Kirchenmusik in Wuppertal: Seltener Glücksfall - in der Kirche St. Elisabeth wurde eine neue Orgel eingeweiht. Sie ermöglicht neue musikalische Projekte.

Kantor Roland Dopfer bei der Orgel-Einweihung in St. Elisabeth an der Hauffstraße – das Instrument ist der ganze Stolz der Gemeinde.
Kantor Roland Dopfer bei der Orgel-Einweihung in St. Elisabeth an der Hauffstraße – das Instrument ist der ganze Stolz der Gemeinde.

Kantor Roland Dopfer bei der Orgel-Einweihung in St. Elisabeth an der Hauffstraße – das Instrument ist der ganze Stolz der Gemeinde.

Gerhard Bartsch

Kantor Roland Dopfer bei der Orgel-Einweihung in St. Elisabeth an der Hauffstraße – das Instrument ist der ganze Stolz der Gemeinde.

Heckinghausen. Wovon viele Gemeinden träumen, ist in der katholischen Kirche St. Elisabeth in Heckinghausen war geworden. Anfang 2008 wurde dort eine neue Orgel der Firma Weimbs eingeweiht. "Es ist fabelhaft, ein so neues mechanisches Instrument zu spielen", sagt Kantor Sebastian Söder. Für ihn und seine Frau Christina von Eynern - ebenfalls Kirchenmusikerin - war die schöne Orgel mit dem vielfältigen Anschlag das Hauptargument für den Wechsel von Kamen nach Wuppertal.

"Dieses Instrument ist sehr sensibel, ein Individuum - das hat man nicht oft", schwärmt Söder. Nötig geworden war der Neubau, weil die alte Orgel bereits 30 Jahren nach ihrer Einweihung kaputt war: Die Pfeifen schimmelten, die Töne heulten, die elektronische Luftsteuerung funktionierte nicht zuverlässig.

Pfarrer Jürgen Dreher setzte sich sehr für ein neues Instrument ein, die Gemeinde sammelte unermüdlich Geld, das Erzbistum finanzierte ebenfalls einen Teil. Schließlich waren die rund 300000 Euro für das hochwertige Instrument samt neuem Podest zusammen. Zwei Orgelbauer verbrachten insgesamt sieben Wochen bei klirrender Kälte in der Kirche, um die Orgel zu intonieren und genau an den Kirchenraum anzupassen.

Nachdem er jetzt ein gutes Instrument zur Verfügung hat, will Söder die Kirchenchöre weiter aufbauen. Der 34-Jährige springt zwischen den Gemeinden St. Elisabeth und St. Petrus in Heckinghausen, St. Raphael und St. Paul in Langerfeld und St. Maria Magdalena in Beyenburg hin und her. An allen drei Gemeinden gibt es die traditionellen Kirchenchöre, dazu in Beyenburg und Langerfeld Singkreise, die vor allem neue geistliche Lieder singen. Alle ein bis zwei Jahre holt Söder alle Interessenten zu einem größeren Projekt zusammen. So plant er für das Jubiläumskonzert "125 Jahre Pfarrei St. Raphael" Ende Oktober die Aufführung von Schuberts "Deutscher Messe" mit der originalen Bläserbesetzung.

Kindermusical: Die neue Orgel beflügelt auch die Kleinsten

"Nach so einem Projekt sind die Chöre immer eine Klasse besser", lobt Söder. Auch für die Kinder gibt es einen Anreiz: Am 20. und 21. März führen sie das Musical "Salomo und die Lilien auf dem Feld" auf. "Ich sehe es als meinen Auftrag an, die biblische Geschichte weiterzuerzählen", erklärt der Kirchenmusiker.

Am 20. März, 20 Uhr, und 21. März, 17 Uhr, wird das Kindermusical "Salomo und die Lilien auf dem Feld" in der Kirche St. Paul, Langerfeld, Bornscheuerstraße, aufgeführt.

Der Kammerchor von Sebastian Söder gibt am 14. Juni ein Chor- und Orgelkonzert an der neu restaurierten Orgel von St. Raphael. Am 25. Oktober tritt ein Projektchor zum Jubiläum "125 Jahre Pfarrei St. Raphael" dort mit Schuberts Deutscher Messe auf.

In seinen drei Kinderchören in Langerfeld singen derzeit rund 40Schulkinder und 25 Kindergartenkinder. In den anderen Stadtteilen möchte Söder jetzt neue Kinderchorgruppen ins Leben rufen. "Dort ist es schwieriger, weil die Gemeinden keine eigenen Kindergärten haben."

Logistik in der Kirche: Zwischen Orgel und Schreibtisch

Zusätzlich zu den Proben und dem Dienst an der Orgel verbringt der katholische Kantor viel Zeit am Schreibtisch. Er teilt auf, welcher Chor an welchem Hochfest in welcher Messe singt, wann die Proben stattfinden und welcher Organist wann wo spielt. Außerdem erstellt er Liedpläne für die Gottesdienste und sucht Literatur für seine Chöre heraus. Oft verschlingt die Büroarbeit so mehrere Vormittage pro Woche. Und das, obwohl Söder mit dem Computer auf Kriegsfuß steht und lieber handschriftlich kommuniziert.

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