Holger Groschopp von den Berliner Philharmonikern spielte mit Sinfonikern.

Konzert
Holger Groschopp, Pianist der Berliner Philharmoniker.

Holger Groschopp, Pianist der Berliner Philharmoniker.

Bühnen

Holger Groschopp, Pianist der Berliner Philharmoniker.

Wuppertal. Das Sextett ist eine ideale Zwischenlösung. Es überschreitet die Grenzen des klassischen Streichquartetts und kann orchestrale Klangfülle erreichen. Das erste Kammerkonzert der aktuellen Orchestersaison stand ganz im Zeichen der Sechs. Im Mendelssohn-Saal der Stadthalle präsentierten die Musiker des Sinfonieorchesters Wuppertal herausragende Kompositionen von Pfitzner, Prokofjew und Glinka.

Unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs geschrieben, ist Hans Pfitzners (1869 – 1949) „Sextett op. 55“ sein letztes kammermusikalisches Werk. Klarinettist Gerald Hacke spielte gemeinsam mit Liviu Neagu-Gruber (Violine), Momchil Terziyski (Bratsche), Vera Milicevic (Cello) und Solvejg Friedrich (Kontrabass). Am Klavier setzte Holger Groschopp, begehrter Ensemblepianist der Berliner Philharmoniker, gewichtige Akzente. Die Tanzsätze profitierten besonders von Hackes flüssigem Spiel - Webers Klarinettenkonzert ließ grüßen - und Milicevics leidenschaftlichen Einwürfen. Allerdings wirkte die unbeschwerte Heiterkeit des Finales angesichts der Entstehungszeit 1945 befremdlich.

Hacke nutzt die stimmähnliche Qualität der Klarinette

Martin Roths Violine ersetzte den Kontrabass, als sich die Musiker Sergej Prokofjews (1891 - 1953) „Ouvertüre über hebräische Themen“ zuwandten. Prokofjews Inspirationsquelle war eine Sammlung jüdischer Lieder. Das Hauptthema, das refrainartig wiederkehrt, vertraute er der Klarinette an. Gekonnt nutzte Interpret Hacke die stimmähnliche Qualität seines Instruments. Das expressive Pizzicato- und Col legno-Spiel der Streicher steigerte noch die Spannung.

Mikhail Glinkas (1804 - 1857) „Großes Sextett Es-Dur“ sorgte für neue Verhältnisse. Vom Begleiter stieg Holger Groschopp hier zum vollwertigen Solisten auf. Seine virtuosen Läufe durchzogen das „Allegro maestoso“, während das Streichquintett das „Andante“ dominierte. Im „Allegro con spirito“ schließlich durfte nicht nur der Pianist, sondern das ganze Sextett noch einmal glänzen.

Das nächste Konzert: Das Sinfonieorchester spielt in der Stadthalle am Sonntag, 19. Oktober, um 11 Uhr, und am Montag, 20. Oktober, um 20 Uhr unter der Leitung von Toshijuki Kamioka. Auf dem Programm stehen Werke von Gustav Mahler: Die Mezzosopranistin Stefanie Irányi singt Lieder aus „Des Knaben Wunderhorn“, danach spielt das Orchester die Sinfonie Nr. 1 D-Dur.

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