Kitae Kim legt sein Konzertexamen ab. Der Student hat nicht nur die Stadt, sondern auch das deutsche Liedgut liebgewonnen.

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Kitae Kim studiert seit fünf Jahren an der Wuppertaler Musikhochschule, die vor kurzem von Elberfeld nach Barmen umgezogen ist. Der Tenor singt am 5. Februar an der Sedanstraße.

Kitae Kim studiert seit fünf Jahren an der Wuppertaler Musikhochschule, die vor kurzem von Elberfeld nach Barmen umgezogen ist. Der Tenor singt am 5. Februar an der Sedanstraße.

Uwe Schinkel

Kitae Kim studiert seit fünf Jahren an der Wuppertaler Musikhochschule, die vor kurzem von Elberfeld nach Barmen umgezogen ist. Der Tenor singt am 5. Februar an der Sedanstraße.

Wuppertal. Die Begeisterung für Musik fiel Kitae Kim plötzlich und ohne Vorwarnung an. "Ich habe mit meiner Mutter eine Oper besucht - davor hatte ich keine Ahnung von klassischer Musik. Ich war überwältigt, wie viel man mit Musik ausdrücken kann", erzählt der Koreaner, der jetzt an der Wuppertaler Musikhochschule sein Konzertexamen im Fach Gesang ablegt.

Mit 15 Jahren war er so hingerissen, dass er seine widerstrebenden Eltern zu Gesangsstunden überredete, ohne jemals im Chor gewesen zu sein. Seine Mutter habe zwar früher einmal Cello gespielt, erzählt Kitae Kim. Doch gesehen habe er die Hausfrau nie mit ihrem Instrument.

Während sein Vater hoffte, dass Kitae Elektrotechniker werde, begann der junge Tenor sein Gesangsstudium in Seoul. Dort empfahl ihm sein Professor, fürs intensive Studium des deutschen Lieds nach Deutschland zu gehen. Vor sechs Jahren siedelte Kitae Kim deshalb erst nach Detmold um.

Über eine Nachbarin hörte er von Gesangsprofessor Alexander Stevenson, sang ihm vor und wechselte dann vor fünf Jahren nach Wuppertal. "Er hat eine sehr flexible, hohe Stimme, die für einen Tenor sehr vorteilhaft ist", schwärmt Stevenson. Besonders für Barock- und Klassikliteratur eigne sich die Stimme. Deshalb hat der Professor, der auch in Kassel unterrichtet, seinem Schüler Wuppertal ans Herz gelegt, wo die alte Musik gepflegt wird.

"Er bringt mir Noten, die ich selbst noch nie gesehen habe."

Alexander Stevenson über seinen Studenten Kitae Kim

"Sehr fleißig" sei der 31-Jährige - und habe eine ungewöhnlich ausgeprägte Neugier auf Musik. "Er bringt mir Noten, die ich selbst noch nie gesehen habe", erzählt Stevenson. Der Fleiß ist umso höher zu gewichten, als Kitae Kim inzwischen zwei Kinder im Alter von fünf Monaten und drei Jahren hat. Seine Frau studiert Mathematik an der Wuppertaler Universität.

Das Konzertexamen ist die höchste Prüfung, die die Musikhochschule zu bieten hat. Nur die begabtesten Studenten werden für dieses Aufbaustudium zugelassen.

Die Konzertexamens-Prüfungen sind öffentliche Konzerte. Kitae Kim singt am Donnerstag, 5. Februar, um 19.30 Uhr im großen Saal der Musikhochschule, Sedanstraße 15. Auf dem Programm stehen Lieder von Reynaldo Hahn, Vincenzo Bellini, Franz Schubert, Ludwig van Beethoven und Robert Schumann. Der Eintritt ist frei.

2007 hat der Koreaner sein Diplom in Wuppertal mit Opernarien abgelegt und anschließend im Aufbaustudium weiter mit Stevenson am Liedgesang gefeilt und Schauspieltraining absolviert. Mit dem Konzertexamen legt er jetzt den höchstmöglichen Abschluss ab und hofft anschließend auf eine Bühnenkarriere: "Ich werde den Agenturen vorsingen und hoffe dann auf Engagement in der Oper."

Auf jeden Fall möchte er in Deutschland bleiben, wo es viel ruhiger als in Korea zugehe. Das Singen sei seine große Leidenschaft, sagt er. Nur die ständige Furcht vor einer Erkältung sei ein echter Nachteil.

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