Die Einrichtung in Elberfeld geht künftig gemeinsame Wege mit dem Theater im Tanzhaus. Alle zwei Monate soll künftig eine Produktion von Kristof Stößel am Karlsplatz gezeigt werden.

Komödie Wuppertal
Die Komödie geht eine Kooperation mit dem Theater im Tanzhaus ein. Foto: Archiv/Fries

Die Komödie geht eine Kooperation mit dem Theater im Tanzhaus ein. Foto: Archiv/Fries

Fries, Stefan (fri)

Die Komödie geht eine Kooperation mit dem Theater im Tanzhaus ein. Foto: Archiv/Fries

Wuppertal. Strikt war vorab der Wunsch nach Geheimhaltung, und das mag schon einiges sagen: Die Elberfelder Komödie geht künftig gemeinsame Wege mit dem Theater im Tanzhaus von Kristof Stößel. Das Haus am Karlsplatz, nach langem Leerstand seit einem Jahr von der Stuttgarterin Cordula Polster betrieben, zeigt ab 2017 zu gleichen Teilen auch Stücke von KS Theater Wuppertal, wie der quirlige Wuppertaler seine Produktionsfirma nennt. „Job Suey“ ist im Januar der witzige Titel seines ersten Gastspiels.

Stößel betreibt derzeit die Bühne im Tanzhaus am Unterbarmer Bahnhof, das seit 2009 Unterricht in Musical und Tanz anbietet. Der Schauspieler und Dozent spielt dort auch selbst und führt Regie, ist zudem Stückautor und Stadtführer. Viele Projekte und Ideen also - doch an dieser Adresse läuft die Nutzung aus, und ein neuer Ort wurde nötig.

Beide Häuser sollen ihre eigene Handschrift behalten

„Wir kennen uns, wir mögen uns“, so beschreibt Stößel sein Verhältnis zu Cordula Polster. Als Theateraktive im Tal kam man übers Jahr schnell in Kontakt. Konkurrenzdenken? Ist untypisch für die Szene, findet Polster und zeigt sich eher verwundert über solche Vorstellungen. Auch sie ist nicht zuletzt vielfältig aktiv: Bei manchen der Komödien, die in Stuttgart inszeniert und dann auch am Karlsplatz gespielt werden, führt sie Regie, und auch sie ist als Stückautorin tätig.

Nun also die Kooperation: Alle zwei Monate soll ab 2017 eine Stößel’sche Produktion am Karlsplatz über die Bühne gehen - im Rahmen von „Gastspielen“, die freilich knapp die Hälfte des Spielplans bestreiten. Die andere liefert weiter Polsters Team aus externen Darstellern. „Beide Häuser haben ihre eigene Handschrift, und so soll es bleiben“, betonte Cordula Polster. Freilich mochte sie nicht ausführen, worin die Unterschiede liegen.

Den Zuschauer wird es nicht stören: Mit zweimal sechs Komödien im Jahr soll ein rundes Dutzend witziger Anlässe zum Karlsplatz locken - gewiss eine beachtliche Zahl. Turbulent bis schrill dürfte es weiter zugehen, zuweilen musikalisch und auch gerne etwas frivol.

Im urbanen Kulturleben ist ein Boulevardtheater sicher keine schlechte Ergänzung. Wer noch fremdelte, mag beim Sommerfest am 13. August seine Skepsis überprüfen: Neben Ausschnitten aus dem Stück „Selbst ist die Frau“ locken dann ab 14 Uhr auch Blicke hinter die Kulissen. Und auch ein künftig häufiges Gesicht ist dann schon zu erleben: Kristof Stößel stand schon vor Wochen in seiner komischen Rolle als „Baronin van Straeten“ auf dem Plan - dass da mehr kommen würde, hätte man da doch fast ahnen können.

Eine eigene Meldung wert wäre eigentlich eine weitere Kooperation: Martina Steimer wird künftig ausgewählte Künstler an den Karlsplatz bringen. Der Saal mit seinen 165 Plätze bietet demnach für manchen Abend die passende Größenordnung. Wenn auch nach dem bitteren Aus im alten „Rex“ vielleicht weniger präsent, hat Steimer weiterhin Programme unter dem Titel „Forum Maximum“ organisiert, die an wechselnden Spielstätten stattfanden. Die Komödie kommt als kleinerer Ort also nun hinzu - erster Termin ist hier Alice Hoffmann, bekannt als Hilde aus der Kult-Serie „Familie Heinz Becker“.

Viel Neues also am Karlsplatz, und das Vergnügen lässt sich mit einem Besuch im hauseigenen Restaurant ergänzen, dessen Angebot über übliche Theaterhäppchen hinausgeht. Ein Pluspunkt im Vergleich mit Stößels alter Wirkungsstätte: Gäste klagten dort zuweilen, nach der Aufführung in Unterbarmen kaum noch Gelegenheit zum Einkehren zu finden.

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