malereien von Fassaden in Estland, Portugal und Wuppertal – in der Backstubengalerie ist derzeit die Ausstellung zum Thema „Backstein terra cotta: Inspiration Fassaden“ zu sehen. Beim Betreten fällt sofort die Wärme auf, die die Kunstwerke ausstrahlen – dafür sorgt vor allem die Farbwahl. Die meisten Werke sind in Rot- oder Gelbtönen gehalten – und natürlich spielt Terrakotta eine entscheidende Rolle.

Die Künstlerinnen Jennifer Donner und Karin Putsch-Grassi haben einen interessanten Hintergrund. Erstere verrät durch ihren Akzent, dass sie aus England stammt. Heute in Cronenberg zu Hause, sind ihr vor allem die Backsteinhäuser des regenreichen Wuppertals und Fassaden verlassener Fabriken aufgefallen. Inspiration? „Es ist nicht nur in der Toskana schön, sondern überall – man muss es nur sehen“, sagt sie.

Jennifer Donner entdeckt das Schöne im Unscheinbaren

Mit einem Blick auf ihre Malerei versteht man, was gemeint ist: Vieles sind nur Fassadenfragmente, die besondere Details hervorheben, sei es ein Glasdach, ein Türornament oder ein Fenster mit besonderem Rahmen. Viele Werke entstanden durch einen Blick durch ein Fenster auf die Wuppertaler Nordstadt und sind durch ihre Geradlinigkeit fast fotorealistisch. Die Farbgebung ihrer Bilder kennzeichnet vor allem den Ort, an dem sie entstanden sind: Die in sattem gelb und rot gemalten Bilder zeigen Gebäude in fernen südländischen Orten wie Portugal oder Spanien, auf der anderen Seite sind eher kalte Farben wie Blau oder Grau prägend für Motive aus Wuppertal.

Karin Putsch-Grassi ließ sich von italienischen Kirchen inspirieren

Auch Putsch-Grassis Werke zeugen von fernen Orten: Sie ist 1982 von Wuppertal nach Florenz ausgewandert, wo sie heute ein eigenes Keramikstudio besitzt. Dort haben es ihr die Gebäude aus der Renaissance und aus dem Mittelalter besonders angetan – ihre Keramiken wurden von italienischen Bauten, vor allem Kirchen, inspiriert. Bei einigen hat sie die seltene Raku-Technik verwendet: Die dabei entstehenden Risse verleihen den Werken den Eindruck von Rauheit. Die Besucher bewundern vor allem „Le Due Torri“, die nach der Dreh-Reiß-Technik angefertigt wurden.

Die Mischung macht’s: Obwohl die Künstlerinnen unabhängig voneinander gearbeitet haben und die Werke des anderen bis zur Ausstellung nicht kannten, ist das Ergebnis sehr harmonisch.

» Die Ausstellung ist bis zum 24. Oktober an der Schreinerstraße 7 zu sehen – mittwochs von 16 bis 19 Uhr, donnerstags und freitags von 17 bis 20 Uhr und sonntags von 11 bis 14 Uhr.

www.backstubengalerie.de

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