99 Künstler und Galerien luden in ihre heiligen Hallen.

rundgang
Ein Höhepunkt der Woga: 19 Kunstpädagogik-Studenten stellten im Bahnhof Vohwinkel aus.

Ein Höhepunkt der Woga: 19 Kunstpädagogik-Studenten stellten im Bahnhof Vohwinkel aus.

Uwe Schinkel

Ein Höhepunkt der Woga: 19 Kunstpädagogik-Studenten stellten im Bahnhof Vohwinkel aus.

Wuppertal. Es ist vollbracht: Wuppertal hat wieder einmal zwei spannende Kunst-Wochenenden erfolgreich hinter sich gebracht. Gestern schloss die Woga (Wuppertaler offene Galerien und Ateliers) im Westen der Stadt ihre große Vernetzungs-Veranstaltung, an der sich weitere 99 Künstler und Galeristen beteiligten.

„Wuppertal ist so schön grün.“

Renate Flohr, Künstlerin

Wie auch am vorausgegangenen Wochenende zeigte Wuppertals Kunstszene erneut ihre Vielfalt. Zu sehen gab es unter anderem Malerei, Installation, Fotografie oder – wie bei Renate Flohr – „Contemporary Quilts“. Diese Form der Kunst aus Stoff soll in ihrer Patchwork-Optik an eine „Waldwelt“ erinnern. „Wuppertal ist so schön grün“, sagt Flohr. Ihre Inspiration bezieht sie aus der Natur. Mehrere Lagen Stoff näht sie so zusammen. Am Ende werden diese gesteppt (Englisch: to quilt). Heraus kommen verschiedenste Formen und Muster, abhängig von Stoff und Schnitt.

Eines der Highlights des Wochenendes gab es in den Gemäuern am und unter dem Vohwinkler Bahnhof zu sehen. 19 Kunststudenten der Bergischen Universität stellten in den ansonsten nicht zugänglichen alten Räumen aus. Ein Rundgang führte die Besucher vorbei an verschiedensten künstlerischen Stationen durch das Haus und den Keller. Ob auf einem lehnenden Stuhl gestapelte Kleidung, eine Lichtinstallation aus alten Schirmlampen, die am Boden und an der Wand befestigt waren, oder eine Klangperformance mit düsteren Geräuschen in einem vollkommen dunklen Kellerraum – die Studenten zeigten ihre eigene Diversität.

Zweites Woga-Wochenende: Viel Andrang im Luisenviertel

Ebenfalls in Vohwinkel lud Cornelia Flick in ihr Atelier. Ihre Bandbreite an künstlerischem Ausdruck reichte von gegenständlich bis abstrakt. „Das hängt bei mir davon ab, womit ich mich gerade beschäftige“, so Flick. Besucher erlebten so auch einen Einblick in den Arbeitsbereich der Künstlerin: ein großer Tisch nebst Regalen voller Farben, Pinsel und weiteren Utensilien.

Viel Andrang gab es auch im Luisenviertel. Dort und in der angrenzenden Nordstadt war die Dichte an Ausstellungen am größten. In ihrem Geschäft zeigte Anke Warlies nicht nur ihren selbst hergestellten Schmuck, sondern auch Werke von Nanny de Ruig. Neben einem kleinen Fernsehgerät mit Bildern von Choreographien von Pina Bausch hingen so Zeichnungen und Skizzen einzelner Tanzszenen, die de Ruig eingefangen hat.

Kunst hautnah und persönlich erleben – auch in diesem Jahr hat die Woga Kunst im Dialog mit den Künstlern wieder ein Stück weit menschlicher werden lassen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer