Silke Schatz stellt beim Neuen Kunstverein Wuppertal aus.

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Zu Gast beim Neuen Kunstverein: Silke Schatz eröffnete die Ausstellung im Kolkmannhaus.

Zu Gast beim Neuen Kunstverein: Silke Schatz eröffnete die Ausstellung im Kolkmannhaus.

Gerhard Bartsch

Zu Gast beim Neuen Kunstverein: Silke Schatz eröffnete die Ausstellung im Kolkmannhaus.

Elberfeld. Den krönenden Abschluss der Reihe „Stadt, Raum, Architektur“ bildet im Neuen Kunstverein eine Schau von Silke Schatz. Mit regem Interesse wurde im Kolkmannhaus die Vernissage ihrer Ausstellung „Sunshine Day and Night“ wahrgenommen, bei der die 1967 in Celle geborene Kunsthochschul-Absolventin selbst Exponate erläuterte.

Kunst aus der Vogelperspektive: Schatz drehte in der Schwebebahn

„Das war etwas Besonderes, Silke Schatz zuhören zu können“, sagte Besucherin Jennifer Seidel. Denn ihr Werk funkelt vor Anspielungen und Verweisen, alten Symbolen und neu gesetzten Metaphern. Die Strategien ihres Erinnerns verlaufen über sehr Persönliches, etwa über eine Puppe. „Das bin ich mit zehn Jahren“, sagt sie mit Blick auf ein Exponat. Kombiniert wird das Ganze mit Fundstücken: „Die Lampe habe ich auf dem Sperrmüll vor der Tür entdeckt.“

Bekanntgeworden durch monumentale Buntstift-Zeichnungen, die auf den ersten Blick an Architekturzeichnungen erinnern, nimmt Schatz typischerweise konkreten Bezug zu dem Ort, an dem sie ausstellt. Eine Reminiszenz an das geschlossene Schauspielhaus ist nun eine großformatige Zeichnung. Auch ihr „Reigen“, ein aus grünem Holz gefertigter Garderobenständer, kann als Verweis auf das Theater interpretiert werden.

Terrain-Erkundung besonderer Art betrieb die Kölnerin per Schwebebahn: „Da oben gibt es keine Staus, man genießt den erhabenen Blick über die Stadt und hat eine ganz andere Perspektive auf die Urbanität.“ Das Ergebnis dieser Fahrten ist in Form eines Films zu sehen. Dafür setzte sie sich in den hinteren Teil, um mit ruhiger Hand Aufnahmen zu machen. „Ein Mal weinte ein Baby und der Vater versuchte, es zu beruhigen, bei einer anderen Fahrt hört man Schulkinder.“

Ihr Resümee über Wuppertal ist positiv: „Wenn es regnet, glänzt die ganze Stadt.“ Ein bisschen von diesem Glanz spiegelt sich bis zum 12. Januar in den für den Neuen Kunstverein erschaffenen Ausstellungsstücken.

Die Ausstellung ist bis zum 12. Januar im Kolkmannhaus, Hofaue 51, zu sehen – jeweils mittwochs bis freitags von 17 bis 20 Uhr sowie samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr.

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