Renommierte Autoren kommen gern zur Reihe „Literatur auf der Insel“. Torsten Krug erklärt, warum das Konzept sie überzeugt.

Der Stadt verbunden: Hanns-Josef Ortheil lässt in seinem jüngsten Roman einen Lyriker aus Wuppertal als Erzähler auftreten. l
Der Stadt verbunden: Hanns-Josef Ortheil lässt in seinem jüngsten Roman einen Lyriker aus Wuppertal als Erzähler auftreten. l

Der Stadt verbunden: Hanns-Josef Ortheil lässt in seinem jüngsten Roman einen Lyriker aus Wuppertal als Erzähler auftreten. l

Peter von Felbert

Der Stadt verbunden: Hanns-Josef Ortheil lässt in seinem jüngsten Roman einen Lyriker aus Wuppertal als Erzähler auftreten. l

Als Bodo Kirchhoff zur Lesung im Café Ada war, lobte er ins Publikum: „Hier sieht es ja aus wie im Paris der 30er Jahre.“ Torsten Krug, Theaterregisseur und Autor, und die Kölner Musikerin Katrina Schulz laden in unregelmäßigen Abständen renommierte Autoren ein, in entspannter Kneipen-Atmosphäre zu lesen und zu plaudern. Alissa Walser war kürzlich da, heute kommt Hanns-Josef Ortheil.

Herr Krug, wie bekommen Sie so bekannte Schriftsteller in die Wiesenstraße?

Torsten Krug: Wir haben kein Geheimrezept, sondern gehen den normalen Weg: Man schreibt an die Verlage und stellt das Konzept vor. Wenn die Autoren Zeit haben und ihnen die Idee gefällt, dann kommen sie. Inzwischen kennen uns auch einige Verlage. Uns hilft zudem, dass unser Mentor Hermann Schulz, der frühere Leiter des Peter-Hammer-Verlages, sich in der Verlagsszene bestens auskennt.

Wie reagieren die Autoren auf das Konzept?

Krug: Wir haben vorher regen Email-Austausch, daher wissen unsere Gäste ganz gut, worauf sie sich einlassen. Manche sind im Vorfeld überrascht. Beispielsweise darüber, dass es einen hohen Gesprächsanteil gibt oder nach der Lesung nicht Schluss ist, dass es nach einer 20-minütigen Pause einen zweiten Teil gibt – als Bonus sozusagen.

Was passiert da?

Krug: Der Gast bringt etwas mit, was ihm persönlich etwas bedeutet. Das können Musikstücke sein wie bei Hanns-Josef Ortheil, der in erster Ausbildung Pianist ist. Er bringt Aufnahmen von Scarlatti-Klaviersonaten mit, von denen wir eine oder zwei wir mit dem Publikum anhören. Manche haben einen Film dabei, andere Fotos oder ein Thema, das ihnen am Herzen liegt.

Die Karten für die Veranstaltung sind mit 8 Euro wirklich günstig. Wie funktioniert das?

Krug: Solch eine Reihe würde sich niemals allein tragen. Die Stadtsparkasse ist sehr großzügig, im vergangen Jahr haben wir etwas von der Jackstädt-Stiftung bekommen. Auch das Kulturbüro ist gelegentlich mit im Boot wie bei der Literaturbiennale. In diesem Jahr werden wir auch von der Kunststiftung NRW gefördert, was wir auch als Auszeichnung empfinden, weil dort die Projekte penibel ausgewählt werden.

Sind bekannte Schriftsteller viel teurer als der Durchschnitt?

Krug: Wir bieten in der Regel ein Standard-Honorar an. Es gibt natürlich auch einige, die ihre eigenen Konditionen haben. Dann müssen wir überlegen, ob wir uns das leisten können.

Wie bereiten Sie sich vor?

Krug: Ziemlich intensiv. Wir lesen viel, diskutieren viel. Am Ende haben wir ein Konzept, aber meistens kommt es dann ganz anders. Es ist trotzdem sinnvoll, diese Vorarbeit zu haben. Katrina Schulz und ich sind sehr unterschiedlich in unserem Blick auf Literatur und mittlerweile gut aufeinander eingespielt. So entwickelt sich im Idealfall ein wirkliches Dreiergespräch.

Was verbindet Hanns-Josef Ortheil mit Wuppertal? Schließlich lässt er im jüngsten Roman „Rom. Villa Massimo“ einen Lyriker aus Wuppertal als Erzähler auftreten.

Krug: Was kaum jemand weiß: Er ist in Wuppertal eine Zeit lang zur Schule gegangen. Wuppertal taucht in seinen Büchern auch immer wieder auf. Er hat es wohl nicht in schlechter Erinnerung.

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