Seit 90 Jahren gibt es den Knabenchor. Im Jubiläumsjahr sind die Sänger so beliebt wie nie.

Bis auf den letzten Platz gefüllt war gestern Morgen die Friedhofskirche, als die Kurrende zum Gottesdienst geladen hatte.
Bis auf den letzten Platz gefüllt war gestern Morgen die Friedhofskirche, als die Kurrende zum Gottesdienst geladen hatte.

Bis auf den letzten Platz gefüllt war gestern Morgen die Friedhofskirche, als die Kurrende zum Gottesdienst geladen hatte.

Uwe Schinkel

Bis auf den letzten Platz gefüllt war gestern Morgen die Friedhofskirche, als die Kurrende zum Gottesdienst geladen hatte.

Wuppertal. Als der Musikpädagoge Erich vom Baur 1924 seine „Elberfelder Kurrende“ aus einem CVJM-Chor gründete, konnte er nicht ahnen, dass sie 90 Jahre lang Bestand haben würde. Aus den Sing-Umgängen des Laufchores (lat. currere: laufen) hat sich der Knaben- und Männerchor „Wuppertaler Kurrende“ zu einem wichtigen Kulturbotschafter der Stadt entwickelt. Dem Festjahr trug nun auch ein Jubiläums-Gottesdienst mit Pfarrerin Sabine Dermann und Pfarrer Johannes Schimanowski in der Elberfelder Friedhofskirche am Sonntag Rechnung.

Gemeinsames Konzert mit befreundeten Chören

Seinem Auftrag als ältester Knabenchor in der Evangelischen Kirche im Rheinland entsprechend, gestaltete die Kurrende das musikalische Programm zusammen mit befreundeten Chören. In den Mittelpunkt stellte Chorleiter Dietrich Modersohn das „Te Deum laudamus“, den Lobpreis Gottes in der Fassung von Rihards Dubra.

Für sechs Chöre, Saxofon, Horn, Röhrenglocken, Tamtam und Orgel schrieb der lettische Komponist sein machtvolles Werk 2002. Die Kurrende, die Mädchenkurrende, die Kantorei Barmen Gemarke, der Kammerchor amici del canto und ein Frauen-Projektchor füllten den voll besetzten Kirchenraum mit ihren Stimmen.

Neben der geistlichen Musik widmet sich die Kurrende der Pflege des Volksliedgutes, wirkt bei Oratorien-Aufführungen des Sinfonieorchesters und Opernproduktionen der Wuppertaler Bühnen mit. Dass die Kurrende nun seit zehn Jahren das Vereinshaus an der Mozartstraße mit Probenraum und Außen-Spielanlagen ihr eigen nennt, hat ebenso große Freude ausgelöst wie Verpflichtungen aufgebürdet. „Der Verein muss jedes Jahr rund 280 000 bis 300 000 Euro selbst erwirtschaften“, erläutert Chor-Manager Klaus Kölsch. Lediglich der musikalische Leiter und der Büroleiter werden als Hauptamtliche vom Kirchenkreis Wuppertal finanziert.

Zwischen 135 und 160 Sänger machen seit Jahren mit

Mitgliederbeiträge, Unterstützung durch den Freundes- und Förderkreis und die Erich vom Baur-Stiftung, Sponsoren, Spenden, Zuwendungen aus testamentarischen Verfügungen und aus Konzerteinnahmen sichern die Einkünfte.

Den nächsten Vorsing-Termin für Jungen ab sechs Jahren gibt es am 30. März nach dem Familienkonzert „Es werde Licht“ in der Stadthalle (Beginn 11 Uhr).
 

Ein „Frühjahrskonzert“ gestaltet die Kurrende mit dem Cronenberger Männerchor am 18. Mai um 17 Uhr in der Stadthalle.
 

Ende Mai nimmt die Kurrende am Bundeschorwettbewerb in der Kategorie „Knabenchöre“ in Weimar teil und ist ab dem 14. Juni im Opernhaus in „König Roger“ zu erleben.
 

Kölsch weiß, wie viel Energie in die Nachwuchs-Sicherung fließt: Durch Vorsingtermine, Mitmach-Aktionen und Kooperationen mit Schulen konnten im vergangenen Jahr 20 neue Knabenstimmen gewonnen werden. Die Sängerzahlen liegen seit vielen Jahren im Bereich zwischen 135 und 160. Derzeit singen 38 Jungen in den Vorchören, 46 Knaben und 34 Männer im Konzertchor und 21 Jungmänner erleben die Zeit zwischen Stimmbruch und Eintritt in den Männerchor.

Zum 90. Geburtstag lässt die Kurrende in diesem Jahr Chorgesang an vielen Orten und bei zahlreichen Kooperationen erklingen.

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