Der Peter Hammer Verlag setzt auf die Liebe.

Illustrator Wolf Erlbruch macht’s möglich: Die Ziege nimmt sich, was sie will.
Illustrator Wolf Erlbruch macht’s möglich: Die Ziege nimmt sich, was sie will.

Illustrator Wolf Erlbruch macht’s möglich: Die Ziege nimmt sich, was sie will.

Peter Hammer Verlag

Illustrator Wolf Erlbruch macht’s möglich: Die Ziege nimmt sich, was sie will.

Wuppertal. „Mit dem Mund kann man allerlei tun: / Essen, küssen und schrein. /Wenn man beim Küssen alleine ist, / merkt man, s’geht besser zu zwein.“

Es sind Zeilen wie diese, denen der Peter Hammer Verlag das passende Motto verpasst: Das Wuppertaler Team verspricht „Optimistisches über die Liebe und das ganze Drumherum“. In der Tat: Mit dem Mund kann man zwar nicht schreiben – aber zumindest schmunzeln. Und so sollte man die Wuppertaler Neuerscheinung auch so nehmen, wie es am meisten Spaß macht: mit einem beseelten Lächeln. Dass genau das frisch Verliebten leichter fallen dürfte als jenen, die immer noch schweren Herzens dabei sind, den größten Liebeskummer ihres Lebens zu verarbeiten, tut eigentlich nichts zur Sache.

Denn das Motto „Zwei, die sich lieben“ sollte Gefühlszauderer keinesfalls abschrecken: Das neue Buch von Jürg Schubiger (Text) und Wolf Erlbruch (Illustrationen) richtet sich genauso an die, die die Liebe schon gefunden haben, wie an alle, die sie noch suchen.

Was also passt besser zum Valentinstag als ein Buch für alle Liebenden, alle Tierfreunde und alle Schmunzel-Ambitionierten? So hat Wolf Erlbruch wieder einmal alle Register gezogen, um die Tierwelt mit feiner Ironie zum Spiegelbild menschlicher Sehnsüchte zu machen. Und das sieht so aus: Schnecke und Maus recken ihre ungleichen Hälse, um sich zu küssen, ein Frosch macht Freudensprünge, selbst das Eichhörnchen erfreut sich am Liebesgeflüster und kommt dem Ohr einer Eule ganz nahe – während ein Schaf melancholisch, aber doch auch erwartungsfroh unter dem Sternenhimmel sitzt.

Bärenstarkes Liebesgeflüster und tierisch schöne Zweisamkeit

Wem bei diesem Anblick nicht bereits das Herz aufgeht, der seufzt spätestens dann, wenn zwei braune Bären dem Leser ganz zum Schluss die Rücken zudrehen, um in trauter Zweisamkeit den Sonnenuntergang zu genießen. Pünktlich zum Valentinstag am 14. Februar haben die Marketingstrategen des Wuppertaler Verlags also ganze Arbeit geleistet und das ideale Präsent in die Läden gebracht: ein kleines (Geschenk-)Buch über die Liebe, das – in die „richtigen“ Hände gelegt – große Folgen haben könnte.

„Zwei, die sich lieben“ ist ein kleines Buch für alle, die sich ihre Gedanken über Gefühle machen. Darüber, wer wen küssen will, darf und sogar soll. Über das Davor und das Danach, das Sehnen, Finden, Genießen und Abschiednehmen. Am Ende vermitteln Jürg Schubiger und Wolf Erlbruch eine optimistische Sicht. Die Botschaft ihres Buchs ist entsprechend gefühlvoll: Insgesamt ist die Liebe mehr schön als schwer – und das Küssen sowieso.
 

Wolf Erlbruch, Jahrgang 1948, war Professor für Illustration an der Bergischen Universität Wuppertal. Neben zahlreichen weiteren Auszeichnungen erhielt er den Gutenbergpreis der Stadt Leipzig, den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises und den Hans-Christian-Andersen-Preis. Erlbruchs Bilder von ungleichen (Tier-)Paaren inspirierten Jürg Schubiger zu den passenden Versen. Der preisgekrönte Schriftsteller, Jahrgang 1936, lebt in Zürich. Auch er wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem ebenfalls mit dem Hans-Christian-Andersen-Preis.
 

 

» Jürg Schubiger / Wolf Erlbruch: Zwei, die sich lieben, Peter Hammer Verlag, Wuppertal 2012, 48 Seiten, 12 Euro, ISBN: 978-3-7795-0371-2.

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