Die Komödie „Männerfantasien“ feierte Premiere im Taltontheater und amüsierte das Publikum.

„Männerfantasien“ im Taltontheater: Lewis findet das Arrangement mit seinen Frauen prima.
„Männerfantasien“ im Taltontheater: Lewis findet das Arrangement mit seinen Frauen prima.

„Männerfantasien“ im Taltontheater: Lewis findet das Arrangement mit seinen Frauen prima.

Hermann Aldejohann

„Männerfantasien“ im Taltontheater: Lewis findet das Arrangement mit seinen Frauen prima.

Wuppertal. Das Heim: ein Traum. Drei Frauen, deren Denken und Wirken sich nur darum dreht, dem Herrn des Hauses das Leben angenehm zu machen. Diese Utopie treibt Sam Bobrik auf die Spitze und spielt sie in seiner Komödie „Männerfantasien“ bis zum letzten Moment aus. Jens Kalkhorst sorgt mit seiner Inszenierung im Taltontheater für viel Gelächter bei beiden Geschlechtern.

Deutlich präsentieren die drei Frauen ihre Spezialitäten. Elegant serviert Miriam Kalkreuth als Sarah einen Drink und plaudert über die anstehenden Einladungen bei Freunden. Sie zählt die von ihr verwalteten Rechnungen auf und die abgewimmelten Bekannten. Anschließend reicht sie Lewis weiter an Emma, die Häusliche.

Ein riesiger Comic bildete die Rückwand

In der Küche hat diese für Lewis aufwendige Leckereien zubereitet. Besorgt hört sie sich seine Problemchen auf der Arbeit an. Mit ihrer blonden Perücke und dem gelben knielangen Kleid sieht Svenja Dee aus wie von einem Werbeplakat der 60er Jahre. Im Schlafzimmer schließlich wartet Stefanie Gindler als scharfe Xenia im engen Lederrock und roten Top. Moritz Stursberg gibt Lewis als kindlich-ichbezogenen Mann, der glaubt, Gefühle und Leben wie im Büro berechnen zu können.

Wie einen riesigen Comic gestaltet Bühnenbildner Rüdiger Tepel die Rückwand: Die Seiten des Comics werden nach jeder Szene umgeblättert, und schon wird aus dem Wohnzimmer die Küche oder das Schlafzimmer. Sofa, Tisch oder Bett werden dann von der Seite hereingeschoben. Denn auch die Figuren wirken wie einem Comic entsprungen.

Schon bald lässt sich allerdings die strenge Trennung der drei Frauen und ihrer Bereiche nicht mehr aufrecht erhalten. Emma möchte gerne ein Baby und Xenia backt heimlich Törtchen für Lewis. Immer mehr gerät die perfekte Dreiteilung von Lewis außer Kontrolle. Dann entdeckt Emma, dass sie eigentlich lesbisch ist: Statt mit Kochlöffel hantiert Svenja Dee jetzt breitbeinig im Blaumann mit dem Schraubenzieher und zieht hörbar die Nase hoch. Und die schwangere Xenia verwandelt sich vom langbeinigen Männertraum in ein müdes, schlurfendes Etwas.

Bald wird klar: Der einzige, der das Arrangement perfekt fand, war Lewis. Zur Strafe landet er auf der Parkbank. In einer Art Gerichtsverhandlung wird Anklage erhoben. Doch so richtig schaffen es die Frauen nicht, die Rollenklischees zu überwinden. Der Abend endet mit einem Fragezeichen.

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